30 Aug 2017

Gespaltene Persönlichkeit - me ...

Submitted by ebertus

Kann man eigentlich zu einem ganz konkreten Thema konsequent dagegen sein; und es dann, wenn man offiziell gefragt wird, dennoch befürworten?

Ist diese Handlungsweise vielleicht ein Fall für die berühmte Couch des Siegmund Freud? Ausdruck einer zutiefst gespaltenen Persönlichkeit? Oder lediglich das Kokettieren mit den Möglichkeiten eines die Regierenden eh nicht bindenden sog. Volksbegehrens? Hier der Wortlaut und parallel zur Bundestagswahl 2017 von den Berliner stimmberchtigten bitteschön zu entscheiden:

"Der Flughafen Berlin-Tegel „Otto-Lilienthal“ (TXL) ergänzt und entlastet den geplanten Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ (BER). Der Berliner Senat wird aufgefordert, sofort die Schließungsabsichten aufzugeben und alle Maßnahmen einzuleiten, die erforderlich sind, um den unbefristeten Fortbetrieb des Flughafens Tegel als Verkehrsflughafen zu sichern!"

Hey, spätestens im Sommer 2014 und als ich Gelegenheit hatte ein zu Besuch in Berlin weilendes (ehemaliges) Termitenmitglied dort oben in der Einflugschneise des TXL abzuholen, da wurde mir klar, dass so ein innerstädtischer Airport vollkommener Wahnsinn, die Zeit der sog. Rosinenbomber (nach Tempelhof) lange vorbei ist.

Klar, der neue BER wird gemäß der offiziellen Planung in 2012 eröffnet, TXL spätestens 2013 geschlossen.

Ja, lang' ist das schon her, wird mittlerweile 2020+++ als Eröffnungstermin für diesen neuen BER als nicht ganz unmöglich gehandelt. Generationen von an dem Projekt beteiligten Firmen, an dem Projekt beteiligten Halb- und Voll-Leitern sind mittlerweile verschlissen, werden immer neue verantwortliche Figuren aus dem gnädigen Hut gezaubert.

Die politisch Verantwortlichen in Berlin und Brandenburg mögen in Teilen wechseln; die SPD ist immer dabei!

Lange Vorrede, kurze Antwort. Habe im Sinne der oben zitierten Fragestellung für die Offenhaltung von TXL votiert. Bin ein absoluter Gegner eben dieser Offenhaltung und kann jedoch momentan keine andere Möglichkeit sehen, meinem Protest, meiner Verachtung ob dieses Gebarens der politisch Verantwortlichen in Sachen BER irgendwie Geltung zu verschaffen;

lege mich daher gern auf die bereits weiter oben erwähnte Couch.

Kommentare

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Es gibt immer eine Alternative

Für Berlin heißt die Alternative, den Verkehrsknotenpunkt Hauptbahnhof nach oben zu erweitern um ein Flughafenterminal und die Landebahn über den Dächern von Berlin zu bauen – das ist technisch üüüberhaupt kein Problem.

Du hättest also durchaus Tegel schließen können.

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die bislang existierenden Fragmente des BER auch jetzt noch umzuwidmen.

Bild des Benutzers Heinz

Vergnügungspark mit Bahnanschluß wäre die Erste Wahl; da kann Berlin Party machen, unendlich.

 

 

Wien hat den Prater,
Berlin den BER.

zwiegespalten bin ich bei einem anderen thema, der im rubikon zur debatte steht: "Diversity statt University". die autoren sind der auffassung, dass diversity, genderismus, gender-mainstreaming und inklusion im grunde (progressive) neoliberale konzepte seien, die auch unkritisch von links mitgetragen werden. so kommen die autoren im zusammenhang mit dem diversity-konzept zu dieser feststellung:
"Der Leitgedanke des Diversity Managements ist: Die Wertschätzung der Vielfalt von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dient dem wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens oder der Institution“. So wie die Pharma-Industrie die biologische Vielfalt ausbeuten will, so die großen Unternehmen die Vielfalt der Menschen: Kultur egal, Hauptsache Humankapital."

