16 Sep 2017

Innehalten in der "kranken Arbeitswelt"

Submitted by fahrwax

Peter Nowak beschäftigt sich bei Telepolis mit den kollektiven Krankschreibungen der Piloten bei Airberlin. Er zieht daraus korrekte Schlüsse:

"Viele Beschäftige in Deutschland könnten sich an den Piloten ein Beispiel nehmen. Sie sollten eher auf ihre Gesundheit achten, als krank zur Arbeit zu gehen."

Ein Kommentar bei TELEPOLIS:  https://www.heise.de/tp/features/Krankmeldung-als-Waffe-in-einer-kranken-Arbeitswelt-3833980.html

 

Die Propagierung dieser Methode des Klassenkampfes ist aber nicht neu und selbst AMAZON - die Firma die sich um Arbeitskämpfe und die Krankmacherei beständig & allerfeinst bemüht - vertreibt für's liebe Geld die Antithesen zu Wissen & Wohlstand aus altbekannten - unsterblichen - Anarchokreisen als Dokumentation:

 

 

Begüterte können die Doku gleich hier erwerben: https://www.amazon.de/Wege-Wissen-Wohlstand-oder-Dokumentation/dp/392269103X

Weniger Begüterte, dafür umso mehr interessierte bevorzugen das Internetz zwecks kostenloser Information zu dieser berüchtigten Handlungsanleitung von:

 

"Dr. med. A. Narcho"

Die In der bundesdeutschen Subkultur (Ende der 70ziger) kursierte ein Leitfaden mit Tips zum Krankfeiern. Die Schrift ist vielerorts schon vergriffen - sachte der Spiegel 1980.
 
Aber denkste - nicht nur das Netz kennt kein Vergeben & Vergessen:
 
"Aus allen Ecken und Enden tönt uns das Krisengeschrei der Kapitalisten und ihrer Politiker in den Ohren. Die Illusionen tausender Arbeiter, die glaubten, man müsse sich bloß ruhig verhalten und ja nicht auffallen am Arbeitsplatz, zerplatzten in den letzten Jahren, mit der Aushändigung der Entlassungspapiere. Gewiß - Rädelsführer. Blaumacher und Saboteure fliegen eher. Doch ihnen gehört unsere Sympathie - nicht denen, die mit gekrümmtem Rücken als höchstes Glück auf dieser Erde, den "Besitz" eines Arbeitsplatzes wähnen.

Dieses Broschürchen hat bloß einen Sinn: Diejenigen zu informieren, die es noch nicht so genau wissen, wie sie ihre läppischen 4 oder 5 Wochen Urlaub strecken können. Gute Krankfeirer bringen es auf 3-4 Monate im Jahr. Das Krankfeiern selbst ändert jedoch nichts am Fabriksystem oder der Bürohierarchie. Das geht bloß durch gegenseitiges Vertrauen, gemeinsam langsamer arbeiten, Sabotage und wilde Streiks. Kein Vertrauen in die Gewerkschaften zu haben, ist schon vernünftig, weicht jedoch oft dem lapidaren "man kann ja eh nix machen". Genau damit überlebt diese Produktionsweise, die heute schon die technologischen Möglichkeiten unserer wildesten Zukunfts-Fantasien in sich birgt. Die Gesetzmäßigkeiten des Kapitals - nicht der Mensch, sondern der maximale Profit als Mittelpunkt jeder Entwicklung - da ist die Ursache der Krankheit, der Todesfälle am Arbeitsplatz...

»Arbeit macht frei« stand über dem Eingang der Vernichtungslager der Nazis. Zynischer Höhepunkt einer deutschen Arbeitsmoral.

Der alte Trick, für alles Schlechte auf dieser Welt die richtigen Sündenböcke zu finden, greift angesichts der so entstehenden Einfachheit, immer wieder. "Die Asylanten müssen Granulat fegen." Da schlägt das Herz des deutschen Spießers wieder höher. "Arbeitslose endlich von der Straße weg - in den Arbeitsdienst". Alles scheint jetzt schon in Ordnung.

Recht so, wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen, wird er sagen, unser Staats-Loyaler, mit dem gesunden Menschenverstand. So gibt es wohl für jede (Arbeits-) Moral eine "Rechtfertigung". Doch wir verweigern uns diesen Diskussionen, heben nur den Arm und weisen in die Richtung: »Schuttplatz der Geschichte«

Hier nehmen wir den Faden wieder auf. So kann dieses Broschürchen eine subversive Kraft werden, wenn es gemeinsam angewandt wird. Wenn der dumme Meister einem einschüchtern will, am nächsten Tag hat man eine Erkältung. Wenn die Zeiten am Band verschärft werden, ja, da muß man doch krank werden, wenn der Bürostreß zunimmt, Gastritis kriegen...

