27 Nov 2015

Antisemitismus - verzweifelt gesucht ...

Submitted by ebertus

Über einen Beitrag in der taz, einer Kritik an der vom Zentralrat der Juden in Deutschland befürworteten Obergrenze für Flüchtlinge wurde ich auf die Salaam-Shalom Initiative aufmerksam, insbesondere auf eine aktuelle Veranstaltung in Berlin - und auch der Name eines der Referenten war mir nicht ganz unbekannt.

Bild: Screenshot der Website

In dem Text geht es um eine Veranstaltung zum Thema Antisemitismus, wird eine Studie aus dem Umfeld der TU-Berlin zu eben dieser Thematik vorgestellt.

Die Studie selbst ist dort im Blog zwar nicht verlinkt, kann jedoch leicht im Netz gefunden, über diesen Link als .pdf  heruntergeladen werden.

 

 

 


Zwei Angaben in diesem Blogtext sorgten für mein spontanes Interesse, mündeten in einer Teilnahme an der Veranstaltung. Erstens dieser Verweis auf eine Kontroverse bezüglich der vorgenommenen Unterscheidung zwischen antisemitischen und antiisraelischen Vorkommnissen und zweitens der Name Peter Ullrich, einem der Erstellers der Studie. Zuerst vielleicht in Sachen Ullrich ...

Es begab sich im Mai 2014, als eine dFC-Bloggerin und meine Wenigkeit beschlossen, uns diese sog. Montagsmahnwachen mal anzusehen, waren wir dann und recht peripher zum 26. Mai am Brandenburger Tor; einfach mal einen persönlichen Eindruck verschaffen. Eine (wohl) Mitarbeiterin des ipb sprach uns an, ob wir an einer Online-Befragung teilnehmen würden. Wir sagten zu und bekamen einen individuellen Code ausgehändigt, mit dem wir uns dann online beteiligen konnten. Ja, das war es dann beinahe schon und auf dieser Projektseite (später von mir recherchiert und dort kommentiert) taucht unter den beteiligten Wissenschaftler_innen auch der Name von Peter Ullrich auf.

Das kleine Problem an dieser Befragung waren die Fragen selbst, hat sich daher und in Sachen von Erkenntnisgewinn die Teilnahme auf jeden Fall gelohnt; wo ich mich ansonsten und gern im Sinne des bei Pierre Bourdieu Gelernten, dahingehend jeder ernsthaften Teilnahme verweigere. Die subtil bis offen suggestiven Fragen liefen nach meinem Eindruck, meiner Erinnerung in der Substanz darauf hinaus, ein vorab festgelegtes Ergebnis zu bestätigen. Gerade in Sachen USA, mehr noch dem Judentum -als doch bitte anzugebende Herrscher der Welt, der Banken etc.- wurde keine Plattitüde ausgelassen, potentielle Antisemiten gnadenlos entlarvt.

Ok, das per Glaskugel und Asche später gesichtete Ergebnis war dann selbst den mittlerweile eingemeindeten "Linken", von der JW  bis zum nd nicht eindeutig genug, wie dieser Beitrag zeigt. Weniger links, denn noch systemfrommer aufgestellt bezeichnete der mediale Frontrunner dieser bekannten Kahane-Stiftung das ganze Forschungsobjekt gar als Irrsinn. Schade, hätte doch -auftragsgemäß- so gut laufen können ... Denn welche Kaliber bei diesem eher akademischen Diskurs die großen Räder drehen, intellektuelle Lufthoheit erheischen, das ist dem Peter Ullrich mit Sicherheit nicht unbekannt; die Kontroversen um Wolfgang Benz eingeschlossen. Letzterem konnte dann auch der Beistand eines Micha Brumlik nicht mehr wirklich helfen.

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Der zweite Punkt, die Unterscheidung zwischen antisemitischen und antiisraelischen Vorkommnissen dürfte denn auch wie Blasphemie in den Ohren der Jünger von Clemens Heni, Matthias Küntzel und Stephan Grigat et al. geklungen haben - hat der Peter Ullrich in seiner neuen Studie also nichts gelernt? Denn das implizit gesetzte Mantra lautet nach wie vor: Jede Kritik an dem Agieren von Israel im Nahen Osten und insbesondere in den besetzten Gebieten ist Antisemitismus. Zumindest, wenn die Kritik von sog. Biodeutschen aus dem Wanne-Eickel County kommt - von Jakob Augstein beispielsweise. Letzterer wurde deshalb ja sogar vom integren Simon-Wiesenthal Center einer global geltenden Würdigung unterzogen; das beflissene Mithampeln eines hierzulande zumindest in der Branche bekannten H.M. Broder mal außen vor gelassen.

"Biodeutsche" mag das Stichwort sein, spiegelverkehrt vielleicht dem sarrazinesk zugewiesenen Gen an die Muslime.  Was (mich) zu einer der beiden Fragen an die aktuelle Studie führt, welche mir im Vorfeld der Veranstaltung beim Querlesen recht spontan hochkamen:

1. Der Fokus dieser Untersuchung liegt auf Berlin, aber warum wurde nicht wenigstens auf einer Seite, in einem Absatz das Thema "Antisemitismus" -bei diesen vielen Hinweisen auf Israel, den Nahost-Konflikt- in einen globalen Rahmen gestellt? Qualitativ in Sachen eines permanent ablaufenden akademischen Diskurses unter Menschen jüdischen Glaubens, gerade in Israel und in den USA. Judith Butler, die hierzulande im Zusammenhang mit der Verleihung des Adorno-Preises unter die Kritik der lokalen Platzhirsche kam, sie sei als ein Beispiel genannt. Quantitativ, weil bei mehr als sieben Milliarden Menschen verschiedener Religionen (oder auch ganz ohne) in den rund zweihundert Staaten dieser Welt das Thema des Judentums ein marginales sein dürfte, die Mehrzahl der Menschen dieser Erde wohl nicht einmal einer der drei abrahamitischen Religionen angehören.

2. Die Studie stellt mehrfach fest, dass die Definition von Antisemitismus nicht einfach sei, postuliert dann jedoch bereits auf Seite 23 in dankenswerter Klarheit:

"Antizionismus, die weltbildhafte Ablehnung des jüdisch-israelischen Nationalismus, wird mittlerweile in verschiedenen Darstellungen als genuine Hauptform des Antisemitismus geführt" ...