vor ca. 10 Jahren, als ich in einem interkulturellen schulprojekt mitgearbeitet habe, hielt auch ich das diversity-konzept, d.h. die kulturelle vielfalt in unserer schule wertzuschätzen, in den fokus interkultureller lehr- und lernprozesse zu nehmen und so der strukturellen benachteiligung von jungen leuten aus unterschiedlichen (fremd-) kulturellen und sozialen schichten möglicherweise entgegenzuwirken, für sehr fortschrittlich. ist es irgenwie auch, weil wertschätzung u. anerkennung von kultureller differenz ein diskriminierungsfreies schulleben ermöglichen kann. stimmt aber nur bedingt, weil damit noch lange nicht die strukturellen ursachen für diskriminierung und ausgrenzung in gesamtgesellschaftlichen zusammenleben aus der welt sind. kurz: ich wurde mit der zeit skeptisch, ob ich das richtige (im falschen) mache (zumal administrativ von oben verordnet): interkulturelle kompetenzen vermitteln und erwerben, d.h. schlussendlich human kapital im interesse des diversitymanagements ausbilden.
aus platzgründen erspare ich mir (und euch), andere anmerkungen zu inklusion und genderismus. dafür lege ich euch gerne den rubikonartikel ans herz:

https://www.rubikon.news/artikel/diversity-statt-university

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Meine Erfahrung in Sommercamps mit Studenten ist, daß alle die gleichen Bedingungen haben, wenn die Teilnehmer*Innen wild zusammen gewürfelt sind. Sobald eine Gruppe mehrerer Student*Innen mit der gleichen Herkunft dabei ist, wird das ganz, ganz schwierig.

Lieber Heinz,

mir geht es grad ähnlich, wie oben beschrieben.
Ich schätze Ihre Beiträge und Ihre Sicht der zu vielen Frage sehr, auch ohne sie immer und überall zu teilen. Nur, das wäre auch langweilig.
Aber die modische Sprachverhunzung deren sichtbarstes Zeichen die Nichtverwendung eines fehlerfreien Plurals ist, bereitet mir ein solche Missvergnügen, dass ich üblicher Weise solche Texte meide und in keinem Fall Geld für Gedrucktes ausgebe, welches so daher kommt.
Der Radfahrer und die Radfahrerin sind zusammen die Radfahrer. Nichts daran ist männlich, ungerecht oder diskriminierend. Mal abgesehen davon, dass im Deutschen grammatikalisches und biologische Geschlecht nicht zusammenfallen.
Der gesamte Ansatz, der zu diesen wirren Sprachkonstruktionen führt, ist dermaßen unsinnig und absurd. Ausgedachte Zeug, das zu einer fixen Idee wurde. Nur will ich darüber hier nicht schreiben.

Würde der weitere Verwendung eines gebrauchsfähigen Deutschs tatsächlich zur andauernden Diskriminierung von Frauen und sexuellen Varianten führen, dann sollten sie unterdrückt bleiben.
Nur ist dies nicht der Fall. Nie und nimmer und ich kenne unter den Frauen und Schwulen aus meinem nahen persönlichen Umfeld, Transen kenne ich keine, niemanden, der das nicht auch so sähe.

Und, auch das schreibe ich nicht zu ersten Mal, ist es ausschließlich Ihre Angelegenheit darüber zu entscheiden wie Sie schreiben und warum Sie dies tun. Genauso, wie es für Sie vollkommen egal ist, ob ich Ihre Texte lese oder nicht. Das allerdings kann ich nur in Ausnahmefällen tun.

"Wegen mein' Magen..."

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geht oft nichts mehr im seriösen Genderkrampf.

Insofern geht es mir oft so, wie im vorliegenden Fall wohl auch Heinz. Vielleicht gar mit zwei oder drei Sternchen in der Mitte. Ich oszilliere da schon manchmal zwischen Resignation ob der zumindest implizit eingeforderten politischen Korrektheit und einer bewußt ironischen Überspitzung.

Auch eine Art Selbstzensur; schlimm eigentlich ...

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Mir bereitet die provokative Anhebung des Blutdruckes von Blockwarten der neumodischen Sprachpolizei ein erhebliches Vergnügen - zumal (hoffentlich) die gesteigerte Durchblutung auch deren Hirntätigkeit unterstützt........

Mir ist schooon bekannt, dass du eher ein Freund moderater Töne bist - aber dieses provokative Vergnügen ist mir lieber als ein Magenschwür von der Rumdruckserei.

