23 Aug 2017

Gut oder Böse - immer flexibel bleiben ...

Submitted by ebertus

Flexibilität ist gefragt, wenn man jeweils auf der richtigen, auf der aktuell guten Seite stehen will. Aber die Intervalle werden kürzer, ist es jetzt beinahe eine Springprozession.

Darüber, dass es neben dem in der Regel bösen, auch guten Hate Speech gibt, darüber war hier im Blog kürzlich zu berichten. Gute Kriege gegen das Böse führt die gute, westliche Wertegemeinschaft schon lange, eigentlich permanent und ganz real. Gutes Torten und Entglasen sind da lediglich Aufwärmübungen und gutes Boykottieren wird doch wohl zu akzeptieren sein. Guter Separatismus wird nach dem Brexit den Schotten gern zugestanden, während die Katalanen eher als böse Separatisten entlarvt werden müssen. Letztere waren eh alles Anarchisten, das wusste bereits George Orwell.

Darf es noch etwas mehr Spagat, etwas mehr Bigotterie sein? Sind Steigerungen noch möglich? JA!

Drei Ereignisse, drei Meldungen der jüngsten Tage könnten zum Schmunzeln Anlass geben; wären sie nicht lediglich geheuchelte Ernsthaftigkeit.

Rassistische, ausländerfeindliche Parolen werden doch jetzt laufend irgendwo gerufen, gesprüht etc. oder? Die Verwendung verfassungsfeindlicher, verbotener Zeichen und Symbole gern eingeschlossen. Insofern hätten die guten Aktivisten, auch die von der Partei Die Linke doch ohne Mühe an Originalschauplätzen das Material für ihre Dokumentation finden können. Stattdessen und beinahe undercover legen sie im Berliner Wedding nun selbst Hand an.

Next ... Bilder- bzw. Statuenstürmer haben jetzt plötzlich die Guten auf ihrer Seite. Dabei ist es noch nicht so lange her, wo der böse IS die guten, antiken Statuen und andere historische Gedenkstätten zerstörte. Welch ein Aufschrei ging da um die zivilisierte Welt? Und nun, nach Charlottesville fragt sogar die gute ZEIT, wer die Denkmäler der Sklavenhalter überhaupt noch braucht. Schlechte Zeiten für Museen oder gar Friedhöfe, auf letzteren mit hoher Wahrscheinlichkeit gar weniger Gute oder ganz Böse unter entsprechenden Grabsteinen liegen dürften. Grabsteine beschmieren, insbesondere die von Menschen jüdischen Glaubens war doch bislang ein Privileg der Neonazis, oder? Aber nun, wenn es die Richtigen trifft, dann dürfte auch das goutiert, großmedial verkündet werden.

Der Gipfel dieser Extrembigotterie scheint noch lange nicht erreicht; ein letztes Beispiel:

Lokal oder regional erzeugte Güter, dortige Aktivitäten überhaupt sind jetzt verdächtig; seit die neuen Rechten zunehmend das (Wend)Land übernehmen. Stattdessen, ein Kokettieren mit Neokolonialismus, der anhaltenden Ausbeutung ärmerer Länder und deren Menschen dürfte lediglich ein Zwischenhoch markieren. Welches Geschrei der Guten hob doch vor einiger Zeit an, als eine Fabrik in Bangladesh einstürzte, dabei viele Frauen und Kinder umkamen, die dort für Hungerlöhne arbeiteten, Kleidungsstücke für die auch hierzulande gängigen Billig-Textilketten herstellten.

Und wo kommen die seltenen Erden her, wo kommen Lithium und Kobalt für die neue, saubere, individuelle, hierzulande geförderte E-Mobilität her? Kinderarbeit im Kongo? Das kann nicht sein! Und wie der Stern zu dieser guten Edeka-Aktion  titelt: nicht alle kapieren es; müssen wohl Neurechte sein. Oder muss man jetzt unterscheiden, um welche Waren es sich (konkret) handelt; und wo (genau) sie herkommen? War kürzlich auch irgendwo zu lesen, unter welchen Bedingungen sich Flüchtlinge in den südeuropäischen Ländern als Erntehelfer verdingen.

The good, the bad and the ugly ... What about those people?

Kommentare

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Neuerdings versucht dieser Sozen-Tanzbär der Beliebigkeit sich gegen die in Büchel gelagerten Massenvernichtungswaffen zu positionieren - aber nur wenn es die dort gibt, gaaaanz vieleicht?

Ein bedauernswerterter Träger der hiesigen Leidkultur - scheiß Schicksal, diese Heulerei mit den käuflichen Wölfen........ (was keine Beleidigung der nichtkäuflichen, realen Wölfe darstellen soll!)

https://deutsch.rt.com/inland/56138-schulz-fordert-abzug-amerikanischer-atomwaffen/

Zu bad & ugly enthalte ich mich (schweren Herzens) jeder Personifizierung dieses armen Behinderten.

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Die Edeka-Aktion in Hamburg war ein Videodreh.

http://meedia.de/2017/08/22/werbedreh-statt-spontaner-anti-rassismus-aktion-edeka-laden-mit-leeren-regalen-war-video-location/

Das Filmchen soll noch vor der Bundestagswahl erscheinen. Andersdenkende bereiten schon ein Video vor: So leer wären unsere Gefängnisse ohne Ausländer!