Genuine, gefolgt von Hauptform, beinahe eine Tautologie in dieser bekräftigenden Begrifflichkeit; und damit wohl auch unter den Erstellern der Studie absolut Konsens. Das Maß der Dinge somit in jedwedem Diskurs, was die Erkennung, die Entlarvung von Antisemitismus betrifft. Dass damit sog. Doppelte Standards eingeführt werden, das sei noch zu verstehen, zu verschmerzen, ist weniger schwer zu werten. Es sei denn, die Kritik bzw. Ablehnung eines jedes anderen, auf einen spezifischen Staat bezogenen christlichen, muslimischen etc. Nationalismus ist ebenso ein Tabu, eine Form von Antisemitismus.

Folgenschwerer scheint mir jedoch eine andere, sich sofort aufdrängende Konsequenz aus diesem Postulat. Wenn es denn so ist, dann kann sich diese Studie 90% ihres Umfanges sparen, braucht nicht über verschiedene Formen und Begriffsdefinitionen von Antisemitismus räsonieren, kann jede Hilfestellung in Sachen Prävention, Pädagogik ad acta legen, den ganzen Serviceteil vergessen. Die genannte Mobilisierung bzw. Lobbyarbeit hätte dann lediglich eine, ausschließliche Aufgabe:

Verständnis für das Agieren Israels im Nahen Osten und insbesondere in den besetzten Gebieten sicherzustellen.

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Abschließend noch einige Worte zu der hier in Rede stehenden Veranstaltung.

Mit rund 20 Minuten Verzug begann der Vortragsabend, wurde dann von Armin Langer eröffnet. Langer, ein Student ist der Autor des eingangs erwähnten taz-Artikels, mit dessen Inhalten, dessen Konklusionen ich konform gehen wollte. Langer stellte sich als ein seit Jahren in Berlin (Neukölln) wohnender Mensch jüdischen Glaubens vor, der diesen und gerade von seiner jüdischen Gemeinde, insbesondere den Muslimen zugewiesenen (potentiellen) Antisemitismus so nicht erkennen kann, er daher mit Gleichgesinnten, auch mit Muslimen dann die Salaam-Shalom Initiative gründete

Armin Langer kam mir in seiner jugendlichen Präsenz, in seinem kritischen Hinterfragen ein Stück weit vor wie Yoav Shamir, der Regisseur von Defamation, ein beinahe Standardwerk zum Diskurs über Antisemitismus und jenseits der historisch bedingten, insbesondere deutschen Restriktionen und Setzungen. Die fehlende, wenigstens rudimentär anzusprechende globale Perspektive der Studie wurde bereits weiter oben genannt.

Dann hob der bereits genannte Peter Ullrich zu einem Vortrag an, der in Sachen "Merkmale von Antisemitismus" keine Plattitüde, keine immer wieder gebetsmühlenartig wiederholte Flachheit an klischeehaften Argumentationsfiguren vermissen ließ. Zum Thema an sich, sein Lieblingswort wohl, sprach er häufig von Phänomenen, kam mir das alles blutleer und beinahe wie aufgezogen vor. Ironisch formuliert, so ist er wohl noch zu jung, um den Wolfgang Benz zu geben, hat dennoch seine branchentypische Lektion bereits erkennbar gelernt.

Und natürlich, eingedenk des weiter oben erwähnten antizionistischen Antisemitismus als Maß der Dinge jedweder Israelkritik bleibt dann lediglich der akademische Diskurs, ernährt dieser natürlich seinen Mann, seine Frau. Letztere, die angekündigte Kulturanthropologin Sultan Doughan  habe ich mir allerdings gespaart, eine mögliche anschließende Diskussion ebenfalls.

Das wäre (mir) nach den Einlassungen von Peter Ullrich wohl zu flach, zu unkritisch, zu selbstreferenziell, zu anekdotenhaft geraten.


Nachtrag bzw. Anmerkung I

Ein Hinweis aus der Studie, die hier zumindest partiell mögliche Ehrenrettung des Peter Ullrich soll nicht unerwähnt bleiben. Auf Seite 22 und im Rahmen einer den Autoren durchaus bewußte, oft betriebene Skandalisierung bzw. Stigmatisierung im Hinblick auf persönlich zuweisende Antisemitismusvorwürfe ist zu lesen:

"Dies kann so weit gehen, dass Antisemitismusvorwürfe ohne Substanz in Anschlag gebracht und weit rezipiert werden – mit wiederum beträchtlichen Folgen für Betroffene"

In der dazu angegebenen Fußnote wird es dann noch konkreter:

"Instruktiv dafür ist die tendenziöse Studie über angeblichen Antisemitismus in der Partei die Linke (Salzborn und Voigt 2011), die sich in allen wesentlichen Punkten nicht als stichhaltig erwies"

Worum es in dieser tendenziösen Studie, die möglicherweise eher als Pamphlet zu bezeichnen wäre, worum es dabei geht, das ist einem längeren und über den hier von Ullrich erwähnten Einzelfall hinaus gehenden Text von Moshe Zuckermann beim Magazin Hintergrund zu entnehmen. Zuckermann, den ich bei einer Veranstaltung der JW-Ladengalerie persönlich erleben konnte, der im Gegensatz zu Ullrich wohl keinerlei aufgesetzte wirkende sprachliche Leitplanken berücksichtigen muss, Zuckermann benennt konkret den darin aufscheinenden, basalen und gleichzeitig systemfromm reaktionären Tenor:  "Die Antideutsche Ideologie", deren eher sektenhaft unterwegs seiende Ideologen - wie es Robert Kurz bereits 2003 in seinem gleichnamigen Buch nannte.


Nachtrag bzw. Anmerkung II

Im Zusammenhang mit der Partei Die Linke, den oben vermissten globalen Fokus in Sachen Antisemitismus sei hier ein weiterer, aktuellerer Vorfall erwähnt, das sog. Toilettengate des Gregor Gysi. Die kurze Notiz im Tagesspiegel ist in ihrem selektiven Weglassen bzw. Betonen symptomatisch für die Zuweisung von Antisemitismus hierzulande. Mitglieder der Partei hatten zwei, dem Agieren Israels gegenüber kritisch eingestellte Autoren eingeladen, einen Israeli und einen US-Amerikaner; beide Juden!  