Darum sach ich auch so gern "Neger" - das bringt flott 'Stimmung' in die (zumeist schlecht verkleidete!) neokoloniale, herrschaftliche Dampfnudel dieser autoritären Fürsten von der Sprachpolizei.

Bild des Benutzers Heinz

Sicher ist jede Gespaltenheit zu therapieren; die Frage bleibt, wie sinnvoll das ist. Selbstverständlich können wir uns des Deutschen bedienen, das wir einmal in der Schule gelernt hatten. In meinem Fall schriebe man dann statt ß kein ss, sondern ein sz. Die gesamte Neue Deutsche Rechtschreibung kam nach meiner Schulzeit, könnte ich also getrost ignorieren – was Heinzchen mal lernte, verlernt Heinz nimmer mehr.

Dieser Ausgangskommentar befaßt sich mit Diversity, Vielfalt, Diversity-Management in Schule und Unternehmen. Das bedeutet die Vielfalt nutzen; vor allem bedeutet das, die Vielfalt bewußt zu machen, darauf hinweisen, daß es eine Vielfalt gibt, sie aus dem Alltag herausheben.

Ich sehe die Verhunzung der Schrift lediglich als eine Methode, einen Stolperstein im täglichen grauen und gräulichen Alltag – korrekt Geschriebenes ist flüssig zu lesen und zu überlesen.

Das mag in der Praxis einer Schule oder eines Unternehmens lästig werden, weil es von der eigentlichen Aufgabe ablenkt. Als Rentner habe ich keine Schule mehr (meine Zeugnisse, Diplome und Zertifikate gingen beim Rentenbeginn durchs Ofenrohr in Rauch auf) und auch kein Unternehmen. Konkret schreibe ich Tür auch nicht wie Nietzsche Thür, sondern folge einer beständigen Veränderung der Schreibweise – manchmal durchaus manieristisch.

Jeder Begriff hat zwei oder mehr Seiten oder Bedeutungen, in dieser Hinsicht ist das Deutsche sehr vielfältig und aus verschiedenen Kulturen geprägt worden.

Robert nun mach doch mal einen Vorschlag, wie diese Vielfalt bewußt zu machen sein könnte.

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war das doch schon eine Art  Déjà vu, was meine Sicht auf die Dinge betrifft. Zitat:

"Der Genderismus ersetzt die antihierarchische, klassenbewußte und egalitäre Auffassung von Emanzipation durch eine individualistische 'Winner-takes-it-all'-Hierarchie."

Dieses Zitat und wie im weiteren Text bei Rubikon zu erfahren, stammt gar noch von einer Frau, einer Feministin.

Spontan -daher dieses hier so bezeichnete Déjà vu- erinnert es mich an den ersten Kreis (der Hölle) in der philosophisch angelegten Schrift "Der kommende Aufstand", eben dieses "I AM, WHAT I AM", vulgo als das neoliberal vereinzelnde Ich, Ich, Ich.

Alles Kollektive, alles Solidarische wird geschliffen, muss gegenüber der neoliberalen Ellenbogengesellschaft hintenan stehen. Genau so deformiert kommen mir die idealtypischen VertreterInnen dieser Genderkultur vor. Und als Fetisch haben sie dann lange Zeit ihre unbedingte Solidarität mit den doch per se guten Schwulen und Lesben (wahlweise denen mit sog. Migrationshintergrund) zelebriert. Bis offensichtlich wurde, dass dieses "per se" primär ideologisch getrieben war, es auch unter Schwulen und Lesben, unter Migranten definitiv Böse gibt.

Ein Thema, welches ich nicht erst seit der wohl primär ideoligisch getriebenen Entlassung eines Google-Mitarbeiters verfolge, seriöse Stimmen diese Causa ebenfalls kritisch sehen und sich mittlerweile schon mal aus der Deckung trauen.

Bild des Benutzers Heinz

Da lob ich mir die Quelle unerschöpflicher (Selbst-) Erkenntnis, den Edlen achtfachen Pfad.

