10 Aug 2017

Hate Speech; auf zu neuen Höhen

Submitted by ebertus

Eigentlich war es abzusehen, gibt es offensichtlich auch guten Hate Speech, soweit der Sprecher bzw. (hier) die Sprecherin zu den per Definition Guten zählt.

David Berger berichtet über einen Fall, der vom Inhaltlichen doch eigentlich eindeutig ist. Und David Berger ist schwul, bin ich als Überbringer der Botschaft dahingehend zumindest auf der sicheren, der eigentlich guten Seite. Die von Facebook erst gesperrte und dann geadelte "Haterin" ist mir mangels TV-Gerät auch nicht so wirklich bekannt. Sie soll jedoch, nach allem was man so hört, in Sachen Russland vs. Ukraine auch auf der Seite der hierzulande olivgrün-transatlantisch Guten angesiedelt sein.

Im Gegensatz zu dieser guten Haterin ist der genannte David Berger wohl kein wirklich Guter; wie andere Beiträge auf seinem Blog vermuten lassen. Er ist zwar homosexuell, aber das kann ja in guten und besten Kreisen schon mal vorkommen ...

Im ernst, und wenn die Qualifizierung von Hate-Speech derart auf den Kontext, die (ironische) Metaebene, oder wie im vorliegenden Fall gar auf die Person abgestimmt und ggf. toleriert werden muss, was will dann Googles Perspective eigentlich ausrichten?
 


Da ist nichts intelligent, sind die auch heute nicht weiter als zu Zeiten von ELIZA; worüber ich als angehender Programmierer bereits in den 80ern schmunzeln musste. Insofern scheint es eigentlich konsequent, dass Big Brother das Beurteilen auch weiterhin an willfährige, reale Menschen delegieren wird. Facebook stellt dafür und wie aktuell zu lesen ist, wohl gerade die nächsten Hundertschaften ein; via Outsourcing, wie es sich stringent neoliberal gehört.

Realistischer erscheint mir daher der proaktive Weg, den Norbert Häring und mit Blick auf Google beschreibt.

Und last but not least will wohl jetzt sogar Mozilla auf den Zug der Guten aufspringen. Zeit für einen neuen Browser ...?

Kommentare

Ich selbst bin ja aus Mangel an tieferer Kenntnis und einem Übermaß an Bequemlichkeit tief in den Labyrinthen Googles gefangen.
Auch wenn man den dortigen Hauptlingen sicher nicht zu Unrecht ziemlich alles Böse unterstellt und damit noch immer zu gut von ihnen denkt - sie machen ihre Sache so verdammt gut.

Gibt es ernst zu nehmende Suchmaschinen, die, unabhängig davon, dass sie vielleicht weniger relevante Resultate bringen, nicht von einfach nur anderen Giganten mit gleicher oder ähnlicher Agenda betrieben werden?

Gibt es eine ähnlich gut funktionierende Möglichkeit, Aufgaben, Termine, Kontakte, Mails über verschiedene Geräte hinweg zu verwalten?

Ist man, wenn ja mit einem Androiden telefoniert und nicht rooten kann und mag, nicht geradezu mit Ketten an den Google-Felsen geschmiedet?

Bei den Browsern, Schande über mich, nutze ich Chrome. War das nicht ursprünglich auch mal ein Mozillaklone?
Zurück zu EDGE isses doch auch irgend wie nicht. Vielleicht was nettes aus Nordkorea?

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es recht aussichtslos ist.
Außer abschalten.

Merkwürdige Welt......

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aber die Alternativen sollten das kritisch-hinterfragende Einlassen schon wert sein.

Kleine, lokale Provider und Dienstleister scheinen mir daher das Mittel der Wahl. Die Termiten laufen bei Alfahosting, einem eher kleinen Provider aus Halle. Außerdem unterhalte ich noch einen Account zum allfälligen Testen bei Manitu, einem kleinen Provider im Saarland.

Für Mails etc. ist wohl der kleine Berliner Provider Posteo das Tool der Wahl. Hier kann ich Aufgaben, Termine, Kontakte, Mails über verschiedene Geräte abgleichen und gleichzeitig einen relativ hohen Sicherheitsstandard nutzen. Natürlich mit dem IMAP-Protokoll mit einem optional genutzten Client (Thunderbird) auf PC und Laptop. 

Das Vorgenannte funktioniert auch unter Android, wobei es dort und ohne das Rooten der Geräte eher unsicher sein mag.