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Aus korrekten Signalen das Mißverständnis "Völker leert die Regale" machen....., tsshhh.

Und von gänzliche menschenleeren Knästen träumen Anarchisten Tag & Nacht.

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Diese Andersdenkenden mit ihrem geplanten Video; oder der Edeka-Dreh?

Für mich eindeutig das offizielle, systemische, unternehmerische Gute. Nicht nur, dass dort zumindest implizit mit anhaltender neokolonialer Attitüde kokettiert wird. Auch die Umsetzung bewegt sich jenseits aller hehren, aktuell propagierten Werte. So sind die von Ferne, manchmal gar weiter Ferne herangeschafften Waren, oft auch die sog. Frischwaren nur mit einem hohen Aufwand an Energie und anderer, eher endlicher Ressourcen in die Regale von Edeka & Co. zu bringen

Sag ich mal so und gespielt naiv. Als einer, der über die BRD-Grüne Ideologie in den 80ern und bis in die 90er sozialisiert wurde, der Autarkie, Landleben, Selbstverwirklichung und dieses "think global, act local" voll inhaliert und mitgetragen hat, der den aus heutiger Sich damals eher spärlichen LKW-Verkehr auf die Schiene bringen wollte, der öffentlichen (Nah)verkehr fördern und individuale Mobilität -ganz ohne dem "E" davor- begrenzen wollte.

ist allein in der rolle als sog. arbeitgeber kein "guter" ( genossenschaftlicher) konzern. ein teil des edeka imperiums wird von sog. selbständigen kaufleuten (franchisesystem) geführt, die so edeka-filialen zu tariffreien zonen erklären können und massiv auch tun.
"Bis 2010, so der Plan der Edeka-Gruppe, sollen weitere 400 Märkte an Selbstständige übertragen werden. Für die Beschäftigten ist so eine Privatisierung nicht unbedingt von Vorteil. Sie bedeutet oft, von der Tarifentwicklung abgekoppelt zu werden. Im rabiaten Preiskampf der Branche geht es um jeden Cent, auch bei den Löhnen. Meist scheren die selbstständigen Unternehmer aus der Tarifgemeinschaft aus, um Personalkosten zu sparen. Zudem sind Teilzeit- und Minijobs weitverbreitet. Manchmal ist es auch profitabler, spezielle Personaldienstleister zu engagieren, wie etwa Teamwork. Deren Mitarbeiter räumen dann die Regale ein oder sitzen an den Kassen."http://www.zeit.de/2009/13/Edeka/seite-3

bei edeka würden mir neben den "produkten mit migrationshintergrund" auch menschengerechte bezahlung für die arbeitskräfte, kämferische betriebsräte und gewerkschaftliche aufsichtsräte fehlen ( die edeka - um im bild zu bleiben-am liebsten aus dem regal nehmen würde) . überhaupt fehlt es an der selbstverständlichkeit, dass d-land eine einwanderungsgesellschaft ist. diversity ist gesellschaftliche normalität- und bestens so!

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wie sich die Unternehmen systemisch-propagandistisch einspannen lassen.

Aber nochmal aus meiner Intention heraus gesprochen. Als ein über die alten BRD-Grünen geprägter Mensch geht es mir bei dem Thema primär darum, ob das mit viel Energieaufwand betriebene Importieren von Waren, von weit, weit her nun plötzlich das Ideal an "Diversity" darstellt; wo niemand hierzulande weiss, unter welchen (neokolonialen) Bedingungen diese Produkte in den Herkunftsländern erzeugt werden.

wollte aber nicht näher darauf eingehen, da du es ja aus ökologischer/ konsumkritischer sicht auf den punkt gebracht hast. daher bin ich auch für quantitativ wesentlich weniger ist qualitativ mehr in den regalen. allerdings nicht unter kapitalistischen rahmenbedingungen. hiermit pflege ich meine sympathie. ein möglicher schritt in richtung anders produzieren und konsumieren.https://www.degrowth.info/de/

dennoch liebe ich es, wenn ich mit vielen anderen menschen zusammenleben kann. lieber menschliche viel- als einfalt. apropos was würde in den regalen an "waren" fehlen. menschen sind keine ware. allein aus diesem grund ist das video bzw. der vergleich menschenverachtend.

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Auch das ist sehr, sehr wahr!

Die Grenzen wurden für Waren und sog. Dienstleistungen, für Kapital und Profit geöffnet. Für die Menschen dagegen und jenseits erkennbar bigotter Statements von Politik und Großmedien gelten andere Regeln.

Da werden implizit wie explizit menschenverachtende Deals mit lupenreinen Despoten geschlossen, werden von der türkisch-griechischen, türkisch-bulgarischen Grenze bis hoch in den Balkan, bis zu den spanischen Enklaven Ceuta und Melilla bis zu sechs Meter hohe Natodrahtverhaue gezogen, darf Italien und ohne ernsthaften Widerspruch der anderen EU-Länder das internationale Seerecht neu definieren; Arm in Arm mit den Warlords auf dem Gebiet des ehemaligen Libyen.