Wie sagte einst der Buddha:

«Wenn du die Wahl hast,
wähle den mittleren Weg.
»

heißt nancy fraser. aus dem zitat sollte nicht geschlußfolgert werden, dass sie eine gegnerin der anerkennungs/-identitätspolitik der sozialen bewegungen (multikulturalismus, diversity, emanzipation, genderismus, schwulen- und lesbenrechte etc...) ist. vielmehr kritisiert sie die unheilvolle allianz zwischen neoliberalen und neuen linken im kampf für anerkennung von minderheiten oder benachteiligten gruppen statt die soziale frage für alle anzugehen bzw. beides miteinander zu verbinden. diesen sog. progressiven neoliberalismus kritisiert fraser wie folgt:

"Das Problem ist nicht der Kampf für Feminismus, LGBTQ-Rechte und gegen Rassismus, sondern die Trennung dieses Kampfs vom Kampf für soziale Gerechtigkeit." und weiter heißt es im interview:

"Wir müssen eine neue, linke Erzählung bieten. Eine ernsthaft egalitäre soziale Bewegung sollte sich mit der verlassenen Arbeiterklasse verbünden. Sie muss erklären, warum beides zusammengehört. Ich selbst engagiere mich für einen Feminismus der 99 Prozent. Damit stehen wir im erklärten Gegensatz zu „Glasdeckenfeminismus“: Wir kämpfen sowohl für die (weiblichen und männlichen) Arbeitenden als auch für Migranten und die, die sich unbezahlt an Care Work aufreiben. Das kann nur zusammen erkämpft werden, wie es der progressive Populismus von Bernie Sanders macht."

http://www.taz.de/!5402332/

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zwischen neoliberalen und neuen linken.

Genau so hatte ich es/sie verstanden und auch aufgeschrieben. Diese neuen Linken zeichnet ein bedingungsloser, ein elitärer Neoliberalismus aus, der Schwule und Lesben, ebenso wie Flüchtlinge lediglich als Fetisch instrumentalisiert, dabei jedoch systemkonform einbindet. McCarthy von "links" eben, wie ich das gern bezeichne.

Diese wieder zurückgezogene Internet-Prangerliste der Böll-Stiftung passt dazu wie die berühmte Faust auf das Auge.

Das Thematisieren einer Verbindung der Flüchtlingsfrage mit der grundsätzlichen sozialen Frage bleibt im großmedial verkündeten Tenor lediglich einer Sahra Wagenknecht vorbehalten, wird diese dann und in der Regel als "neurechts anschlussfähig" diffamiert..

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Wo diese Dame von pur fiktiver "Sozialer Marktwirtschaft" und ihrer Erhaltung fabuliert, schlägt sie sich auf die Seite der - seit Jahrhunderten florierenden - Kapitalismus-Reparaturbetriebe.

Das ist uralt-reformistisch?

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ist das uralt-reformistisch! Nur haben wir Besseres?

Mich stört beispielsweise, dass sich Wagenknecht primär an den medialen Mainstream anhängt; statt via der alternativen Gegenöffentlichkeit eben dieser eine mediale Unterstützung zu gewähren. Und ich bin mir sicher, dass sie (Wagenknecht) die entsprechenden Anfragen erhält.

Insofern ist meine Zustimmung zur Sahra doch sehr begrenzt; nur haben wir Besseres?.

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In meinem Weltbild schließen sich "Bewegung" und "Partei" gegenseitig aus - Partei verhindert regelmäßig jede Form von Selbstorgnisation die die Bezeichnung "Demokratie" verdient hätte, zu Gunsten der Anbetung vorgeblicher Lichtgestalten mit der angeblich besseren Denke. Für mich repräsentiert ein derartig elitärer Aufbau allein ein verrücktes Kastenwesen mit dem Anspruch auf beharrende Omnipotenz: totalitäre Unfähigkeit ist die Folge. Alles was sich bewegt gefährdet den parteilichen Anspruch, ist also flott auszugrenzen und zu zerstückeln.

Diese Systematik produziert fortgesetzt Reaktionäre deren Anliegen immer wieder der Machterhalt ist - jede reale humanitär-menschliche Entwicklung bleibt bestenfalls ein Abfallprodukt zur Fortschreibung eltärer Anspüche, also ein Trauerspiel zu Gunsten glorifizierter, aber pur narzisstischer Hauptdarsteller.

Dieses zwangsläufig traurige Schicksal sollten wir Sarah & Konsorten, zu Gunsten ihrer persönlichen Enwicklung als selbstbewusst-selbstbestimmte Person, glattweg ersparen.

"Uns" sowieso.