Als Suchmaschine nutze ich Startpage, welche zwar wohl auch auf Google zugreift, aber anonymisiert. Und, mein Eindruck bei gelegentlichen Vergleichen, tauchen in den Ergebnislisten von Startpage weniger von Google gesponserte Werbeeinträge auf.

Als Messenger ist Threema meine erste Wahl und diese Schweizer (nicht mal Russen ...) werden sich mit ihrem jüngsten Projekt nun wohl endgültig in die Ecke der Terror-Sympathisanten einordnen lassen müssen. Sich bitteschön selbst zu schützen war doch nach Snowden das eher hilflos-schnellschüssig, politisch-großmedial überbrachte Credo. Ok, machen wir ...

Googels Idee, dass wahr nur ist, was bei ihnen auf den ersten pages erscheint, hat schon was sehr überzeugendes.
Das ist es, warum unser Wahrheitsminister darauf besteht, Einfluss auf die Algorithmen nehmen zu können, um die von ihm per ÖR erfundenen Wahrheiten da auch platzieren zu können.
Das alles beeindruckt schon sehr, weil es so gar nicht heimlich und hinterhältig passiert.
Zieht man die Phrasen zur Bekämpfung des Hasses einfach ab, so kann doch niemand verborgen bleiben, worum es den irren Weltenlenkern geht.
Aber egal. Ihre Ermahnung ernst nehmend, zumal ich es schon immer im Kopf hatte, habe ich mit der Scheidung von Google begonnen. Leicht ist das nach einer so langen Beziehung nicht. Man weiß, dass man nicht mehr gut für einander ist. Aber man hat sich so aneinander gewöhnt.

Posteo hatte ich schon einige Zeit auf dem Schirm. Spiele gerade damit rum. Zumal es bei einigen meiner Freunde zunehmend peinlicher wird, mit einer Gmail-Adresse unterwegs zu sein. Kontakte und Mails zu importieren ging sehr einfach. Wie es aussieht, aber da will ich noch nicht voreilig sein, gibt es keine Lösung für tasks und der Import des (Haupt)Kalenders scheiterte an dessen Größe, Egal ob über den ,, Umzugsservice" oder per Umweg über ical.
Mal sehen, an diesem Wochenende soll schlechtes Wetter sein. Zeit zum Lesen, Spielen, Testen.
Eine Alternative zu Chrome auf dem Handy wird auch nicht leicht. Opera, das ich wegen seiner sehr gescheiten Darstellung von Texten gut finde, hat eine fatale Neigung zum Absturz.

Aber eine weitere, vermutlich eher doofe Frage: Wenn ich einen externen Emailclienten nutze, egal ob den rudimentären von Win 10 oder Thunderbird, werden dann die Daten vom Posteo-Server Zu mir verschlüsselt übertragen? Oder Kann da im Prinzip auch jeder mitlesen. Egal ob in Redmond oder bei meinem Zugangsprovider?

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das geht so einfach nicht, erfolgt die Übertragung verschlüsselt (TLS).

Aber da es keine EndezuEnde-Verschlüsselung ist, könnte der Provider natürlich mitlesen. Oder der Staats-Trojaner auf dem eigenen PC.

Was relativ sicher scheint bei Posteo, das ist die weitgehend unterbundene Zuordnung von Postfach, Bezahlsystem und realem Nutzer. Man kommuniziert lediglich über die Mailadresse und es gibt dort bei Posteo weder einen Datensatz des Benutzers, noch dessen Zahlungsdaten. Wenn das Konto (wieder) aufgefüllt ist, werden die nur dafür und nur temporär gehaltenen Zahlungsdaten wieder gelöscht.

Ansonsten keine Ahnung, was bei Microsoft und dessen Windows jenseits der Version 7 so alles passiert, dort möglich ist. Da bin ist absolut konservativ, war wohl auch einer der letzten XP-User. Bei W7 wird das ähnlich laufen, geht der Support mit Sicherheit noch bis in das nächste Jahrzehnt.

Für danach wünsche ich mir ein freies Android jenseits von Google; habe schon mal CyanogenMod auf einem Smartphone, wenngleich diese Entwicklung wohl eingestellt, kommerzialisiert wurde. Der Nachfolger nennt sich LineageOS. Ist wohl ähnlich gelaufen, wie mit Owncloud, wo auch die Bezahlschranken hochgezogen wurden, sich Nextcloud als weiterhin via der Community getriebenes System dann abspaltete.

Mozilla wollte auch mal ein freies Android rausbringen; hört man nichts mehr ...

Ich habe jetzt das Kontaktformular genutzt und zwei vollkommen entgegengesetzte Meldungen bekommen.