Zum Kotzen, aber eben die ablaufende Realität, exekutiert von den selbsternannt Guten.

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Mag hier gar nicht auf die hymnischen Gutmenschen-Gesänge eingehen, nur dezent darauf hinweisen, dass Deutschland das ärmste Land im EU-Raum ist --->

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/armut-und-reichtum/ezb-umfrage-deutsche-sind-die-aermsten-im-euroraum-12142944.html

die gefängnisse auch leerer. der götz eisenberg hat sich mit dem thema "gefängnisse abschaffen" ernsthafter beschäftigt. lesenswert, da sein artikel wie es hier heisst vom buchverlag nicht veröffentlicht wurde: "Die Herausgeber hatten Götz Eisenberg gebeten, eine These zum Thema Gefängnis zu diesem Projekt beizusteuern. Er hat diese dann fristgerecht abgeliefert, aber sie wurde nicht in den Band aufgenommen. Warum eigentlich nicht?)"

götz eisenberg: Warum und mit wie viel Erfolg bestrafen Menschen eigentlich Menschen?
http://hinter-den-schlagzeilen.de/die-strafe-bessert-den-der-straft

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"Ob mit oder ohne Schlüssel: hier ist keiner umsonst" sagt ein uralter Spruch aus der Psychatrie.

Das ist unter den eingebildet Freigelassenen keinen Deut anders.

"Götz Eisenberg, der über 30 Jahre als Gefängnispsychologe gearbeitet hat, kommt zu einer unbequemen Antwort: Da Strafen ihr Ziel fast nie erreichen, müssen die Gründe in der Psyche der Befürworter von Repression liegen: im Wunsch nach Vergeltung und Selbstrechtfertigung der „Anständigen“. Der Autor fragt auch nach der Wirkung des Gefängnisses auf das Wachpersonal: „Die Unmenschlichkeit, die einem anderen angetan wird, zerstört die Menschlichkeit in uns.“ (Götz Eisenberg)

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Gero von Randow bemängelt in der Zeit: «Allerdings sind noch heute Kasernen der Bundeswehr nach Nazigenerälen benannt.»

Wie gehen wir mit unserer Vergangenheit um? Seit alten Zeiten ist es üblich, die Vergangenheit mit Hammer und Meißel zu tilgen – was weg ist, ist weg und bald erinnert sich keine Sau mehr daran. Nur haben wir an einigen Kirchen noch die Judensau als Zeitzeugen erhalten.

Sollten die nun wegen der politischen Korrektness weggemeißelt werden? Sicher nicht, als Zeitzeugen sind die Anlaß zur Debatte und zum Hintergragen. Gleiches nehme ich einmal für ein paar Kasernen an.

In Dortmund gab es einen SPD Parteitag, bei dem Schröder als «Wahlhelfer» auftrat und Gerechtigkeit forderte  «Gerechtigkeit

Bei Schröders Politik war nichts links, sondern wirtschaftsliberal rechts. Der Superminister Clement (BMWi x BMSA) blieb seiner rechten Gesinnung treu und wechselte in die Wirtschaft – Schröder auch.

SPD-Parteitag in Dortmund
Schröder holt zum Rundumschlag aus und appelliert an Genossen, nicht aufzugeben.

Von Altrnative und einem Aufbruch in eine linke Politik keine Spur: Weiter so! und keine Abkehr zu einer neuen Politik der SPD.

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zumindest diejenigen, welche in öffentlicher, guter institutioneller Hand betrieben werden.

Wo hört die aktuell angesagte politische Korrektheit auf? Angefangen hat sie ja bereits, ist gar relativ weit fortgeschritten und manchmal schon mit skurrilen Ausprägungen. Geschichtsschreibung ist auch immmer die der jeweiligen Sieger. Das habe ich bei Hannah Arendt gelernt; als sie in ihrem kontrovers diskutierten Buch "Eichmann in Jerusalem" die Nürnberger Prozesse etwas kritisch hinterfragte.

Hatte hier unseren ebenfalls guten Uwe Theel nicht gefallen; aber da musste er durch ...

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Daß diese Aufarbeitung in der Bundeswehr nicht gepflegt wird, belegen so Ausschreitungen von «Eliteeinheiten,» die sich nicht entblöden, Naziparolen zu grölen. Meiner Meinung nach ist das ein Mangel an innerer Führung und Kontrolle.

sondern ein feind des neoliberalen freihandels, sage ich mal salopp zur causa "nicht würdig für ein lob". es geht um die lüdenscheider musiklehrerin marianne grimmenstein, die offenbar kein "bundesverdienstkreuz" erhält: "Weshalb die Initiatorin der Klage gegen das Handelsabkommen CETA nach Ansicht von Schwarz-Gelb in NRW nicht ausgezeichnet werden soll". https://www.heise.de/tp/news/Wer-erhaelt-das-Bundesverdienstkreuz-381120...

sie nimmt die heuchlerische absage cool zur kenntnis: "Es sei ihr bewusst gewesen, dass man keine großen Verdienste bei den Regierenden erwerben kann, wenn man sich für die Entscheidungsfreiheit der Bürgerinnen und Bürger einsetzt."