Die Ausmerzung mitmenschlicher Kompetenzen zum Machterhalt ist eine zerstörerische, schleichende Krankheit - gönnen wir den armen Gefährdeten die Selbstfindung in persönlichen Kompetenzen - nicht mehr und nicht weniger.

Diese Lichtgestalten haben noch nie eine Pyramide, nen Dom, oder ne Autobahn gebaut - das sind illusionäre Erzählungen der Verblödung von hirntoten Anbetern der Macht.

Machen wir sie nackig, damit sie eine Chance bekommen sich großartig zu fühlen......

werner, zum (links-) reformismus bekenne ich mich kontaktschuldig - und an anderer stelle versucht zu begründen. wagenknecht büchlein "reichtum ohne gier" habe ich letztes jahr zu lesen versucht - und bin gescheitert. viel "soziale marktwirtschaft" und wenig antikapitalistische alternativen ( na gut, sie sprach schon von genossenschaftlicher produktion...). wer es lesen möchte, dem sende ich das buch gerne zu. ich habe es unter anderem deshalb lesen wollen, weil sie eine der wenigen politiker ist, die in den öffentlichen medien sehr kapitalismuskritisch auftritt und rethorisch brilliant ist. anderseits in der flüchtlingspolitik weniger eindeutig (dafür mehrdeutig) sich positioniert. kurz: ich bin mit der dame nicht wirklich "warm" geworden. aber letztendlich kommt es auf einzelpersonen nicht (immer) an, sondern - für mich- auf politische inhalte, die ich für wünschenswert und unter den gegebenen politischen kräfteverhältnissen für durchsetzbar halte. da bin ich - um in werners bild zu bleiben- sowas von uralt reformistisch. insofern teile ich mit der ludwig erhardt verehrerin wagenknecht das MEHR an sozialer gerechtigkeit - und zwar für ALLE!

ich bin offenbar ein fall für die klapse...siehe hier:
Bundestagswahlen 2017: Idiokratie

http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/2017/bundestagswahlen-2017/

Bild des Benutzers Heinz

 

Der Artikel in Rubikon kritisiert diese Aussage von Nancy Fraser:

An die Stelle einer antihierarchischen, klassenbewussten und egalitären Auffassung von Emanzipation trat eine linksliberal individualistische. Eine 'Winner-takes-it-all'-Hierarchie wurde befördert, um einigen 'besonders talentierten' Frauen oder Lesben und Schwulen ihren Aufstieg zu ermöglichen. Gleichzeitig muss die Mehrheit ihr Leben im Keller verbringen.

Dabei geht es aber nicht um die horizontale Dimension links/rechts, sondern um die vertikale Herrschaft oben/unten. Die finde ich aber bei allen rechten Parteien, bei Unternehmensvertretern und auch bei den linken Parteien DKP, MLDP und zum Teil bei Die Linke. Die verhalten sich darum systemkonform innerhalb ihrer eigenen Ismen.

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und klar, es geht um die Vertikale, das Horizontale ist eine Schimäre.

Gerade weil sich Mann und Frau in der Genderszene hauen wie die berühmten Kesselflicker. Alice Schwarzer beispielsweise ist ja mittlerweile sowas von rechts, während die jungen Feministinnen alle wohl gern eine Anne Will wären; bitte nicht die Alice Weidel ...

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... : «Folge dem Buddha und wähle die Mitte!»

Damit ist nicht die real existierende gesellschaftliche Mitte in D gemeint, die ist rechts, konservativ und herrschsüchtig, sondern die politische Mitte, die zwischen den Extremen differenziert und sich nicht korrumpieren läßt.

wie ich unmittelbar nach der sog. wiedervereinigung als "dozent" (eher als agent) von einem privaten bildungsträger in kassel beauftragt wurde nach dresden zu fahren (robotron kombinat), um dort mit anderen westdeutschen kollegen ein sog. fortbildungsseminar für ex-ddr-bürger abzuhalten, die nach der wende arbeitslos wurden (waren arbeitsmarktpolitische massnahmen, die von den arbeitsämtern unter anderem an westdeutsche private bildungsträger vergeben wurden- und sich am sozialen elend im osten eine goldene nase "verdienten".) die menschen sollten schnellstmöglich, ähnlich wie bei den ausländischen zuwanderern in heutigen integrationskursen, systemkonformes wissen und denken erwerben (adaption der herrschenden lehren des westparadieses). kurz: waren (mit) die schlimmsten tage meines lebens mit anzusehen, wie man den teilnehmern ihre würde und biographie (subtil) beschädigt hat. dafür schäme ich mich immer noch!