Der prompte Antisemitismusvorwurf richtete sich jedoch nicht an die beiden Akteure der hektischen Szenen (wie man diese immer auch beurteilen mag) vor und auf der Bundestagstoilette. Da greift die hierzulande und in vielen, gerade zum Thema Israel aufgeladenen Diskursen dann immer wieder zu erkennende Beisshemmung; wie ich dieses Verhalten gern nenne. Menschen jüdischen Glaubens dürfen/sollen von Deutschen nicht kritisiert werden. Punkt! Stattdessen entläd sich der umgehend erfolgte Antisemitismusvorwurf gegenüber den Einladenden, haben sie diese Szenen zugelassen, werden nicht nur in Sippenhaft genommen, sind gar und wie medial dann transportiert die Täter.


Nachtrag bzw. Anmerkung III

Über die Niederungen einer zuweisenden diffamierenden Praxis, über das genannte, das gesetzte, das verbindliche Postulat

"Antizionismus, die weltbildhafte Ablehnung des jüdisch-israelischen Nationalismus, wird mittlerweile in verschiedenen Darstellungen als genuine Hauptform des Antisemitismus geführt"

hinaus gibt es im Prinzip (hierzulande momentan vielleicht nicht?) auch noch die eher akademische Ebene. Also diejenige, welche Ullrich&Co. samt der verschiedenen Phänomene die Existenzberechtigung sichert. Es gibt -nicht einmal weit hergeholt- dazu ein informatives Buch von Micha Brumlik:

"Deutscher Geist und Judenhass - Das Verhältnis des philosophischen Idealismus zum Judentum"

Brumlik setzt sich darin am Beispiel von Fichte, Schleiermacher, Hegel, Schelling und Marx, ganz jenseits der heute gern als dann delinquente Strukturen hervorgehobenen Schulhöfe, der Jugendbanden, der Alt- und Neurechten, der vielen Muslime sowieso, mit dem Verhältnis deutscher Großdenker zum Judentum auseinander.

Die Frage wäre also, ob die als integer gesetzten, in Sachen Antisemitismus heute vollkommen unverdächtigen geistigen, den öffentlichen Diskurs bestimmenden Eliten hierzulande einer kritischen, dann in die entsprechende Studie mündende Untersuchung bedürfen. Wenn ja, so wäre aus meiner Sicht der Leiter dieses Projekts sehr schnell gefunden.
 

Nachtrag bzw. Anmerkung IV / 28.11. 2015

Welche Schlachten in Sachen Antisemitismus jenseits der Schulhöfe, der von Ullrich genannten Spätis auf eher intellektueller, ggf. formalrechtlicher Ebene geschlagen werden, das zeigt exemplarisch die Causa Ditfurth vs. Elsässer.

Während mich mit Jürgen Elsässer&Co. inhaltlich eher wenig bis nichts verbindet, so stehen mehrere Bücher von Jutta Ditfurth in meinem Regal; überwiegend sehr zustimmend gelesen. Dieses Elsässer und  seinem Umfeld gern unterstellte Familien- und Frauenbild, subtile bis offene Homophobie und ggf. Islamophobie wird zwar einerseits von Teilen der katholischen Kirche ebenso vertreten und in seiner Dimension im Einzelfall gar übertroffen, andererseits ist aber gerade diese christliche Ideologie ein wesentlicher Teil der westlich-weissen, bigotten Staatsräson, eignen sich Elsässer&Co. eben besser als Schurken.

Nach dem ersten, großmedial zustimmenden Hype wegen des von Ditfurth gegenüber Elsässer vorgenommenen Antisemitismusvorwurfs hampelten nach der erstinstanzlichen Niederlage von Ditfurth beinahe nur noch die neulinke Antifa und die Antideutschen an der diskursiven Bande.  Nach einer beinahe erwartbaren Niederlage auch in der zweiten Instanz war das Thema dann in der Branche tot, zumal vom OLG-München wegen offensichtlicher Irrelevanz der Positionen Ditfurths nicht mal mehr Revision zugelassen wurde, Ditfurth nun alle Kosten, auch die von Elsässer tragen muss.

Die Frage an das von Peter Ullrich am hier in Rede stehenden Vortragsabend geortete Dunkelfeld des Antisemitismus wäre daher, ob Elsässer Antisemit ist, seine Äußerungen antisemitisch konnotiert sind. Diese Aussage öffentlich, als reale Person sich zueigen zu machen, das dürfte gewissen Mut erfordern, sind daher gängige semantische Begrifflichkeiten gefordert:

Die Aussagen intendieren, oder sind anschlußfähig, in der Regel äußerst umstritten, bedienen sich althergebrachter Argumentationsfiguren, sie sind daher die gängigen, eher weniger mutigen Zuweisungen in diesem Diskurs; eben jenseits der Schulhöfe, Spätis und (muslimischer) Jugendbanden ...
 

Nachtrag bzw. Anmerkung V / 29.11. 2015

Und noch ein Exkurs, jenseits der von Peter Ullrich erkannten Dunkelfelder, dieser Mutter aller intellektuellen Niederungen. Per Definition hoch wissenschaftlich sogar, möglicherweise im verbalen, vergeistigten Umfeld des oben im Blogtext bereits erwähnten Samuel Sazborn angesiedelt darf das hier Thematisierte verstanden werden.

Es geht -ein weiteres Mal- um den oben ebenfalls bereits erwähnten Jakob Augstein, seines Zeichen Spiegel-Kolumnist und nach wie vor Herausgeber der Wochenzeitung Freitag. Was in der Branche selten passiert, das wurde Augstein dennoch zuteil, wollten dem global angelegten Ranking des Simon-Wiesentahl Center hierzulande die Großmedien und der weitere gesellschaftspolitisch angelegte Diskurs nicht folgen. Selbst Vertreter jüdischer Organisationen sprachen sich verstehend im Sinne von Augstein aus, standen dann lediglich noch H.M. Broder, Patrick Gensing und die Hardcore-Antideutschen auf Seiten des SWC. Nun jedoch, vor einigen Monaten wurde intellektuell nachgerüstet, gibt es eine neue Studie, welche zumindest ein dahingehend erforderliches Merkmal erfüllt:

"Geisteswissenschaftlicher Grauschaum auf sprachlich hohem Niveau"

In aller Bescheidenheit wurde dazu hier auf der Website bereits eine Rezension der Rezension verfasst, scheint jedoch außer der dort zitierten Jungle World, der erwartbar unvermeidlichen Branchengrößen niemand von dieser Studie Notiz nehmen zu wollen. Verständlich, außer den Autoren selbst mag sich wohl niemand von seriösem Rang und Namen auf dieses doch so wissenschaftlich ausgeleuchtete, nichtdunkle Dunkelfeld einlassen.