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und passt genau in die auch staatsräsonal exekutierte, bigotte Definition von "gut"

Kann mich erinnern, zu Hochzeiten der Demonstrationen gegen TTIP & Co. wurden die TeilnehmerInnen  von Politik und medialem Mainstream in die Schmuddelecke gestellt. Wer gegen globalen Neoliberalismus eintritt, der kann nur rechts sein ...

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Immer flexibel bleiben; und soo schlimm ist das Sterben im Mittelmeer nun doch nicht ...

Eine Performance bei der Kasseler Dokumenta wurde wegen massiver Kritik von Seiten der Guten, von zumindest Teilen der Guten abgesagt. Irgendwo ist ja schließlich auch eine Grenze des Gutseins erreicht, ist auf eine zumindest implizit vorgegebene Reihenfolge, auf ein Ranking der Scheußlichkeiten zu achten.

Kunst und Kultur darf eben nicht alles, oder? Nicht derartige Vergleiche ziehen!

"Konzentrationslager“ für die Migranten, ließen „Gauleiter“ in der Türkei, in Libyen und Ägypten die „Drecksarbeit“ erledigen, das mittelmeerische Salzwasser habe „mittlerweile Zyklon B ersetzt."

Da sollten die Flüchtlinge, sollte deren zu ähnlichen Vergleichen  (wegen der vielen neuen Neunazis hierzulande) gern genutztes Leid doch bitteschön etwas zurückstehen;

sind sich zumindest die Konservativ-Guten, von WELT über FAZ bis zu Cicero einig.

Weder der italienische Schriftsteller Franco Berardi noch der Documenta-Leiter Adam Szymczyk können wohl so wirklich, wie es sonst doch gängig, reflexartig üblich ist, als Neurechte entlarvt werden. Aber sie sind zumindest doof , oder?

wurde auf politischen druck hin klug und mehrdeutig in "shame on us" umbenannt. trifft die sache aus meiner sicht besser und eröffnet einen differenzierenden vergleich unter dieser thematischen rahmensetzung. in unserem käseblättchen steht dazu: "Obwohl sich Franco Berardi von seinem KZ-Vergleich distanzierte, nahm er vom Inhalt seiner Thesen nichts zurück. „Ich werde das Wort nicht mehr benutzen, aber das Konzept bleibt“, sagte Berardi, der einen 20-minütigen Vortrag hielt. „Wenn die italienische Regierung Hilfsorganisationen kriminalisiert und die Leute lieber ertrinken lässt, dann nenne ich das Vernichtung.“ so isses!
https://www.hna.de/kultur/documenta/d14-diskussion-shame-on-us-berardi-d...

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bin ich nach wie vor ein Gegner des Rankings von Scheußlichkeiten.

Interessant btw. ist auch, dass sich die doch wirklich Guten und jenseits der genannten konservativen Gazetten bei dieser Causa, dieser Performance namens "Auschwitz on the beach" total zurückhalten. Der dafür notwendige, erklärungsbedürftige Spagat scheint dann wohl doch zu groß. Auch die kleinen Großdenker beim Freitag halten sich dahingehend absolut bedeckt.

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Schade auch, dass niemand den Schuldanteil der Schlepper-NGOs thematisiert! Auch in Italien sind Wahlen und die Italiener sind für deutsche Keulen-Prosa wenig empfänglich.defend

ist das nicht ein rechtsextremistischer verein, den de maizière anders als bei "linksunten.indymedia.org"
interessensgeleitet "übersehen" hat zu zensieren.
über die rechtsextremistischen gutmenschen a la "defend europa" gibt es hier einen kritischen artikel. dort heißt es: "Es gibt noch zwei weitere Vorfälle, die in der sizilianischen Anklageschrift der NGO "Jugend Rettet" zum Vorwurf gemacht werden. Auch sie laufen wie die seltsame Geschichte der Annäherung oder mutmaßlichen Kontaktaufnahme der Iuventa mit dem alten Schmuggelkahn "Shada", dem "Phantomschiff", darauf hinaus, dass der Verdacht, die Iuventa war "auf dem Meer mit Schleppern in Kontakt war", erhärtet wird, wie das Recherchezentrum Correctiv folgert.

Ganz sicher haben die Crew-Mitglieder der Iuventa wie auch die identitären Mitfahrer auf der C-Star später ihren Enkeln einiges von ihren Abenteuern zu erzählen, was wir anderen auf unseren kleinen Internet-Fenstern zur großen Welt da draußen nicht mitbekommen.
Die Wahrheitsfindung, die um Distanz zu den Lagern bemüht ist, tut sich allerdings schwer. Denn Quellen, worauf sich große Teile der Beobachtungen der Anklageschrift stützen, sind allem Anschein nach, was ihr Erkenntnisinteresse betrifft, nicht besonders belastbar:
Die Aussagen dieser Zeugen und ihre Glaubwürdigkeit lassen sich kaum überprüfen. Die Firma, für die die beiden Sicherheitsleute arbeiteten, könnte zumindest sehr lose Verbindungen zu Rechtsextremen haben. Laut einem Bericht der italienischen Zeitschrift "Familia Cristiana" ist Gian Marco Concas, ein Sprecher der rechtsextremen Gruppe Generazione Identitaria, Mitglied der geschlossenen Facebook-Gruppe der Sicherheitsfirma."
gian marco concas sei kapitän der mission "Defend Europe", mit der die identitären die arbeit der hilfsorganisationen stören wollen, heißt es im telepolis-artikel: https://www.heise.de/tp/features/Libyen-Christlich-abendlaendische-Staat...