vor diesem hintergrund lesenswert: andere wende.
https://www.freitag.de/autoren/karsten-krampitz/andere-wende

"Die DDR-Geschichte wird noch immer so erzählt, dass sich neun von zehn Menschen nicht darin wiederfinden."

durch deine persönlichen erlebnisse kannst du dich in die gruppe der augenzeugen der geschichte einreihen und hast vielleicht ein ahnung davon, was es mit menschen macht, die für die schockierenden und unerwarteten "neuen verhältnisse" nun freude und dankbarkeit aufbringen sollten - und menschen wie dir vermittelt wurde, was du doch tolles und hilfreiches "für die glückliche zukunft" tust.

ich selbst habe nach 27 jahren die hoffnung aufgegeben, denn die westliche propaganda und hetz-gehirnwäsche ist einfach gelungen und nur wenige sind dagegen immun bzw. willig und fähig, sie zu durchschauen ... und zusätzlich auch unfähig "scham" zu empfinden und daraus konsequenzen zu ziehen. das ist das grausame kapitalistische erbe, was ich mir jeden tag seit der wende anhören muß - und es wird mit hohn und total haltloser besserwisserei den NEUN von ZEHN menschen aus der ddr entgegengeschleudert >>> und nun wurde die flüchtlingspolitik (aber auch gender&co.) in den fokus gerückt, um von dem ganzen SONSTIGEN ungerechtigkeiten in der deutschen (+eu) gesellschaft abzulenken ... dabei ist die instrumentalisierung von terror(angst) und das "totale" sicherheits- und überwachungskonzept das neu sevierte "gefundene fressen" für die braven nicht-denker

im osten wurde es geschafft, einen hass gegen ALLES AUS DEM VERLOGENEN WESTEN (politik, medien, sozialpolitik, arbeitslosigkeit, schlechtere bildungs- und freizeitangebote u.u.u.) zu manifestieren ... und dazu kam dann die "gründung einer alternative", die dies auf die flüchtlingspolitik "ganz einfach" aus der tasche zaubern konnte (und heute mit großen teilen der cdu/csu/grünen/spd) PRAKTIZIEREN KANN >>> für einen reaktionären rechtsruck und zur völligen orientierungslosigkeit im alltag der "einfachen menschen", die eins vereint: der kanal ist voll

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kann ich, was meine beruflichen Erfahrungen zur ersten Nachwendezeit angeht, so nicht bestätigen.

Wir IT-ler sind da vielleicht eine Ausnahme, aber die bisherigen Kollegen, die Programmierer aus Bangalore (Indien) der eine aus Nigeria, die Techniker aus dem Iran oder dem Irak (Basrah Airport)  wurden nun ergänzt durch diejenigen aus Chemnitz; und noch weiter östlich.

Ich gebe es gern zu: Die in saubere Programmierung umgesetzte Logik ist nicht alles, aber die neuen Kollegen wurden genau dahingehend auf den Prüfstand gestellt - hatten teilweise die besseren Karten ...

Und ob sie Machos waren, mehrere Frauen hatten usw. das hat mich/uns damals kaum interessiert. 

was du beschreibst sind neue kollegen - egal woher sie kommen und EINFACH nur ordentlich arbeiten sollten

und nicht die schar von arbeitslosen, bei denen es um nix fachliches ging, dass ihnen abgefordert wurde - sie wurden wie kleine dumme kinder behandelt - und zwar meist von "wessis" die NUR diesen job zu erledigen hatten ...

ist auch egal, der von josé verlinkte beitrag ist spannend für mich ... seit 27 jahren (nsu werde ich in 120 jahren ja nicht mehr erleben)

hier ein antwortkommentar von krampitz an füller, bei dem vor allen der letzte satz täglich an aktualität gewinnt "wenn schon nicht mehr die roten sed-stasi-socken, dann die nationale alternative - also die "rache" der jugend für das täglich erlebte leid ihrer eltern in DIESEM "merkel-muß-weg-system der lügenpresse"