Nachtrag bzw. Anmerkung VI / 14.12. 2015

Antisemitismus ist lediglich eine negative Attributierung, welche Xavier Naidoo von interessierter Seite gern unterstellt wird; subtil bis offen und dem Delinquenten eher ein lediglich geringes intellektuelles Niveau attestierend. Die Frage wäre dabei, ob dieser Antisemitismus ebenfalls zu dem von Peter Ullrich georteten Dunkelfeld, ggf. der Schulhöfe und Jugendbanden zählt. Zumindest schließt der Text von Said Rezek im MiGazin  hinweisend, ein Stück weit auch wertend an die Causa Benz an.

Ob "Empörung" das richtige Wort ist, das sei mal dahin gestellt, würde ich eher von einer in der Deckung bleibenden, dennoch politisch korrekt vorgetragenen, derzeit systemfromm angesagten Ambivalenz sprechen. Schon der Anrisstext

"Xavier Naidoos Lied „Muslime tragen den neuen Judenstern“ hat eine Welle der Empörung ausgelöst."

ist (wohl bewußt) falsch gewählt, eher als Trigger für die entsprechende Klientel zu verstehen, hat es Rezek dann auch in seinem Text bei derFreitag so nicht wiederholt. Das Lied trägt einen ganz anderen Titel und auch die Intention ist viel weiter gefaßt, als diese eine Zeile, bei der dann die Antideutschen, die Ruhrbarone et al. natürlich reflexartig aufheulten; ob dieser Blasphemie ... Andere Textfragmente wären ebenso zu diskutieren und genau Rezeks Verdrehung macht dann diese Zeile eher wahr:

"Nie mehr Krieg, nie mehr Krieg! Wenn wir das nicht sagen dürfen, dann läuft doch etwas schief"

Naidoo führt natürlich keinen akademischen Diskurs und (seine) Kunst im weitesten Sinne darf alles, sie darf nicht nur, sie muss sogar provozieren, wehtun, zum Reflektieren auffordern. Es sei denn -und damit hat man ja gerade hierzulande entsprechende Erfahrung- sie wird als "entartet" klassifiziert; und heute im Rahmen eines wieder auflebenden McCarthyismus von links auf den Index gestellt.

Allerdings, und das hebt Said Rezek aus blindem, systemisch korrektem Bashing dann doch etwas heraus, so hat er den Schuß wohl durchaus gehört. Ein softer Knall, welcher über dieses -wenn es denn hilft- auch als trivial zu bezeichnende Liedchen hinaus hallt; in Sachen eines bereits erfolgten, zukünftig möglicherweise noch relevanter werdenden (auch) akademischen Diskurses.

Genau da findet sich dann auch die Anschlußfähigkeit hier zu einem anderen Blogtext, der Thematik des IMV.

Auf die Causa Wolfgang Benz weist Rezek hin, und wenn er ganz wissend, personifizierend anmerkt, dass auch bei Benz die Empörung dominiert, so wäre doch bitteschön gleich anschließend ein Link zu erwarten, auf einen Text unter dem Rezek die von ihm vermisste inhaltliche Auseinandersetzung führt. Meine Erinnerung -gern an anderer Stelle zu vertiefen- ist eher diejenige, dass inhaltlich beispielsweise Micha Brumlik für Wolfgang Benz Partei ergriff, diesen gegen die unterirdischen Anwürfe der Küntzels und Henis, der Broders, der üblichen Verdächtigen verteidigte.


Nachtrag bzw. Anmerkung VII / 17.12. 2015

Antisemitenjäger unter sich; und wieder jenseits der Spätis und der Schulhöfe - frei nach Peter Ullrich.

Götz Aly wird in der Branche immer mal gern zitiert, wenn er den sekundären, den tertiären, den strukturellen und anderweitig modernisierten Antisemitismus erkennt, kraftvoll auch gleich die passenden (natürlich) Biodeutschen dazu entlarvt. Clemens Heni dagegen ist etwas feiner, akademischer unterwegs; und wenn sich dahingehend kein Delinquent anbietet, dann darf es eben auch der Götz Aly sein, hat dieser zumindest ein offenkundiges  Ressentiment gegenüber Israel, faselte eh' und seine spontane antiisraelische Agitation spricht Bände.

Heni schaut dann mal vom wissenden Olymp herab, fragt "Wie trivialisiere ich Antisemitismus?, Teil 58: Götz Aly" - und stellt das dann auch gleich mal fest; auf hohem Niveau, versteht sich. Zuerst eine kleine Aufwärmrunde über den Spiegel zur SZ., dürfte es nach dem Statement des SWC doch auch für Peter Ullrich einfacher werden, Antisemitismus zu erkennen - soweit der Geruchssinn noch intakt ist ...

"Das Simon Wiesenthal-Zentrum in Israel hat die "Süddeutsche Zeitung" wegen der Zeichnung scharf kritisiert. "Ohne Zweifel riecht diese Karikatur nach Antisemitismus", sagte der Leiter Efraim Zuroff am Dienstag."


Wenn nunmehr Aly die FAZ, deren Autor Michael Hanfeld ähnlich (vergleichend?) einordnet, dann darf der Heni doch schon mal fragen:

"Was hatte Hanfeld verbrochen, dass er mit Hitler verglichen und ihm Antisemitismus unterstellt wird? Hat er Zuckerberg als Juden diffamiert, ihn antisemitisch karikiert wie die SZ letztes Jahr, oder von geheimen Mächten fabuliert, die die Welt beherrschen oder aussaugen wollten?"