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wobei meine Meinung als Supporter von "Sea-Watch" schon klar sein dürfte.

Allerdings, wenn man -richtigerweise- die Verletzung internationalen (See)rechts durch Italien und die Warlords auf dem Gebiet des ehemaligen Libyen kritisiert, dann haben auch die Identitären jedes Recht, sich dort im Mittelmeer, in anerkannten internationalen Gewässern mit ihrem Schiff frei zu bewegen.

Btw. Sea-Watch ...

Wie diese Tage zu erfahren war, wird ab Mitte Septenber nun ein weiteres Schiff (Sea-Watch 3) die von mir seinerzeit in Hamburg mitgetaufte Sea-Watch 2 in den Gewässern zwischen Italien und Libyen unterstützen, wird der vom wissenschaftliche Dienst des Bundestages als rechtswidrig einschätzt "Verhaltenskodex" der italienischen Regierung weiterhin nicht unterzeichnet.

Und noch eine Info in dem Zusammenhang. Das erste Schiff, die kleine Sea-Watch 1 ist nach wie vor in der Ägäis unterwegs und verzeichnet diese Tage einen erheblichen Zuwachs der Ankommenden (1200 Menschen in sieben Tagen) auf den griechischen Inseln.

mit dieser humanistischen haltung habe ich dich kennen und wertschätzen gelernt. hast du nicht in der fc auch darüber berichtet (inklusive bilder von der taufe veröffentlicht?!). glaube mich gut zu erinnern.

unbenommen bleibt den identitären das recht überall auf dieser welt rumzuschippern. ich kritisiere aber ihr menschenverachtendes ziel, die ngos daran zu hindern, den flüchtlingen im mittelmeer hilfe zu leisten. was ist das für eine verbrecherische weltanschauung, die das konstrukt europa mehr liebt als menschen aus fleisch und blut. natürlich müsste das "wertebasierte" europa erheblich mehr tun. aber nur weil die urheber für das massensterben im mittelmeer und für die kriegsbedingten verwüstungen in der heimatländern der flüchtlingen nicht zur verantwortung gezogen werden (können), lass ich doch aus wut auf die herrschenden cliquen nicht schutzbedürftige menschen einfach krepieren. das ist schlicht unterlassene hilfe mit tötungsabsicht. nicht in meinem namen.

Woher kommt der Hass auf die Seenotretter? https://www.heise.de/tp/features/Woher-kommt-der-Hass-auf-die-Seenotrett...

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Und hier gern nochmal der Link auf diesen Bericht von der Taufe der Sea-Watch 2

Allerdings verstehe ich mich nicht als Aktivist, erst recht nicht als einer mit sehr selektivem Blick. Das Thema oder das Feld, wie Pierre Bourdieu sagen würde, ist zu vielschichtig, als das einfache Statements dem gerecht werden könnten. Insofern bewege ich mich nicht so gern in liebevoll aufgebauten pontemkinschen Dörfern, welche der transatlantisch-olivgrüne mediale Mainstream mir als doch bitteschön zu glaubende Realität aufbaut.

Das Erschreckende im politisch-großmedialen Diskurs hierzulande ist die Tatsache, dass neoimperiales, neokoloniales Agieren der sog. Westlichen Wertegemeinschaft überhaupt nicht ernsthaft diskutiert und hinterfragt wird. Und mich an den Symptomen abzuarbeiten, das ist mir einfach zu wenig, beleidigt gar oft die mir dankenswerter Weise noch verbliebene Restintelligenz.

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Bevor das große helldeutsche Moralisieren wieder auf Touren kommt, lohnt ein Blick auf das Gesamtbild:

»Was auf Europa noch in diesem Jahrhundert zukommt, ist klar: Masseninvasionen von Armutsflüchtlingen aus den Armenhäusern der Welt nach Europa, vornehmlich aus Afrika, dessen Bevölkerung sich noch in diesem Jahrhundert zweimal verdoppeln wird auf über zwei, dann über vier Milliarden. Dabei hat die europäische Politik langfristig nur zwei Optionen: (A) die Flüchtlingsströme unbegrenzt nach Europa einfließen zu lassen oder sie (B) mit allen Maßnahmen, die zu Gebote stehen, vernünftig zu steuern. Option (A) würde langfristig auf eine Afrikanisierung Europas – und vor allem Deutschlands – hinauslaufen. Modell (B) setzt zweifellos etwas voraus, was die Griechen im Kampf gegen die Perser zur Verteidigung von europäischer Freiheit und Demokratie hatten, Europa aber – insbesondere Deutschland – nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehend verloren hat: die Bereitschaft zur Wehrhaftigkeit.«

Silvio Vietta in "Tumult" 2/2017

Deutschlands Grenzenlosigkeit und die kommenden Konflikte der Weltgesellschaft

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Die Allerfeinsten "Guten" haben offensichtlich:

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eine linksradikale Stimme wurde abgeschaltet.