"Die Natur belohnt die Angepassten, normalerweise. Hinzu kommt, dass die SED-Diktatur ein komplett anderes System als das Dritte Reich war. Der Opportunismus meiner Eltern hat Gott sei dank nicht dazu beigetragen (auch nicht indirekt), dass Polen überfallen wurde. Es wurden auch keine Gaskammern gebaut und keine Folterkeller der Gestapo errichtet. Die DDR in eine Linie mit dem Nationalsozialismus zu stellen, ist schlicht unwahr. Genau das aber hat die Stasi-Unterlagenbehörde immer getan und auch der "Forschungsverbund SED-Staat" an der FU-Berlin etc. Dieses Geschichtsbild trug zur Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas in den Neunzigerjahren bei, ebenso zur Verharmlosung des Dritten Reiches. Die jungen Nazis in Brandenburg sagen sich seither: "So schlimm kann's ja bei Hitler nicht gewesen sein, wenn alles so war wie in der DDR."

schön ist auch der kommentar von @grenzpunkt0 an @w.endemann

" Es geht mir nicht um den läppischen Beitrag, sondern um den Geist, den ein Chefredakteur unweigerlich in ein Blatt einbringt.

Günter Gaus hat diesen Geist bereits 1992 in seiner Dresdner Rede unübertroffen dargestellt:"

ps. machos mit vielen frauen aus der ddr??

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Vielleicht hätte ich es noch allgemeiner formulieren sollen.

Asche auf mein Haupt, sowieso. Und dennoch gebe ich einfach zu, dass mich bei neuen Kollegen (waren meist Männer) in erster Linie deren mathematisch-logisches, programmiertechnisches Vermögen interessiert hat; egal, ob sie aus Nigeria, dem Irak, Indien oder eben Chemnitz kamen.

Der natürlich irgendwie gegebene gesellschaftspolitisch Hintergrund war nicht wirklich ein Thema. Keine Ahnung, ob das an mir lag, an den jeweiligen Gegenüber oder einfach am Inhalt dessen, was wir gemeinsam zu bearbeiten hatten.

Heute sehe ich das natürlich anders, daher eben die Asche auf mein Haupt ...

darum geht es doch - um die geschichtsSCHREIBUNG bzw. verbiegung - bei die plätze ideologisch besetzt werden - aber eigentlich weiß das ja jeder selbst - ist jedoch aus dem westen davon fast nicht betroffen - aber 16 millionen aus dem osten (ohne geld, arbeit, stimme) und dabei gab es - wie du schreibst EINZELNE, die es mit einem angemessenen job entsprechend nur ihrer qualifikation geschafft hatten.

heute z.b. wird mit islam-verbänden u.a. organisationen der flüchtlinge versucht, deren kultur zu verstehen bzw. zu integrieren - die "ossis" hat KEINER nach ihren erfahrungen gefragt - die waren per se minder und uninteressant bis anrüchig und störend - da ist es kein wunder, wenn genaus diese verprellten ossis nun einfach feststellen, dass auch die flüchtlinge andere kulturen und religionen mitbringen - aber dafür riesiges mediales interesse besteht

doch es gibt ein kollektives gedächtnis und ein lebensgefühl, dass mit füßen getreten wurde und eben nicht bei der betroffenen generation aufhört - und die politik macht nix anderes, als dieses in die "nazi-ecke" zu stellen ... und wenn man diesem einfach folgt, hat es sogar eine gewisse logik, die flüchtlinge in die "islamisten-ecke" zu stellen

... ich wollte nur sagen: beides ist fatal - benachteiligte machen terror - solange die ursachen dafür nicht beseitigt werden, doh die haben in meiner erinnerung mit den gesellschaftlichen ungerechtigkeiten der wende begonnen und wurden in jugoslawien gesteigert - doch jetzt betrifft es die afrikaner viel existenzieller durch die jahrelangen ungerechtigkeiten, die nicht mit einsicht (und scham) - sondern mit gewalt (noch mehr zu erwartende gegengewalt) angegangen werden ... in deutschland ist dies bei g20 und auf der anderen seite mit afd/nsu zu beobachten ... nur die lämmerherde der mitte kann sich in der groko finden und neue sicherheitsgesetze brav und still erwarten ... die ränder werden gesäubert - bis sie selbst mal am rande stehen und klingeling hören

"Die Sichtweise auf @adrianbe und die Art des Umgangs mit seinem Beitrag hier ist in der Form nicht freundlich, um das mindeste zu sagen. "

grätscht er krampitz und seinen unterstützern durch seine spagatübungen in die seite - eine klare (gegen)haltung hat er nicht drauf (ein bißchen staatskonformität muß gewahrt bleiben, wenn man karrierebewußt sein möchte) ... also: böse, böse >>> unfreundlich !!! und sagt auch gleich, was "lieb" ist:

"die Krampitz waren Aufsteiger und profitierten vom System."