Die Herausgeber"

Die komplette, ursprüngliche Broschüre ist bei der freien Agora dokumentiert, aber auch mit aktuellen Hinweisen zum nützlichen Gebrauch versehen:

 

http://agora.free.de/sofodo/tipps/krank-feiern-gesund-schuften/

 

Es möge helfen........

 

Kommentare

im digitalen arbeitszeitalter heisst es auch gegen "digitale erschöpfung" zu kämpfen, so markus albers in einem Interview. weiter heisst es im interview: "Wir haben die Ketten an dem Schreibtisch abgeworfen und uns dann nur längere Ketten angelegt und sind jetzt eben an die Bildschirme gekettet, und das ist vielleicht schlimmer", so der Journalist. "Ich sage auch immer so halb im Scherz, dass wenn meine Töchter, die noch klein sind, dann irgendwann mal arbeiten werden, werden die mich fragen, Papa, was war das mal, Feierabend. Der ist ja heute eigentlich schon tot, dieses Konzept, dass man irgendwann das Büro verlässt und dann nicht mehr arbeitet. Die Arbeit sickert gerade in den allerletzten Lebensbereichen auch rein."

http://www.deutschlandfunkkultur.de/markus-albers-digitale-erschoepfung-...

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Mir persönlichen bekannten Mitarbeitern einer eifeler Brauerei - die ich eifrig boykottiere - gab ich schon vor Jahren den Rat sich auf dem Werksparkplatz mit nem Wohnwagen zu positionieren, wegen der jederzeitigen Abrufbarkeit und der 'Sicherheit ihres Arbeitsplatzes'.

Leider halten die das bis heute für einen Scherz.........

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Die Piloten von Air Berlin hatten krank gemacht, weil die Verhandlungen zu einem Sozialplan abgebrochen wurden. Wenn dann der Staatssender Deutschlandfunk das verurteilt, weil der Bund gerade mal ein Überbrückungsgeld gezahlt hat, ist auch das zu verstehen. Aus dieser Aktion der Piloten gleich eine kranke Arbeitswelt zu machen ist ein Schmarrn.

Keine Frage, die Arbeitswelt ist krank, aber dann nehme ich einen etwas realeren Aufhänger, um darüber zu berichten.

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...... haste überlesen ist dir als Inhalt entgangen, lieber Heinz?

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Offensichtlich hast du meine Kritik nicht wahrgenommen.

Ich halte das Verhalten der Piloten für richtig, aber nicht für einen Klassenkampf. Klassenkampf ist was anderes. Hier geht es um die Übernahme einer Fluggesellschaft, die weiter betrieben werden soll. Die Piloten haben auf den Abbruch der Verhandlungen über einen Sozialplan für alle Mitarbeiter reagiert. Hier von einer Störung der Verhandlungen mit potenziellen Käufern zu reden ist dummes Gequatsche von Leuten, die nix davon verstehen. Jeder Käufer kalkuliert den Sozialplan mit ein, andernfalls hätte er die Mitarbeiter, die er braucht, gegen sich. Das riskiert niemand, der die Air Berlin weiter betreiben will.

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"Jeder Käufer kalkuliert den Sozialplan mit ein, ...", das ist völlig richtig, aber nicht aus den von Dir genannten Gründen, denn
1. ist die Übernahme aller Piloten überhaupt nicht im Interesse der Investoren und
2. vor allem nicht zu deren Vorstellungen (alten Konditionen).

Abgesehen davon war deren eigene Gewerkschaft gegen den Quasistreik!

"Störung" ist insoweit der falsche Begriff, ich würde es eher als eine Geste der Verzweiflung sehen.

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Genau das war der Tenor der Medien

Zweifelsfrei wird bei einer Übernahme der Air Berlin restrukturiert und beim Personal werden Federn gelassen. Gerade darum sollten die Verhandlungen zum Sozialplan NICHT einfach abgebrochen werden. Damit wird eine völlig überflüssige Drohkulisse aufgebaut, die weitere Verhandlungen belastet. Bisher ist auch nicht klar, ob die Gesellschaft ganz oder in Teilen verkäuflich ist und was eine Gewerkschaft dazu meint, ist nicht immer richtig.

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der muss nun absolut nicht zuhause abhängen und kann zwecks verantwortlicher Mitwirkung zur schnelleren Gesundung erquickliche Sparziergänge machen und sollte sich, was vorkommen soll, auch nicht vom Arbeitgeber einschüchtern lassen, wenn der noch nie davon gehört hat. Darüber gibt es einschlägige Gerichtsurteile und Betriebsräte (falls vorhanden), sollten das auch den Kolleginnen und Kollegen mitteilen.