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vom Schockwellenreiter; wurde mir der Link heute nachmittag per Mail bekannt gemacht.

In meinen Worten: Chinese censorship is underway

Interessant neben den doch wohl noch zu prüfenden rechtlichen Grundlagen für dieses Abschalten ist auch die technische Seite. Wie haben die das bei einer Subdomain so selektiv hinbekommen? Eine us-amerikanische und eine argentinische Seite von indymedia waren vormittags noch einwandfrei (nutze 1&1 via vodafone) zu erreichen, eine schweizer Instanz  dagegen nur noch via VPN-Tunnel.

Faszinierend, jetzt sind die Schweizer auch wieder normal zu erreichen.

Die angeblich nicht betroffene de.indymedia.org  ebenfalls (hatte ich heute vormittag nicht getestet).

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Die gewalttätigen Linkssektierer sind schon eine Plage: Da brauchen nur ein paar bemooste Nazis nach Spandau fahren zu wollen, um dort ihren alten Kumpel Rudi Hess hochleben zu lassen - schon brennen die Kabelschächte im Berliner Nahverkehr. Wobei das Linksunten-Verbot wohl eher Wahlkampf ist:

"Während viele Linke das Verbot kritisch betrachten, bedankt sich die AfD für die Wahlkampfhilfe aus dem Bundesinnenministerium. Diverse Vertreter der Rechtsaußenpartei begrüßten die Maßnahme und verwiesen darauf, sie hätten schon seit Monaten entsprechende Forderungen erhoben. Entsprechend rechnen sich mehrere AfD-Politiker auch an, das Verbot sei auf ihren Druck erlassen worden." (ND)

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Falls das BTW-Ergebnis der AfD -wie eine jüngste Umfragen nahelegt- zweistellig wird, dann treiben sie die qua Setzung, qua Definition richtig Guten einer alten/neuen Regierung vor sich her.

klare (wahlkampf-) ansage an die "friedfertige mitte": linke unordnung ( nebst meinungsfreiheit) wird platt gemacht. legal, illegal oder scheissegal. selbst die bürgerliche presse kann sich dieser zensur-chose nicht erfreuen. dazu die fr:

" Es wirkt alles etwas so, als habe de Maizière am 14. August, als er das Verbotsverfahren einleitete, auf den Kalender geschaut und gemerkt: „Uiuiui, im September sind ja schon Bundestagswahlen. Wir müssen ja noch etwas Vorzeigbares wegen der linksextremen Ausschreitungen bei G20 tun.“

Das Vorgehen des Innenministeriums macht keinen Sinn und ist reaktionär. Die Räumlichkeiten von „linksunten.indymedia.org“ wurden durchsucht, ein paar „Waffen“ (in der Aufzählung befinden sich übrigens auch Rohre, was dem Ganzen etwas Verzweifeltes gibt) wurden gefunden, niemand wurde festgenommen, weil es keinen Grund dafür gibt. Die ganze Aktion wirkt aufgebauscht.

Die fragwürdige Konsequenz wegen der Ausschreitungen bei G20 ist nun das Verbot eines Newsportals, über das Linke in Deutschland seit acht Jahren kommunizieren. Dort werden Aktionen gegen Rassismus und Proteste gegen Castor-Transporte organisiert, sich gezielt mit den Skandalen um den NSU-Prozess auseinandersetzt und die Möglichkeit geboten, Berichte, Erfahrungen, Analysen und Meinungen auszutauschen."http://www.fr.de/politik/meinung/kommentare/linksunten-indymedia-org-die...

ich glaube die ditfurth ist "schuld" bzw. spätestens nach dem bosbach-eklat war schluss mit linksradikalen argumenten im öffentlichen raum....

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.....übernimmt die Wortwahl der Nazi-Onalen für ihren End-Siech. Der übertüncht damit auch die globale Kriegführung zur Beschaffung "unserer" Wohlständigkeit.

Haste schon Danksagungen für die überzeugende Schlichtheit deines Weltbildes?

Deine Plage ist für mich der Narzissmus - und der ist eine Fluchtursache.

Bild des Benutzers Heinz

Der Innenminister schließt «linkunten» mitten im Wahlkampf.

Aus Hamburg habe ich Kritik gehört. Die Polizei  hat über die Plattform Informationen zu Prävention bekommen. Damit ist jetzt Schluß. Die Gruppen werden sich weiter untereinander organisieren, keine Frage.

Damit hat der Innenminister die Arbeit seiner Polizei behindert – sozusagen als Amtshandlung.

Tooor, Tooooor, Eigentoooooooor !!!