Weiter im O-Ton Heni:

"Dabei analysiert Hanfeld lediglich die Mechanismen des Neoliberalismus, böse Stimmen würden sagen: des Kapitalismus in seiner heutigen Form."

Ja merkt er nicht einmal, dass diese Entschuldigung , die Verteidigung von Hanfeld doch zumindest Antiamerikanismus intendieren kann, gar neurechts anschlußfähig ist? Heni, Heni, wenn das der Götz zu lesen bekommt ...

Und ein Bonmot vielleicht noch am Rande, wenn Pack sich schlägt und mit Sicherheit bald wieder verträgt.

Dieses "... antisemitisch karikiert wie die SZ letztes Jahr..." lohnt der Hinterfragung; ganz ohne Clemens Heni, der sich dahingehend wohl verweigern würde, von dieser typischen, plötzlich einsetzenden Beisshemmung befallen sein dürfte - soweit es um jüdische Kritiker Israels geht. Diese Karikatur illustrierte eine Rezension, das mittlerweile in deutscher Übersetzung erhältliche Buch "The Crisis of Zionism" von Peter Beinart; in den USA ausführlich besprochen und recht kontrovers, inhaltlich diskutiert. Hierzulande dagegen gab es kaum Resonanz, lediglich ein (antideutsches) Aufheulen wegen eben dieser Karikatur ...

 

Kommentare

Salaam-Schalom Initiative hat eine Veranstaltung geteilt.
23. November um 07:51 · Berlin ·

"Wir, die Juden Berlins und unsere nichtjüdischen Freunde, erheben unsere Stimme gegen die völlig inakzeptablen Äußerungen des Zentralrats. Wir erwarten, dass der Zentralrat der Juden sich für die Unterdrückten dieser Welt einsetzt, statt gegen sie zu hetzen."

https://www.facebook.com/events/1511056262555162/

Zu der Kundgebung hatte eine Facebook-Gruppe unter dem Motto »Nicht in unserem Namen – Juden gegen Rassismus« aufgerufen. »Wir schämen uns für und distanzieren uns ganz ausdrücklich von den rassistischen Aussagen Josef Schusters«, hieß es auf Facebook.

Bei der Kundgebung sprachen unter anderem der Rabbinatsstudent Armin Langer und der Publizist Micha Brumlik. Die Demonstranten zündeten Kerzen an und hielten Schilder hoch. Auf einem Plakat stand auf Hebräisch: »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst«. Außerdem wurde zur Aufnahme von »sechs Millionen Flüchtlingen« aufgerufen.

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/24019

" Doch die jungen Israelis, Ungarn und Deutschen sind nicht gekommen, um Termiten zu bewundern. Ihr Anliegen ist politisch: Sie wollen die Moscheegänger dafür gewinnen, sich an einem Videoprojekt von »Salaam-Schalom – Eine Initiative für ein friedliches Zusammenleben in Neukölln, Berlin und Deutschland« zu beteiligen."

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/18325

Bild des Benutzers ebertus

das passt! Als wenn ich es geahnt hätte; siehe dazu sowohl im Text als auch im Nachtrag III

Habe zwar keinen FB-Account, aber dieser, mein schlichter und relativ spontan formulierter Text wird sich schon irgendwann, irgendwie die vielleicht interessierten Menschen aus der Initiative oder gar dem Umfeld der TU suchen; wird sie finden.

Danke für das Hinterher-Recherchieren!

... wenn drei jüdische männer auf toilette gehen ... die flucht und vertreibung zweier von ihnen endete übrigens im anti-kriegs-café

aber lesen kann man ja auf facebook ohne dort mitglied zu sein:

" Manchmal schreibt das Leben selbst so lehrreiche Geschichten, die nicht einmal die beste Fabel so eindrucksvoll auf den Punkt bringen könnte. Vielleicht meint Micha Brumlik deshalb klarstellen zu müssen, dass er die Geschichte nicht so erzähle, damit die Pointe gut ist, sondern weil sie sich tatsächlich so zugetragen habe. Micha Brumliks jüdische Mutter war nämlich vor dem deutschen Nationalsozialismus nach Paris geflohen, musste aber auch Frankreich verlassen, als das Land besetzt wurde und seine Mutter nur knapp einer Deportation entkam. Sie wurde dabei von einer französischen Fluchthilfeorganisation unterstützt – Und es war ausgerechnet ein syrischer Student, der ihr half, unbemerkt aus der Stadt zu fliehen. Paris, ein jüdischer Flüchtling, ein syrischer Fluchthelfer – An dieser Geschichte scheint alles zu stimmen, um als Antwort auf Josef Schusters gestriges Interview zu dienen.

Bei Kakao und Tee sagt er, dass sie ihm vom syrischen Fluchthelfer zum ersten Mal berichtete, als er vierzehn war: „Das hat mich tief beeindruckt und brannte sich in mein Gedächtnis ein. Ich habe auch deshalb ganz persönlich das Bedürfnis, mich für Flüchtlinge einzusetzen.“

https://de-de.facebook.com/salaam.schalom.initiative

Bild des Benutzers ebertus

auf dem Bild  bin ich enthalten, zu sehen.

Die besorgte Bourgeoisie schäumte als bekannt wurde, dass Xavier Naidoo für den Song Contest 2016 in Stockholm nominiert sei. Reaktionäre aus antideuschen und neokonservativen Lagern und ihre willfährigen Helfer haben einen Scheissesturm losgetreten, der seinesgleichen sucht.
Es hat sich bewiesen und gezeigt unter welcher Maske die Wohlgesinnten ihre Fratze verbergen und vor allem ist nun der pseudointellektuelle Mob offengelegt, der schon einen großen Beitrag leistete als im Jahr 2015 die neue Friedensbewegung „Friedensmahnwachen“ übelst vorgeführt wurde.

Die vermeintlich „linksliberale“ Zeitung „der Standard“ lässt nun einen ihrer journalistischen Schoßhunde von der Leine und so schreibt Doris Priesching im Standard über Xavier Naidoo:

Sie schreibt, „Denn es ist ja nicht so, dass der Barde erst, seit er Andreas Gabalier coverte, im rechten Eck eine Art Oberkakerlake spielt.“

http://gruppe42.com/2015/11/22/leider-geil-nazi-sprech-im-linksliberalen...