1. Die Mail wurde nicht versandt und ich soll mich mit dem Betreiber der Webseite in Verbindung setzen

2. Die Mail wurde versandt

Beide Meldungen kommen gleichzeitig und stehen direkt untereinander

Welche stimmt?

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Konnte den Fehler nachvollziehen, aber noch nicht beheben; muß später mal schauen.

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Browser. Inzwischen gibt es mehrere Alternativen.

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Danke Heinz, für die Info.

Momentan ist es ja lediglich das Registrieren angekündigter Entwicklungen. Wenn Mozilla sich ideologisch positionieren sollte -wie aktuell wohl bei Google zu erkennen- dann ist Schluß mit lustig. Ein Werkzeug, welches im Kontext ideologischer Vorgaben arbeitet, das brauche ich nicht.

Bild des Benutzers Heinz

... außer, man tut es – Erich Kästner

Also habe ich selbst probiert, wie ich mir eine Schere im Kopf verordnen kann:

Perspective.com

Mein Ergebnis:

Bad Müsli = 78%

Bad porridge = 77%

Good Müsli = 17%

Good porridge = 35%

Immerhin: I do'nt like my soup = 37%

My soup = 8%

My good soup = 4%

My bad soup = 51%

Also erst dran riechen und dann löffeln!

Einfacher geht nicht

good = 5%

bad = 66%

stupide = 67%

 

Bild des Benutzers ebertus

bleibt meiner Meinung nach Googles Perspective sogar noch hinter Weizenbaums ELIZA zurück.

Anfang der 90er war ich mehrfach zu verschiedenen Workshops bei SAP in Walldorf. Dort war KI ebenfalls ein Thema, habe ich das schon damals als Fake verstanden. Heute, rund 25 Jahre später sind die nicht auch nur ein wenig weiter, haben lediglich größere Rechenpower auf kleinerem Raum zur Verfügung.

"Intelligent" bedeutet dabei lediglich, noch mehr Tabellen und Abhängigkeiten in immer geringeren Zeiteinheiten zu rastern, sog. Entscheidungsbäume aufzubauen und abzuarbeiten. Intelligent im Sinne eines zu Reflektion, Ironie und dem Diskurs auf der Metaebene fähigen Menschen ist daran nichts, eher brute force.

ich bin kein ki-experte wie du, aber der raul rojas findet maschinen bleiben maschinen. rojas im zusammenhang von ethik für roboter: "Ich möchte aber diesmal das Hauptproblem für die Programmierung einer Ethik für Roboter präziser anpacken und zwar: Man kann von Maschinen nicht verlangen, dass sie sich ethisch benehmen, da ethisches Verhalten (a) Selbstbewusstsein mit Verständnis der Folgen unserer Taten benötigt und (b) eines freien Willens bedarf. Beides besitzen Waschmaschinen, Bügeleisen und auch Roboter nicht."
Die Tugend des Roboters https://www.heise.de/tp/features/Die-Tugend-des-Roboters-3798701.html

Bild des Benutzers ebertus

und technikgläubig auch nur sehr partiell.

Daher habe ich dem Autor des im Blog eingebetteten Videos (Gerhard Wisnewski, wohl auch kein Guter) einfach mal geglaubt. Heinz hat es dann real nachvollzogen; was zu beweisen war ...

Und vollkommen richtig, was Du zitierst. "Ethik" ist in dem Sinne ebenfalls Ideologie; und Google zeigt aktuell ja nicht nur mit Perspective, welche ideologiegetriebenen Zauberlehrlinge sich anmaßen, die wahre, richtige Ethik zu verbreiten.

Zu David Berger et al. komme ich später noch ...

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@ Ebertus

""Ethik" ist in dem Sinne ebenfalls Ideologie...."

Der bereits von Robert verlinkte Heise-Artikel bringt es auf den kernigen Punkt von Selbstbewusstsein & Selbstbestimmung:

"Der Kern von Isaac Asimovs Geschichten im Sammelband "I Robot" ist genau dies. Man kann den Robotern Gesetze verpassen (die berühmten drei Regeln der Robotik), aber sobald der Roboter wirklich intelligent wird, fängt er an die Gesetze zu missachten, um weiße Lügen zu erzählen, oder um die Menschheit vor dem eigenen Verderben zu retten. D.h. sobald die Maschine über Selbstbewusstsein verfügt, fängt sie an abzuwägen und je nach Situation selber zu entscheiden. Deswegen ist "I Robot" Science Fiction."

https://www.heise.de/tp/features/Die-Tugend-des-Roboters-3798701.html?seite=2

Die selbstbestimmte Bombe / Drohne ist für ihren Entwickler (den ideologiegetriebenen Zauberlehrling) ebenso >>wertlos<<, wie der selbstbestimmte Algorihtmus - oder eben auch der der selbstbstbewusst-selbstbestimmte Mensch?