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"Waffen bei Betreibern von linksextremer Plattform gefunden“ am 25. August 2017 bei Spiegel-Online externer Link, dem  Zentralorgan der Polizeistaatsfanatiker und Erfinderblatt der Asylantenflut, ist eine Meldung zur Verbreitung der Rechtfertigungen des Polizeiministers und schreibt demnach unter anderem von folgenden Waffen: „Bei einer Durchsuchung der Räumlichkeiten der Betreiber sind nun zahlreiche Waffen gefunden worden. Darunter seien Messer, Schlagstöcke, Rohre und Zwillen, zählte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) auf“ ohne klar zu machen, wer noch für solche Blödigkeit verantwortlich ist, glauben machen zu wollen, selbst jemand, der bewaffnet wäre, würde diese ausgerechnet im Büro horten…

 

"Die Geschichte von Indymedia: Ein Vorreiter des Bürgerjournalismus

Seit Entstehung 1999 hat sich das unabhängige Internetportal Indymedia über die ganze Welt verbreitet. Ein Überblick über die Entstehungsgeschichte und warum sowohl Linke als auch Kriminalpolizisten die Plattform schätzen."

 

"Verbot von Indymedia Linksunten mit Hausdurchsuchungen in Freiburg: “Ein Angriff auf die Pressefreiheit!”
Das Bundesinnenministerium hat die Internetplattform indymedia.linksunten verboten. In Freiburg hat es am heutigen Morgen (25. August) 5 Hausdurchsuchungen gegeben. Eine davon fand im autonomen Zentrum KTS statt. Die Internetplattform wurde absurderweise als Verein eingestuft. Wir haben mit Dirk Spöri von der Linkspartei gesprochen und zunächst gefragt, warum die baden-württembergische Linkspartei das Verbot kritisiert.” Interview vom 25. August 2017 beim Radio Dreyeckland externer LinkAudio Datei

 

Quelle für alle Zitate: http://www.labournet.de/interventionen/solidaritaet/solidaritaet-gegen-das-verbot-von-linksunten-indymedia-widerstand-gegen-polizeistaat/

 

Bild des Benutzers Heinz

Seit Benno Ohnesorg 1967 auf offener Straße von einem Polizisten ermordet wurde, nachdem die Kameraden dieses Mörders Ohnesorg zusammengeknüppelt hatten, diese kameraden den Mörder durch ihre Aussagen deckten und ein Gericht diesen sauberen Staats|Beamten freisprach, brauchst du mich nicht davon zu überzeugen, daß ich in einem Rechts|Staat lebe – die NSU Affäre bestätigt das.

Ich frage mich nur, wie diesem PolitPersonal der Arsch auf Grundeis geht, wenn sie zu solchen Mätzchen greifen muß.

Bild des Benutzers fahrwax

Wir sind bald wieder zurück...

Regierungen der Industriellen Welt, ihr müden Riesen aus Fleisch und Stahl, ich komme aus dem Cyberspace, dem neuen Zuhause des Geistes. Als Vertreter der Zukunft bitte ich euch aus der Vergangenheit, uns in Ruhe zu lassen. Ihr seid nicht willkommen unter uns. Ihr habt keine Souveränität, wo wir uns versammeln.

Wir besitzen keine gewählte Regierung, und wir werden wohl auch nie eine bekommen - und so wende ich mich mit keiner größeren Autorität an Euch als der, mit der die Freiheit selber spricht. Ich erkläre den globalen sozialen Raum, den wir errichten, als gänzlich unabhängig von der Tyrannei, die Ihr über uns auszuüben anstrebt. Ihr habt hier kein moralisches Recht zu regieren noch besitzt Ihr Methoden, es zu erzwingen, die wir zu befürchten hätten.

Regierungen leiten Ihre gerechte Macht von der Zustimmung der Regierten ab. Unsere habt Ihr nicht erbeten, geschweige denn erhalten. Wir haben Euch nicht eingeladen. Ihr kennt weder uns noch unsere Welt. Der Cyberspace liegt nicht innerhalb Eurer Hoheitsgebiete. Glaubt nicht, Ihr könntet ihn gestalten, als wäre er ein öffentliches Projekt. Ihr könnt es nicht. Der Cyberspace ist ein natürliches Gebilde und wächst durch unsere kollektiven Handlungen.

[...]

In China, Deutschland, Frankreich, Rußland, Singapur, Italien und den USA versucht Ihr, den Virus der Freiheit abzuwehren, indem Ihr Wachposten an den Grenzen des Cyberspace postiert. Sie werden die Seuche für eine Weile eindämmen können, aber sie werden ohnmächtig sein in einer Welt, die schon bald von digitalen Medien umspannt sein wird.

[...]

Die zunehmenden feindlichen und kolonialen Maßnahmen versetzen uns in die Lage früherer Verteidiger von Freiheit und Selbstbestimmung, die die Autoritäten ferner und unwissender Mächte zurückweisen mußten. Wir müssen unser virtuelles Selbst Eurer Souveränität gegenüber als immun erklären, selbst wenn unsere Körper weiterhin Euren Regeln unterliegen. Wir werden uns über den gesamten Planeten ausbreiten, auf daß keiner unsere Gedanken mehr einsperren kann.

[....]

[1]

German Government Shuts Down Indymedia - What It Means and What to Do


Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/221400

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(fahrwax - Sa, 26/08/2017 - 11:40)

Das der klappt, were ich frech als feine Demonstration subversiver Fähigkeiten.