Bild des Benutzers ebertus

was diesen Plot des neokonservativen Lagers gegenüber Naidoo&Co. anbelangt.

Hatte es vor einigen Tagen bereits in einem Kommentar bei der FC geschrieben, wird dieser Plot nicht ohne Folgen im Bereich von Kunst und Kultur, bei kritischen Intellektuellen und Literaten etc. bleiben.

Wie damit und beinahe visionär vorweggenommen, so haben jetzt mehr als einhundert Prominente eine Solidaritätsbotschaft für Naidoo gezeichnet. Darunter, so scheint mir, auch potentielle Kandidat_innen für den ESC. Es wird für die politisch Korrekten, für die McCarthy-Jünger, die informell gleichgeschalteten Wahrheitsmedien nun wohl immer schwerer, müssen die alle  doch nun auf den Index.

Einmal mehr Interessant und hier zum Blog (Nachtrag II) äußerst bezeichnend ist die selektive, Wesentliches weglassende Berichterstattung unserer Großmedien -hier der Tagesspiegel- zu dieser Aktion. So versucht man natürlich sofort diese Solidaritätsadresse irgendwie zu diskreditieren, macht das an den gut 67.000 Euro fest. Gerade wegen der Antisemitismusvorwürfe gegen Naidoo hätte jedoch zwingend erwähnt werden müssen, dass der genannte Initiator, Marek Lieberberg, jüdischen Glaubens ist, das Kind jüdischer Flüchtlinge. Das kann man bislang sogar in der deutschsprachigen Wikipedia nachlesen, wartet da wohl jetzt viel Arbeit auf die anonymen Autoren, müssen doch alle UnterzeichnerInnen jetzt neu bewertet werden..

... was auch hier passen könnte habe ich gerade in den völkerrechtsblog geschrieben "der schuß" hören ... den dann "alle zusammen" als signal wahrnehmen ...

es wird für mich immer schwieriger die inhalte thematisch einem blog zuzuordnen - dazu hatte ich schon bei costa diesen vortrag von dirk baecker verlinkt, der jedoch höchste konzentration erfordert und mich an meine grenzen bringt - doch besser sich an geistige grenzen zu bewegen (und zu erweitern versuchen), als an dumpf-medialen +realen nato-draht ...

>>> also mit das klügste, was ich so gehört habe ... aber noch nicht bis zuletzt verstanden habe ... aber die junge neue internet-generation scheint am ball ... und ich versuche den anschluß nicht zu verlieren ...

http://aufwachen-podcast.de/

naja, das zahlen+geld-gequatsche zeigt nur die fixierung der geistig+seelisch armen ... ob nun obergrenz-zahlen oder was auch immer ... MENSCHEN haben keinen zahlenwert und wer dies nicht trennen kann hat meiner meinung nach kein "menschenrecht" sich ernsthaft über menschen zu äußern, wenn er sich selbst (und allen milliarden anderen) kein "preisschild" dabei umhängt und auf den "freien markt" stellt ...

aber mal noch was GANZ!! anderes:

ein lebendiges beispiel für friedlich-harmonische "querfront" und toleranz, welches vielen sogenannten menschen weniger zugänglich ist als anderen lebendigen wesen

https://www.youtube.com/watch?v=8kSb8FFsMmY

In Dänemark hat man derweil – ganz demokratisch, per Mehrheitsentscheidung im Parlament – beschlossen, die Wertgegenstände Geflüchteter staatlich einzuziehen. Was sind das für Wertgegenstände? Ein wertvoller Ring, den man mitnahm, um in der Not zu haben? Ein einsames Erinnerungsstück aus dem Familienschatz? Ein Smartphone, das die einzige Verbindung in die alte Heimat ist und das Überlebenstool Nummer 1? Ein Bündel Dollar, die man über alle Grenzen und das offene Meer geschmuggelt hat, als Startkapital für ein neues, besseres Leben?
Wer sagt eigentlich, dass Geflüchtete arm zu sein haben? Thomas Mann kam als reicher Mann in die USA und er verließ die USA als reicher Mann. War er deswegen kein politischer Emigrant?
Der dänische Staat wird zum Dieb am persönlichen Eigentum von Geflüchteten. Und wir ringen währenddessen nicht nur begrifflich um “Transitzonen” oder “Registrierungszentren”, um “Obergrenzen” und “Kontingente”.
“Der Nationalsozialismus hat sich vorsichtig, in kleinen Dosen, durchgesetzt – man hat immer ein bisschen gewartet, bis das Gewissen der Welt die nächste Dosis vertrug”, schrieb der Schriftsteller Stefan Zweig.
Das galt ganz besonders für die Entrechtung ganzer Bevölkerungsgruppen, für den Weg von ihrer Stigmatisierung bis zur physischen Vernichtung. Der Holocaust wurde sorgfältig vorbereitet – als eine Serie von kleinen, für sich genommen überschaubaren Verwaltungsakten.

“Erwarte keine andere Antwort als die Deine”, schrieb Brecht … im Exil."

https://prinzchaos.wordpress.com/

kann sich nach meiner erfahrung entwickeln, wenn sich die "sensiblen, integeren und nicht NUR dem persönlichen wohlstand und vorteil "verpflichtet fühlenden" PROMINENTEN öffentlich positionieren. einerseits durch ihre werke ... theater, literatur, musik ... usw. und darüberhinaus durch mediale öffentlichkeit, welche nicht nur ihr werk, sondern auch ihre gesellschaftskritik als BÜRGER ermöglicht. >>> also der "bürgerliche mittelstand" >>> prominente künstler, wie auch wissenschaftler und mutige journalisten >>> solidarisieren sich FÜR ethische werte, welche sie aus ihrer persönlichen unabhängigkeit+prominenz heraus frei äußern können >>> und somit der gesellschaftlichen "fan-gemeinde" eine alternative (vision und haltung) zum macht-eliten-egoismus der eigenen klientel ermöglichen.