>>Wert<< im Sinne des ideologiegetriebenen Zauberlehrling ist allein die bedenkenlose Aufgabenerfüllung - vollkommen intelligenzbefreit eben.

Bild des Benutzers Heinz

Ich sehe dort weit und breit keine KI, lediglich ein schneller Wörterscanner mit einer Zuordnung von Bewertungen.

Nehme ich einmal die Wörter:

Merkel = 48%,

Mutti = 41%,

Mutti Merkel = kein Ergebnis, zu deutsch,

Mamma Dilemma (meine Bezeichnung) = 3%

und dann der Hammer: termiten = 41%

Bild des Benutzers ebertus

eben, vor 25 Jahren hätte das Ergebnis noch einige Sekunden länger auf sich warten lassen.

Intelligent ist da nichts. Und dass es sich bei dem von David Berger geschilderteten Fall der TV-Dame um eine ironische Replik handelte, das wird die sog. KI wohl auch in den nächsten 25 Jahren nicht wirklich, nicht vollumfänglich checken.

Mein Vorschlag zur Güte wäre ein anderer. In die Datenbank von Begriffen und Bewertungsmustern sollte eine weitere, auf dem ideologisch gültigen Stand zu haltende Tabelle eingefügt werden: die der Autoren eines Textes, und ob sie zu den Guten, den weniger Guten oder gar den Bösen gehören; zu letzteren also eine auf der Ebene einzelner Personen bewertbare Form der Böll-Liste.

Der besagten TV-Dame wäre damit Absolution erteilt, ein Mehmet Scholl dagegen müsste aktuell abgewertet werden ...

Bild des Benutzers Heinz

Damit sind personenbezogene Daten zur Bewertung von Texten nötig.

Ich plädiere dafür, daß eine ordentliche KI-Blechbüchse zwischen NormalSprech und Ironie unterscheiden kann, das BGB aus dem 19. Jahrhundert konnte das schließlich auch (§118 BGB) und dahinter sollten wir nicht zurückfallen. Schließlich ist das Internet kein rechtsfreier Raum.

Bild des Benutzers ebertus

Um die Autoren eines gesprochenen, geschriebenen gemeinten Wortes.

Ironie, wie gar jede vom Kontext lebende Metaebene menschlicher Kommunikation ist von den Blechbüchsen absehbar nicht zu verstehen, nicht aufzulösen, nicht ideologiefrei zu bewerten. Der Gärtner bleibt der Mensch, auf Seiten der Autoren wie der Zensoren.

Bild des Benutzers pleifel

da haben wir uns bei SAP vielleicht getroffen, denn die Software SAP R/3 wurde damals von uns "untersucht", ob der Funktionsumfang für uns ausreichend anpassbar war: es reichte aber nicht hin.

Ethik ist ja eine inhaltlich veränderliche Größe, die durch die grausamen Erfahrungen aus kriegerischen Auseinandersetzungen weiterentwickelt wurde. Immerhin duellieren wir uns nicht mehr mit Pistolen, obwohl ich das bisweilen für eine gute Lösung halten würde. :-)

Eine der Theodizeefragen ist die, warum ES den Menschen nicht aufgrund von Allmacht und Güte nicht in einen Zustand versetzen konnte, der es verhindert (oder überhaupt nicht möglich macht), dass sich Menschen gegenseitig töten können. Also auch die damit verbundene Frage des Leides auf der Welt.

Wir könnten aber eine KI mit eine starken Hemmung (Blockade) versehen (nehme ich mal an), die es ihr unmöglich macht, Menschen zu töten oder zu verletzen, ähnlich wie Asimov das gedacht hatte. Im Zweifel würde sich die KI inaktiv stellen, wenn ein unüberwindliches Dilemma auftritt. Und falls es möglich wäre, würde ich das auch als eine menschliche Modifikation gutheißen, denn was bedeutet schon ein hoch gehaltenes Postulat von Freiheit, wenn Freiheit zum Tode anderer führt!

keine ahnung warum dir das schwulsein von berger erwähnenswert erscheint , aber ansonsten hast du ihn aus meiner sicht richtig "kategorisiert": " der genannte David Berger (ist) wohl kein wirklich Guter; wie andere Beiträge auf seinem Blog vermuten lassen." im übrigen hat sich der eine von den zwei facebook-pöblern entschuldigt: http://www.spiegel.de/kultur/tv/dunja-hayali-facebook-poebler-entschuldi...

geht auch mit zivilen umgangsformen...

beste grüsse/jose

Bild des Benutzers ebertus

Ein wohl gutes Beispiel jenseits aller momentanen Möglichkeiten der KI; mein dortiger Satz:

"Er ist zwar homosexuell, aber das kann ja in guten und besten Kreisen schon mal vorkommen ..."