Dumm dabei ist allerdings, anders als bei den Piloten, dass dann oft die eigene Arbeit liegen bleibt (also nachgearbeitet werden muss) oder von den "Gesunden" übernommen werden muss, was dann schnell Risse im Gebäude der Solidarität erzeugt und der "Feind im eigenen Lager" gesehen wird.

Zudem werden Kuren zum Erhalt der Arbeitskraft, die früher noch als Mittel zum Zweck betrachtet wurden, heute i.d.R. erst verschrieben, wenn der Krankheitsfall bereits eingetreten ist. Also könnte man "Krankschreibung" auch als legitimes Mittel argumentieren, dass sich sogar als neoliberales einordnen lässt, da systemkonform!

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Da kommt die Solidarität  zuerst - die allgemeine Krankschreibung ist dann das Ergebnis von Solidariät?

Wer sodann den "Feind im eigenen Lager" sieht, wird im gegenüber liegenden Lager stehen?

Die "Nacharbeiter" benannten Menschen mit Rückrat früher einmal als  "die Streikbrecher".......

Inzwischen dürfen wir längst mutmaßen, dass liegen gebliebene Arbeit seeehr recoucenschonend auf Mensch & Globus wirkt.

Weniger ist regelmäßig mehr - bei der entfremdeten Arbeit und bei Schneckenhäusern 6-Meter-Wohnmobilen.

Tschuldige bitte, wenn das nun ein wenig altklug daher kommt......., aber diese Thematik ist auch schon scheiße alt und wird von den Teilern & Herrschern immer wieder gern benutzt.

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grenzwertig hinsichtlich der Solidarität gegenüber den übrigen Angestellten (insgesamt 8.500, davon 1.500 Piloten), denn in dem laufenden Insolvenzverfahren dürfte das nicht allzu unterstützend sein.

Aber hier ist dein "ressourcenschonend" dann eher als Satire einzuordnen, andernfalls kannst Du ja mal einige Betroffene dazu befragen.

"Sie meinen die Äußerungen der Bundesregierung oder auch Ihres Geschäftsführers Thomas Winkelmann, die an die Mitarbeiter appellieren, zur Arbeit zu kommen?

Peter N. Ja, genau. Ich weiß, dass sich am Mittwoch genügend Crewmitglieder gesund gemeldet haben und hätten fliegen können. Aber das Unternehmen hat trotzdem mehr Flüge gecancelt als nötig. Das passiert nur aus einem einzigen Grund: Den Piloten wird der Schwarze Peter zugeschoben. Sie sollen plötzlich Schuld an der Insolvenz sein. Das ist doch Blödsinn. Fakt ist, dass wir seit Jahren am Limit arbeiten. Uns wurden teilweise unsere Urlaubstage abgekauft, damit wir fliegen können. Ich weiß gar nicht mehr, wie viele Sanierungsprogramme ich schon mitgemacht habe. Unsere Personalsituation ist seit Jahren schwierig, wir haben nicht genug Piloten. Weil sich 200 von knapp 1400 Piloten krank gemeldet haben, bricht jetzt der Flugbetrieb zusammen? Das ist doch lächerlich." http://www.rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/insolvenz-von-air-berlin-...

btw: als ich mal vor "jahrhunderten" in die freitags-community gelangte, habe ich mal darüber kurz berichtet: Karoshi: Tod durch Überarbeitung. https://www.heise.de/tp/features/Karoshi-Tod-durch-Ueberarbeitung-334740...

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aber auf die Appelle von den Gewerkschaften:
"Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit appellierte an die Mitarbeiter der Fluggesellschaft, den Betrieb der insolventen Airline sicherzustellen. Es sei "extrem wichtig, dass der Flugbetrieb weiterläuft", sagte Cockpit-Sprecher Markus Wahl. Ansonsten sei ein Lösungsweg am Verhandlungstisch "unmöglich". Zuvor hatte bereits die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di die Mitarbeiter von Air Berlin aufgefordert, den Flugbetrieb weiter aufrechtzuerhalten, um die Arbeitsplätze nicht zu gefährden. Allerdings seien die Krankmeldungen nicht verwunderlich, da es um die "Existenzen ganzer Familien" gehe, hieß es." (Zeit Online vom 12.09.)

Auf der Seite von Air Berlin wird ein Flottenbestand von 144 Maschinen angegeben. Wenn sich nun etwa 200 Piloten und zwar die für den aktuellen Flugplan, kurzfristig krank melden, dann dürfte das auch in anderen Verkehrsunternehmen zu beträchtlichen Ausfällen führen. Was tatsächlich dann ohne Streichung geht oder nicht, kann ich natürlich nicht beurteilen. Was den Infostand der Piloten darüber betrifft, bleibt offen. Allerdings sollte deren Betriebsrat die Infos schon haben und müsste die Position (Vorwurf über mehr Ausfälle als notwendig) widerlegen können.