jeder mensch der gesellschaft hat dann wie die wahl ... die m.m.n. immer von der "politik" wegführt (afd) ... wenn er merkt, wie PRIVAT das politische ist ... (also NICHT demokratisch und gerecht)

die anzeige in der fas - aber auch die solidarisierung von prof. mausfeld mit nds, ken jebsen, free21 org, propagandaschau, m&r, tilo jung, rt-deutsch, dwn, dirk müller, prinz chaos .... undundund schreitet beachtlich voran, selbst wenn ich einige unterschiedlichkeiten und brüchelchen sehe, scheinen die überwindbar ... zumindest in bewegung in eine gute richtung >>> und ja, es wird noch viele "bewegungen" (und stürme) geben ... aber auch viel hoffnung, dass es nicht alternativlos idiotisch ist und bleibt.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=27333

" Wien – Der Verein “Medienjournalismus Österreich” hat bei seiner Generalversammlung STANDARD-Medienredakteurin Doris Priesching einstimmig als Obfrau wiedergewählt. …
Der Verein “Medienjournalismus Österreich” (MÖ) wurde im Sommer 2003 gegründet, mit dem Ziel eine “kritische Öffentlichkeit gegenüber der Medienlandschaft” herzustellen. Der Verein wendet sich dezitiert gegen Bestrebungen, “die unabhängige Berichterstattung über Medien zu verhindern, zu manipulieren oder auf sie Druck auszuüben”."

http://derstandard.at/1397301996424/Doris-Priesching-als-Obfrau-der-Medi...

" Letzteres war im Grunde ein Beispiel für die intakten "Selbstreinigungskräfte" in der ARD. "

>>> ist eine selbstdarstellung auf der seite des ndr:

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/ESCalierter-Aerger-Wie-weite...

der Begriff ““Selbstreinigungskräfte” wurde von Heydrich als Synonym für die Judenvernichtung benutzt. Das geht bereits strafrechtlich an die Grenze!

http://shoaportalvienna.com/2014/12/02/himmlers-generalstabsplan-reichsk...

Orwell war ein optimistischer Naivling !

“Im Namen der Toleranz

Auf der offiziellen Internetseite des Europaparlaments findet sich seit einigen Tagen ein Dokument, welches für die Zukunft der Europäer nichts Gutes verheißt. Der »EU-Ausschuss für Toleranz« (European Council on Tolerance and Reconciliation) hat es erarbeitet.

Hinter der nichtssagenden Überschrift des »Toleranzpapiers« verbirgt sich die Forderung, dass das Europaparlament »konkrete Maßnahmen« ergreift, um Rassismus, Vorurteile nach Hautfarbe, ethnische Diskriminierung, religiöse Intoleranz, totalitäre Ideologien, Xenophobie, Antisemitismus, Homophobie und »Antifeminismus« zu »eliminieren«.

Dazu sollen in Ländern wie Deutschland etwa die Meinungsfreiheit, die Kunstfreiheit sowie die Wissenschafts- und Pressefreiheit eingeschränkt werden. Eingeführt werden soll Stattdessen ein »Toleranzzwang« und eine neue EU-Superbehörde, welche die Umsetzung entsprechender Maßnahmen überwacht.

Im Klartext: Beispielsweise jegliche Kritik am Feminismus wird künftig innerhalb der EU verboten. Auch die Kritik an politischen Parteien und ihren Bewegungen -etwa Sozialdemokraten oder Ökobewegung – ist dann unter Strafe gestellt. Man reibt sich da als Demokrat verwundert die Augen.”

https://www.youtube.com/watch?v=yys_eSotF-k

Die “Zeit” hat mal wieder den nächsten Lobbyisten an den PC gelassen:

http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-11/debattenkultur-internetkampagnen-v...

Der Herr Freytag gehört zur INSM, also kein wunder.
TTIP- und Fracking-Gegner werden hier mit PEGIDA gleichgesetzt.

Der ganze Artikel ist blödsinniges Lobbyisten-Gesülze, nicht die Mühe wert das auseinander zu nehmen.
Die scheinen langsam echt verzweifelt zu sein, wenn die inzwischen mit Argumenten wie “bist Du gegen uns, dann bist Du PEGIDA” kommen.

Was kommt als nächstes? TTIP-Gegner sind Pädophile oder Antisemiten (die Richtung wird ja schon mit dem im Artikel erwähnten Antiamerikanismus eingeschlagen)?

hier noch was zum hintergrund aus meiner ostdeutschen verschwörungssicht:

Wieder so ein West-Professor, der nicht gut genug für die seine Herkunftsunis war und deshalb in den bösen Osten abgeschoben wurde. An den Ost-Unis trampelt ein großer Haufen dieser gescheiterten Existenzen rum, die damals die ganzen Lehrstühle bekommen haben, weil die sonst keiner wollte, man ja aber alle Ostler entlassen musste, wegen ideologischer Diskrepanzen etc. pp. Deshalb existiert an ostdeutschen Universitäten ein eigenartiger Mix aus elitär-bürgerlicher Mischpoke, die sich aufgrund des Ossi-Hasses und gegenüber der ostdeutschen Kultur in den Elfenbeinturm des Neoliberalismus geflüchtet hat.

Soweit ich mich erinnern kann, habe ich von diesem Namen schon einmal etwas in Verbindung mit der Hayek-Gesellschaft gehört. Hier ein paar Links, gegen so viel Rechts:

https://lobbypedia.de/wiki/Jenaer_Allianz

https://lobbypedia.de/wiki/Konrad-Adenauer-Stiftung

https://lobbypedia.de/wiki/Bund_Katholischer_Unternehmer

https://propagandamelder.wordpress.com/2015/11/30/propagandameldungen-vo...

ich lese ja noch die fc - kann dort aber nicht mehr kommentieren - doch die diskussion ist ja nicht auf diesen ort dort beschränkt ... zum glück:-) ... denn das, was mich wirklich interessiert wird doch selten diskutiert ... also wage ich mich hier an ein thema ran, welches scheinbar von "jedem anständigen menschen" sonnenklar schon beantwortet ist ... also nur ein thema sein kann, welches "das pack" noch nicht geschnallt hat und somit in die rechte ecke entsorgt ist. würde man jedoch genau die gleichen beurteilungsmaßstäbe bei anderen "aktionen" anwenden >>>> und dafür bin ich = für gleichbehandlung) >>> dann sehe "das leben" ganz anders aus (nsu und nsa reichen mir da als beispiele völlig aus) .

es geht mir um diesem blog:

" Verschnaufpause für die Linkspartei

Themenwechsel Vor ein paar Jahren hackten alle auf Wagenknecht, Lafontaine und Gysi herum. Jetzt gibt es die AfD.