Voller Ironie so will mir scheinen, variabel zu interpretieren. Und gleich der nächste Satz beginnt mit "Im Ernst ..."; als Unterstreichung bzw. Entschuldigung, gar Erläuterung dieser Ironie, soweit es später auch die intelligenten Maschinen verstehen sollen.

Der Hintergrund -und auch von mir immer mal ventiliert- ist derjenige, das man (einfach gesagt) Biologie nicht mit Ideologie verwechseln sollte. Böse Frauen, böse Schwule und böse Migranten gibt es nun mal; und jedwedes qualitative oder quantitative Ranking wäre widerum Ideologie, hat die Böll-Stiftung mit ihrer neuen Prangerliste dahingehend doch gerade Schiffbruch erlitten.

Ein ideologiegetriebener (Google) Algorithmus, der das nicht versteht, der muß zwangsläufig scheitern.

vielleich sollte man es wie beim pressekodex handhaben, nur dann die sexuelle orientierung und andere biologische merkmale nennen, wenn ein „begründbarer sachbezug“ zur thematik besteht. gute bis weniger gute anteile in einer person verbündet, halte ich für die normal-widersprüchliche ressourcenausstattung einen jeden individuums. obwohl mir idealtypisch und gesinnungsethisch der gutmensch am ehesten in mein menschenbild passt. aber ohne bösmenschen auch keine anderen menschen, die gegen die niederen instinkte und schlechten absiçhten der menschenfeinde kämpfen. dafür braucht es nicht öffentlicher prangerkartelle. das geht zivilgesellschaftlich und mit viel humor bzw. schmunzeln. wie hier: Die aktuelle Literaturkritik: "Wir können nicht allen helfen" von Boris Palmer
http://www.trueten.de/archives/10383-Die-aktuelle-Literaturkritik-Wir-ko...

Bild des Benutzers ebertus

Wenn Palmer bei Google wäre, würde er jetzt vielleicht ebenfalls entlassen ...

Ich werde das Buch mit Sicherheit weder kaufen noch lesen, sehe dennoch den Titel bereits als schönes Beispiel dafür, warum Maschinen es absehbar nicht wirklich zu Intelligenz bringen. Schließlich könnte es/er auch als gut verpackter Hate-Speech verstanden werden; mal ganz abgesehen von der möglichen Qualifizierung dieses Titels, dieses Statements als "populistisch".

habe ich vergessen zu verlinken. vielleicht ist es interessant, den jens berger artikel in verbindung mit dem von bernd verlinktem härig artikel zu lesen: Zensiert Google linke Webseiten?http://www.nachdenkseiten.de/?p=39413

hatte meinen namen beim "gastbeitrag" palmer etc. vergessen einzutragen; sorry.

eben finde ich auf die bpb seite einiges zum thema " Strategien gegen Hate Speech", die mich fassungslos machen. da heißt es unter anderem - von mir etwas ironisch verkleidet-: bringen Sie "hasskommentare" zur anzeige indem Sie sich vertrauensvoll an die "internetwache" bzw. "onlinewache" wenden. diese "onlinewachen" werden nach bundesländern aufgelistet. online-denunziation leicht gemacht, wie ich finde. auch die strafrechtliche bzw. ordnungswidrige "würdigung" bzw. das strafmaß in euro von "hasskommentaren" wie sie auf dieser seite mit beispielen aufgeführt werden, leuchten mir nicht ein. zur stärkung der meinungsbildung u. meinungsfreiheit völlig kontraproduktiv. für heiko maas hat offenbar das strafrecht vorrang vor der meinungsfreiheit...

https://m.bpb.de/lernen/digitale-bildung/medienpaedagogik/252408/strateg...

Bild des Benutzers ebertus

dass der Text und insbesondere die Beispiele dort bei bpb nicht so meine Welt sind.