" sondern ein gefühltes Versprechen von 'denen da oben', dass es ihnen im Lebensstandard jedes Jahr ein wenig besser ging." Soll das eine Konsumgesellschaft beschreiben? Im Osten der Republik? Gehe ich Recht in der Annahme, dass die DDR kollabiert ist, weil sie weder ihre Bevölkerung allgemein und gut versorgen konnte noch ihr politische Freiheit gewährte. "

"wenn plötzlich eine reale oder gefühlte Konkurrenz durch Asylbewerber eintritt. Dann hat man ganz fix AfD-Parolen parat – auch wenn man vorher "jahrelang über Solidarität und Internationalismus geschrieben hatte"."

herr füller hat nur EIN "liebes" system im kopf: aufsteigen im "richtigen=kapitalistischen" system

konsum, konsum, konsum ... selbst bei hartz4 und arbeitslosigkeit-verordnung von "denen da oben" - sonst böse und selbst schuld

gegen reale konkurrenz helfen nur "afd-parolen" und kriege werden heute gemacht ... aus solidarität und nur zum besten ! und internationalismus heißt in ganz europa muß wieder deutsch gesprochen werden ... wieso werden die "afd-paraolen" REAL durch die regierung in die praxis umgesetzt und GLEICHZEITIG die afd als prügelknabe vorgeführt? total "lustig" die gleiche hand (selbst) zu schlagen, die anderen ins gesicht schlägt >>> ganz großes kino der attitüden im spagat

wird gerade als "besonders wertvoll" = NEUE wertekultur für potentielle "aufsteiger und profiteure" im "freiheitlichen rechtsstaat" als slogan verkündet ... und du hast KEINE wahl

der bekennende nichtwähler timo rieg im gespräch mit telepolisherausgeber florian rötzer über die aleatorische demokratie, deren parlament durch losentscheid zustande kommt. für timo rieg stellt das bürgerparlament keine herrschaftsform dar, sondern ist aus "arbeitsökonomischen Gründen ein "Minipopulus". Dieses Parlament soll Gesetze beraten, Fragen dazu stellen, Vorschläge machen, die Bürokratie auf Trab halten." über die vorteile und bedenken eines solchen partizipativen demokratischen systems gegenüber der herrschenden parteiendemokratie sprach er mit rötzer in diesem nachdenkenserten videobeitrag: https://www.heise.de/tp/features/Aleatorische-Demokratie-3400752.html

ansonsten der neueste beitrag von raul zelik im nd: "In Katalonien scheint die Polizeiaktion sowieso alle Dämme gebrochen zu haben. Die Universitäten sind besetzt, die Hafenarbeiter von Barcelona beschlossen, die vor Anker liegenden Polizeischiffe nicht mehr zu versorgen, und selbst die Gewerkschaft Comisiones Obreras, die das Referendum bislang ablehnte, hat sich an Straßenblockaden beteiligt. Wie sehr sich das Panorama verschoben hat, illustriert nichts deutlicher als die Ereignisse vor dem Parteisitz der linksradikalen CUP vergangene Woche. Als die Polizei das Büro der Unabhängigkeitspartei (die mit 8 Prozent im Parlament vertreten ist) zu stürmen versuchte, stellten sich ihnen nicht nur CUP-AnhängerInnen, sondern auch Mitglieder der linksalternativen Stadtregierung von Bürgermeisterin Ada Colau, anarchosyndikalistische GewerkschafterInnen und der rechtsliberale Ex-Bürgermeister von Barcelona Xavier Trias in den Weg. Genau diese Breite des Protests wird für Madrid zusehends zum Problem. Bisher war das Referendum nämlich nur von den Unabhängigkeitsparteien – dem sozialliberalen Bündnis Junts pel Sí und der CUP – unterstützt worden."https://www.neues-deutschland.de/artikel/1064689.unabhaengigkeit-fuer-me...