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied hoipolloi

Ich erinnere mich, da wurden vor nicht allzu langer Zeit die Politiker der Linkspartei in den Medien täglich verrissen, allen voran von den regierungstreuen Öffentlich-Rechtlichen. Eigentlich hatten Wagenknecht, Lafontaine und Gysi ein Menge interessante, intelligente Dinge zu sagen. Über Neoliberalismus, über korrupte Parteien, über Lobbyismus. Das hat dem Establishment nicht gepasst, und dann hat man Gegenmeinung gemacht, wo es ging. Und es hat prima funktioniert. Heute nimmt kaum noch einer die intelligenten Leute bei der Linkspartei wahr, auch wenn man sagen muss, dass es von denen immer weniger gibt, oder dass sich zumindest immer weniger von denen zu Wort melden.

Egal. Jetzt gibt es die AfD, und wieder wird am Establishment gerüttelt. Wieder wird zurückgeschlagen, was das Zeug hält, und ganz vorne mit dabei die Öffentlich-Rechtlichen. Einziger Unterschied heute: Beim AfD-Bashing machen nun auch die Linken in jeder Form und Funktion freudig mit. Ob linke Politiker, linke Theatermacher, linke Pädagogen oder linke Journalisten, jeder fühlt sich berufen und auf eine warme, wohlige Weise mit den Gleichdenkenden verbunden. Als es damals gegen den Neoliberalismus, die Korruption und den Lobbyismus ging, kann ich mich nicht daran erinnern, dass die Rechten da laut, diffamierend und polemisch einfach kontra gemacht haben.

Macht aber nix. Hauptsache, wir haben heute Spaß und kämpfen für eine gute Sache."

https://www.freitag.de/autoren/hoipolloi/verschnaufpause-fuer-die-linksp...

dazu "erlaube" ich mir mal die reine gedankenübung:

" Die Alternative für Deutschland lehnt den geplanten Bundeswehreinsatz im Syrien-Konflikt kategorisch ab. Mit großer Mehrheit billigten die Delegierten des Bundesparteitags in Hannover eine entsprechende Resolution. Zugleich wurde der Parteivorstand beauftragt, eine verfassungsrechtliche Prüfung einzuleiten.

Deshalb fordere die AfD die Aufhebung aller gegen Russland gerichteten Sanktionen und die Wiederherstellung normaler Beziehungen zwischen Nato, EU und Russland. Die Annexion der Krim dürfe dem nicht entgegenstehen. Darüber hinaus lehnt die AfD es nach eigenen Worten ab, der Türkei, "die unter ihrer gegenwärtigen Regierung eine zunehmende Islamisierung erfährt", eine Torwächterrolle für Europa zuzubilligen."

http://www.n-tv.de/politik/AfD-stellt-sich-gegen-Syrien-Einsatz-article1...

selbst "die welt" kam neben persönlichen beleidigungen für sie nicht umhin, ihr intelligenz und sinnvolle argumente zu bescheinigen, über die das land dringend diskutieren muß ...

http://www.welt.de/vermischtes/article149475636/Plasberg-und-die-Alterna...

http://www.welt.de/vermischtes/article149472395/AfD-Chefin-Petry-quassel...

und finde dann noch weitere "massen-meldungen" (wie merkels willkommensrufe, die auch bis in die flüchtlingslager außerhalb europas gedrungen sind ... und denen sich auch die bild-zeitung angeschlossen hat) ... und völlig sich widersprechende gedanken (die ja gar nicht sein dürfen???) sind dann da. hat jetzt jeder seinen "vorzeige-privatflüchtling" ??? sage mir, wie du zu flüchtlingen stehst und ich sage dir, wer du bist als medienkampagne für eine ganz bestimmte schicht zur "moralaufhellung" in den "dunklen zeiten" ??

" Über 820 Frauen, Kinder und Männer frieren und hungern bei Minusgraden vor dem #LaGeSo. #Czaja wo sind Sie und Ihre leeren Versprechungen??

#annewill Wer hat das Kind vom #Lageso entführt und umgebracht, ein #Flüchtling oder ein Deutscher? #annewill #Flüchtlingskriminalität"

https://twitter.com/hashtag/lageso?f=tweets&vertical=default&src=hash

http://www.sueddeutsche.de/panorama/asylbewerber-in-deutschland-veronica...

http://www.welt.de/vermischtes/prominente/article149476655/Ferres-und-Ma...

http://www.stern.de/panorama/gesellschaft/veronica-ferres-und-carsten-ma...

https://www.ndr.de/unterhaltung/leute/Ferres-und-Maschmeyer-beherbergen-...

>>> und unzählig weitere medienberichte ... naja, war ja höchste zeit ... die familien mußten ja schon wieder ausziehen ... also schnell VORHER noch ein paar fotos und unsaubere berichte über die hintergründe ...

ps. ich finde viele mitglieder der afd gruselig - und die msm-medien führen dies völlig berechtigt vor

ich weiß nicht genau, wieviel pegida in der afd steckt

ich weiß, dass herr maschmayer viele menschen betrogen hat

ich weiß, dass es den linken an selbstkritik und den notwenigen schlußfolgerungen fehlt, dass sie systematisch jahrelang zu unrecht diffamiert wurden und sich aber auch eher um machterhalt, als um soziale probleme im land gekümmert hat ... in diese lücke ist die afd gesprungen ... und zum konkurrent geworden, ja soger zur einzigen wirklichen opposition, die mit dem rechten rand kooperiert (da der linke versagt hat) ... welcher ja für die bildungsfernen mit ihren "nur" alltagsproblemen ohne theoretisches wissen der zusammenhänge ... mit "einfachen" gut-böse-erklärungen leicht zu gewinnen ist, welche jedoch ganz "pragmatische" angebote macht.

also nix für die afd - aber(!) ein genereller stempel ist für keine bewegung oder partei hilfreich ... es geht immer darum, den kleinsten gemeinsamen nenner FÜR eine lösung zu suchen ... bei ständiger inhaltlicher diskussion