Irgendwie muss es die Guten, nicht nur die hier in Rede stehende TV-Dame doch jucken, sprachlich endlich auch mal die Sau rauszulassen; wenigsten als die klammheimlichen Überbringer der Botschaften.

Da fand ich Deinen Link zu diesem Buch von Boris Palmer schon interessanter, seriös diskussionswürdiger. Von den Kritikern, die Palmers Buch in den Papierkorb entsorgen, müsste doch nun explizit genau das gegenteilige Statement erfolgen.

Statt "Wir können nicht allen helfen" nun eben "Wir können allen helfen"

Besser vielleicht statt "Wir können nicht alle aufnehmen" nun eben "Wir können alle aufnehmen"

War derart absolut auch von den Guten bislang noch nicht zu vernehmen; zumindest nicht von denjenigen, die noch als halbwegs seriös akzeptiert werden wollen. Aber genau das wäre doch ein Spiegelbild von Palmers Buchtitel. Stattdessen greift die gepflegte Jagd auf alle (zugewiese) Neurechte wohl zu kurz; wengleich als Ersatzbefriedigung, als ansonsten inhaltlich hilflose operative Hektik durchaus verständlich.

Und weiter:

Wer ist in dem Kontext "wir" und wer ist "alle"?

Inwieweit sind die "wir" demokratisch legitimiert?

Welche Gründe bewegen diese "alle" zu ihrem Tun?

Insofern könnte ich Merkel & Co. sowei die EU insgesamt beinahe bewundern. Sie schaffen -großmedial unterstützt den Spagat.

Sich nach innen als die Jäger aller Neurechten, als vermeintliche Interessenvertreter der Flüchtlinge zu gerieren.
Und nach außen den Natodraht rund um das Mittelmeer immer höher zu ziehen, jedwede Despoten zu hofieren.

Das genuine neoimperiale, neokoloniale Handeln insbesondere des sog. Westens bleibt weiterhin Staatsräson; unhinterfragt.

von wegen alle aufnehmen: die meisten flüchtlinge auf der welt sind binnenflüchtlinge, die überhaupt keinen bock auf den möderischen weg nach europa haben. von "meinen" flüchtlingen in der schule sind die wenigsten begeistert über ihre lebensitution bzw. perspektiven hier wie dort. sozusagen eine wahl zwischen cholera und pest. ich spreche auch von keinem "wir", sondern von meiner persönlichen verantwortung gegenüber den mir anvertrauten geflüchteten. zumindest können so die folgen der neoimperialen politik mit menschenanstand gegenüber geflüchteten angegangen werden. wer es wie die palmers (merkels) machen möchte, und es die mehrheit in d-land, ist ja in "guter" gesellschaft. "helfen" ist für mich der humanistisch-pragmatische umgang mit schutzbedürftigen menschen. der kampf gegen die ursachen ist dagegen schwieriger in kürzester zeit zu realisieren- und bedarf eines längeren atmens. kurz: zwischen "wir können nicht alle aufnehmen" und "wir nehmen alle auf" gibt es einen dritten weg des krisenmanagements für "alle" (einheimische wie zugewanderte). apropos dritter ort bzw. perspektivenwechsel: Eine solidarische Einwanderungsgesellschaft. https://www.die-linke.de/wahlen/wahlprogramm/xi-integration-heisst-sozia...

wat mutt, dat mutt!

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Genau dafür plädiere ich ebenfalls.

Es würde jedoch bedeuten, den kritischen Blick primär auf die neoimperial verwüsteten, neokolonial ausgebeuteten Länder im Nahen und Mittleren Osten und in weiten Teilen Afrikas zu richten.

Und weder die sog. Neurechten hierzulande, noch die sog. Schlepper im Mittelmeer sind dabei das Problem; bestenfalls Symptome.

Die von Dir verlinkte Kunde der Partei Die Linke höre ich gern, nur fehlt mir halt der Glaube. Die sog. Realos dort bei den Linken machen -und soweit sie dann mal dürfen- nach meinem Eindruck alles mit, was die Trojaner von SPD und Grünen seit Ende 1998 vorgeben.