"Beim Vorgehen gegen vermeintliche BetreiberInnen von Indymedia Linksunten wurden keine gefährlichen Gegenstände bei den Verdächtigen gefunden. Dies teilte das Bundesinnenministerium (BMI) auf unsere Nachfrage mit. Der Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte auf einer Pressekonferenz am Morgen der Durchsuchungen erklärt, bei den Betroffenen seien Waffen beschlagnahmt worden. In vielen Medien wurde die Darstellung ungeprüft übernommen."
https://netzpolitik.org/2017/durchsuchungen-wegen-linksunten-doch-keine-...

Bild des Benutzers fahrwax

....dafür ist denen keine verlogene Propaganda zu dämlich.

Die Schweinebande legt großen Wert auf die endlose Fortsetzung ihrer menschenverachtenden,  kriminellen Gewalttätigkeiten - auf den Privilegienschutz durch ihr "Gewaltmonopol".

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Ein Text, eine Facette des neuen (angeblichen?) rise of the right ...

Denn diese Antwort bleiben uns auch die Guten, insbesondere die selbsternannt Guten weitgehend schuldig, verharren dahingehend im Diffusen. Wo kommen sie denn her, die Neurechten? Die ganzen Neonazis, die vielen Fremdenfeinde? Warum gibt es sie überhaupt in der gern entrüstet vorgetragenen Qualität und Quantität? Es muß doch Gründe geben, die kommen doch nicht einfach so, sind einfach so da ...

Nur, die möglichen Gründe ernsthaft und seriös zu diskutieren, das müsste ja irgendwann darauf hinauslaufen, diese Ursachen offen zu benennen und sie anstelle der Symptome irgendwie zu adressieren. Passiert das irgendwo? Irgendwann?

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In letzter Zeit erscheinen geradezu epidemisch Bücher über bzw. gegen die "Neue Rechte", die AfD und all die schrecklichen Rechtspopulisten nicht nur links und rechts des Rheins, sondern sogar des Atlantiks. Alle diese Schriften beantworten die Frage, warum es diese rechtspopulistischen Parteien und Strömungen gibt, mit einem Kausalitätsmythlein: weil es schlimme rechte Ideen und deren verantwortungslose Verbreiter gibt. Die Rechte wächst demzufolge nicht aus der Realität, sondern aus einer tiefen Bosheit, die in den Menschen, welche da draußen im Land schon länger leben, ein falsches Bewusstsein von der Realität schaffen will. Die Rechte taugt nicht einmal als Seismograph, weil es ja gar nichts zu messen gibt. Könnte man sie verbieten, ihre Textproduktionsstätten austrocknen, ihre Bücher aus dem Handel entfernen, wenigstens die Sperrung ihrer Netzseiten durchsetzen – Anfänge sind ja bereits da und dort gemacht! –, wäre das Problem praktisch gelöst.
Merke(l): Die Rechtspopulisten reagieren auf kein Problem, sie sind das Problem. Gäbe es sie nicht, wir lebten unter unserer Sonnenkanzlerin tatsächlich im besten Deutschland, das es je gab.

https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna

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von Klonovsky bezüglich der von mir gestellten Frage.

Werde schauen, mir das im verlinkten Blättchen genannte Büchlein von Andreas Peglau noch kurzfristig zu beschaffen; ehe ich nächste Woche zuerst in die Eifel und dann für rund drei bis vier Wochen nach Italien abdrifte.

Es scheint zumindest eine individualpsychologische Antwort bezüglich des kolportierten neuen rise of the right zu suchen und partiell zu finden. Inwieweit die darüber hinaus ablaufenden gesellschaftlichen Prozesse ebenfalls adressiert und analysiert werden, das ist erst einmal offen.

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Andreas Peglau: Rechtsruck; und der Inhalt

Ich glaube nicht, daß wir heute die gleichen Ursachen haben, wie vor 100 Jahren, folglich werden wir auch andere Antworten finden müssen.

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wie ich weiter oben schrieb. "Andere" Antworten sind möglich, gar nötig.

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Was könnte denn der Sex-besessene Herr Reich geantwortet haben:

"Willst Du Ficki-Ficki? ..."

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...

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«Die Rechte wächst demzufolge nicht aus der Realität, sondern aus einer tiefen Bosheit, die in den Menschen, welche da draußen im Land schon länger leben, ein falsches Bewusstsein von der Realität schaffen will.»

Typische Verdrängungstaktik

Verbieten wir die Bücher, vergraben wir die oder verbrennen wir die gar, ist das Problem der boshaften Entartung gelöst – halleluja. Damit operiert der Autor an den Symptomen und nicht an den Ursachen des Problems. Damit ist der Autor aber Teil des Problems. Die Ursachen für den vermeintlichen Rechts-Ruck liegen in der Furcht vor weiteren Folgen der globalen Veränderung. Die Staatsverwaltung ist seit Beginn dieser Veränderungen in den 1960ern nicht in der Lage und auch nicht gewillt, diese Veränderungen zur Kenntnis zu nehmen und evtl. Methoden zur sozialen Sicherheit der Bürger*Innen zu entwickeln. Die Schröder.Bande hat gegen die Bevölkerung dieser Veränderung sogar noch zugearbeitet.

Das Tragische an dieser Kommödie ist, daß es immer noch genug Blöde gibt, die diesen Abschaum von Volksverrätern wählen.