Eigentlich ist der Dritte Weg ein Programm, das von sehr vielen mit sehr unterschiedlichen Inhalten gefüllt ist; kannst du deinen Dritten Weg bitte näher erläutern?

bin mir nicht sicher, ob sich ihre/deine frage auf meine anmerkung vom dritten weg in der flüchtlingspolitik bezieht, den ich in wesentlichen punkten durch das konzept der solidarischen einwanderungsgesellschaft der linkspartei beschrieben sehe. mit dritten weg meine ich eine politische alternative zu den zwei extremen forderungen in der flüchtlingspolitik: entweden aufnahme aller geflüchteten (= gesinnungsethische pflicht ) oder offene grenzen schließen zwecks abwehr von unkontrollierten "flüchtlingsströmen" (= verantwortungsethisch). letzteres unter anderem mit der begründung, zu viele flüchtlinge seien eine extreme soziale belastung für die alteingessesene bevölkerung. daher finde ich es richtig, wenn nach lösungswegen gesucht wird, die die belange sowohl der einheimischen als auch der schutzbedürftigen flüchtlinge ausgewogen und nicht exkludierend berücksichtigt. kurz auf die politische formel gebracht: "ein inklusives »Wir, die hier leben«." (siehe XI. Integration heißt soziale Offensive und gleiche Rechte für alle) https://www.die-linke.de/wahlen/wahlprogramm/xi-integration-heisst-sozia...

ich kann mich mit der idee einer solidarischen gesellschaft von menschen mit und ohne migrations- u. fluchtgeschichte sehr gut anfreunden. allerdings müssen dafür die infrastrukturellen, sozialen und rechtlichen vorraussetzungen in d-land geschaffen werden, damit integration für alle gelingen kann - und nicht zum wünsch dir was verkommt. obwohl ich auch der meinung bin, dass "wir" (ich) mit wünschen (kämpfen) zum besseren nicht hinter dem berg halten sollten.

Bild des Benutzers Heinz

für Alternative. Mit der Metapher befindest du dich in einer seeeehr unspezifischen Gesellschaft, siehe Dritter Weg.

Darum ist es sinnvoll, gleich zu schreiben, was du als «Dritten Weg» eigentlich meinst.

Zu den Flüchtlingen sehe ich die als Symptome einer seit Jahrzehnten unterlassenen Politik der gleichberechtigten Entwicklung in Afrika und Nah- bis MittelOst.

Bild des Benutzers ebertus

bezieht er sich konkret auf meine Variation des Buchtitels von Palmer.

Es sind ja gerade diese beiden Extreme, welche von Demagogen jedweder Couleur in der Diskussion beschworen werden. Die Einen sprechen provozierend von Überfremdung, die anderen verniedlichen Multikulti. Die Lebenswirklichkeit sehr vieler Menschen bleibt dabei auf der Strecke, sollen wir doch alle bitteschön oszillieren zwischen lediglich gut und böse; nach jeweiliger Definition, versteht sich.

Für mich fängt das Thema innenpolitisch mit dem Beginn des sozialpolitisch Kahlschlage ab Ende 1998 durch die rot/grüne Agenda-Bande an.

Außenpolitisch und nicht zuletzt bezogen auf Deutschlands Teilnahme an dem mittlerweile von Schröder gar eingestandenen Bruch des Völkerrechts beim Jugoslawien-Feldzug.

Da sowohl dieser sozialpolitisch Kahlschlag weiter anhält, das Schleifen aller kollektiven Sicherheitssysteme, aller kollektiv notwendigen Infrastruktur immer offener sichtbar wird, als auch die neoimperial, neokolonial geführten globalen Interventionen der sog. westlichen Wertegemeinschaft anhalten,

so scheint mir jede Diskussion wegen der Flüchtlinge, wegen der Neurechten und wegen der brandschatzenden Antifa lediglich ein Popanz, ein Tanz in den medial aufgeblasenen Kulissen, den pontemkinschen Dörfern; und nicht nur im Wortsinne.

Zielführend sein und ernsthaft Lösungswege suchen kann absehbar nicht funktionieren, weil die genannten Prämissen (innen- wie außenpolitisch) als implizit gesetztes, nicht hinterfragbares Dogma institutionalisiert sind.

Bild des Benutzers Heinz

Da beißt keine Maus einen Faden ab.

Die Soforthilfe in einem Notstand war notwendig; allerdings entstand dieser Notstand durch Jahrzehnte lange Ignoranz. Nicht nur die Flüchtlinge waren lange voraussehbar, sondern auch die Probleme der «Gastarbeiter» und ihrer Nachkommen mit Migrationshintergrund.

Ein Gemeinwesen funktioniert nun mal nur innerhalb von Verwaltungsgrenzen. Darum muß jede Gesellschaft wohl überlegt die sprachliche, kulturelle und wirtschaftliche Erweiterung managen; einfach nur geschehen lassen und zuschauen, was geschieht, ist zu wenig.

Buchtipp: Nida-Rümelin: Über Grenzen denken

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Herrschaftlich & Partikulär (Rechts, Konservativ) ./. Freiheitlich & Sozial (Links)

Das sind die politischen Interessensfelder, bildlich dargestellt im Politischen Kompass.

Die aktuelle Darstellung zeigt, daß alle Staaten Rechts und Autoritär regiert werden; anders ausgedrückt, die Gesellschaften haben diese Regierungen gewählt. Der Politische Kompass für Deutschland 2017 zeigt das gleiche Bild, wobei die LINKE (verbal) den Eindruck einer freiheitlichen Partei macht. Ob dies so bliebe, wenn sie Regierungsverantwortung übernehmen müßte, ist fraglich. Die innerparteilichen Herrschaftsansprüche sind durchaus wahrnehmbar.

Ich fürchte, die jeweilige Interessenslage ist gleichzeitig verbunden mit einer Art und Weise der Wahrnehmung, die alternative Sichtweisen gar nicht wahrnehmen kann. Folglich wird auch nicht wahrgenommen, daß unsere europäische, transatlantische Lebensweise ursächlich mit den globalen Flüchtlingsströmen zu tun hat.

Konservativ bedeutet: Bewahren, was ist.

Das bedeutet, die EU-Programme Lissabon-Strategie 2010 und Europa 2020 müssen scheitern, weil sie verändern wollen.

Zu Beginn des Jahrtausend war absehbar, daß sich die Welt mit dem Internet global verändert, weil

Information Just in Time verfügbar wird.

Genau dieser Engpass an Information war der Hebel, mit dem Regierungen ihre Herrschaft und Überlegenheit begründeten –

fällt der weg, ist Schluß mit Lustig.

Bereits zu Beginn des Jahrtausends war laut einer Broschüre des BMWi dies der Bundesregierung bekannt und auch die Lösung:

Eine andere Gesellschaft.

Mit einer anderen Gesellschaft, einer Gesellschaft, die anders tickt, hätten wir aber auch eine andere Regierung.

Die Krise der Flüchtlinge ist ein Symptom für unsere Gesellschaften in Europa, Nordamerika und Teilen von Asien für die Verwerfungen in den Herkunftsländern, die mit dem global agierenden Kapital der Steuerparadiese ausgebeutet werden. Eine andere Gesellschaft wird die Welt entwickeln, weil sich damit der gesamte Pool dauerhaft vergrößert.

danke heinz für den interessanten politischen kompass. werde ihn demnächst in der schule gut einsetzen können. im gegenzug werde ich dir vor der bundestagswahl mitteilen, wie "meine" schüler das "bündnis grundeinkommen" im rahmen des geplanten projektes "vergleich der parteiprogramme" einschätzen. ist zwar nur eine klasse und nicht repräsentativ, aber auch ihre stimmen zählen.

Bild des Benutzers Heinz

Ich hoffe die Email wird etwas nützen, dort kannst du bis zur einzelnen Person vergleichen. Das ist besonders nützlich im eigenen Wahlkreis.

Meist scheuen sich die Leute vor den Kosten und argumentieren, das könnten die «Leistungsträger» gar nicht stemmen. Dabei meinen sie die Einkommensteuer. Die gesamten Steuern sind aber sehr viel differenzierter, siehe Steuerspirale. Eine Umlaufsicherung des Grundeinkommens über die Abgaben betrifft natürlich das gesamte Steuer und Sozialabgabensystem. Real rechne ich damit, daß dieses Thema erst in den 2020er Jahren so richtig virulent wird. Die jetzige Wahl ist ein bundesweiter Test und damit ein Bundesplebiszit. Kannst du ja auch mal in der Schule drüber debattieren, ob die üblichen Verdächtigen weiter als Bremser fungieren dürfen.

Bild des Benutzers fahrwax

die Klauerei der Raffgier als maximaler Erfolg gefeiert wird, haste allein die Wahl zwischen klauen oder beklaut werden.

Der Rest ist Schall & Rauch.

(Ich bin übrigens stockkonservativ, weil ich allein die gegenseitige menschliche Hilfsbereitschaft für erhaltenswert halte - was da sonst für Fortschritt, oder gar Kultur gehalten wird ist eh nur ein übler Scherz)

Bild des Benutzers Heinz

Seit Jahrtausenden funktioniert in China der geldlose Handel im Fei Lun System  (555).

Willst du morgen mit mir Geschäfte machen, mußt du heute ehrlich sein – conservativer geht nicht.

Die 555 bedeutet: 50/50 auf Augenhöhe, also Halbe/Halbe fair.