Bild des Benutzers Heinz

Sicher haben die Geschäftsleitung, die Gewerkschaften und die Piloten unterschiedliche Interessen. Von den Piloten haben etliche krank gemacht, ich gehe mal von 200 Krankmeldungen aus, bei einem Personalbestand von ca. 8400 und PilotenBestand von ca. 1400.

Letztendlich haben die sich krank gemeldet, weil die Verhandlungen zum Sozialplan abgebrochen wurden. Die Gewerkschaften haben an diesen Mitarbeitern kein Interesse, weil die pensioniert oder abgefunden werden. Den Erwerbern ist das egal, weil die Abfindungen vom Verkaufserlös bezahlt werden müssen.

Die Verhandlungen bei einem Sozialplan gefährden in gar keiner Weise den Flugbetrieb und den Verkauf; lediglich den Reibach des Verkäufers.

PS: Wenn Politiker dazu was pupsen, bedeutet das einen Pups und eine Woche vor der Wahl zählt jeder einzelne Pups.

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Die  ehemaligen Kampforganisationen sind längst zu Garanten von "Betriebsfrieden" und sonstigen Hirnschissen politischen Vorgaben verkommen.

Überall wo sich "Arbeiterwille" effektiv äußert passiert das gegen den Willen einer Nomenklatura die zum Bestandteil des spalterischen Herrschaftsystem mutierte. Das Stoppen rollender Räder von Arbeitsverdichtung + Ausbeutung ist der pure Horror für den aufstiegsgeilen Funktionär - so ein Zufall.....

Die Hetze gegen alles was sich noch bewegt ist ein Grundprinzip des herrschenden Schwachsinn.

Das es eben immer gangbare Mittel & Wege zur Wehrhaftigkeit gibt ist der zentrale Gedanke meines obigen Geschreibsels.

Die verdeckte Krankschreibung ist auch ein praktikabler Einstieg - eine bewußseinerweiternde (Flucht) Maßnahme für emazipatorische Hamster.

Beständig zunehmende Entmündigung ver-erklärt jeden wirksamen Widerstand zur antisozialen, egoistischen Tat - das ist reaktionäre Zweckpropaganda, mehr nicht. Die Agenda gegen die Lokführer & ihren "Cheffe" gab darüber bereitwillig Auskunft.

Höhrt die Signale, oder leert die Regale?

 

Bild des Benutzers Heinz

Air Berlin hat Flüge gestrichen, um Kosten zu sparen. Das ist eine rein betriebswirtschaftliche Maßnahme, weil diese Flüge wegen schlechter Auslastung mehr kosten, als sie bringen. Die Qualitätsjournalisten haben da etwas besser recherchiert, als so mancher quäkende Politiker.

ist die titelüberschrift in der heuigen spanischen online-zeitung "publico": "La precariedad mata cada día a más gente"
http://www.publico.es/sociedad/accidentes-laborales-precariedad-mata-dia...

wie es in der zeitungsmeldung heißt, sind allein in den ersten sieben monaten dieses jahres 300 arbeitnehmer durch arbeitsunfälle ums leben gekommen. für das vergangene jahr 2016 werden 629 todesfälle infolge von unfällen am arbeitsplatz bzw. auf dem weg zur arbeit beklagt. insgesamt wurden 2016 über 560.000 leichte bis mittelschwere arbeitsunfälle offiziell gemeldet. die spanischen gewerkschaften führen den anstieg der betrieblichen unfälle gegenüber den vorjahren auf die neoliberale arbeitsmarktreform unter der rajoy-regierung zurück, die im interesse der unternehmerschaft zu mehr befristeten oder rotierenden arbeitsverhältnissn führte, jedoch den notwendigen ausbau des arbeitsschutzes versäumte. zudem befürchten viele arbeitnehmer in prekären beschäftigungsverhältnissen, dass sie möglicherweise ihre arbeit aufs spiel setzen, wenn sie den spanischen aufsichtsbehörden die gesundheits- und lebensbedrohlichen risiken am arbeitsplatz melden würden.

http://www.publico.es/sociedad/accidentes-laborales-precariedad-mata-dia...

Bild des Benutzers fahrwax

 

"Gute Arbeit, Arbeit, die nützt und nicht schadet, kann nicht zustande kommen, wenn Menschen statt zu kooperieren konkurrieren müssen; wenn ihr persönliches Handeln ausgeschaltet wird und sie einen ihnen zugewiesenen Platz in einer Maschinerie nur noch auszufüllen haben; wenn ihnen durch ihre Arbeitsproduktivität immer mehr Konsum aufgenötigt wird, der sie abhängig und unzuständig macht, und wenn ihre Arbeit vorrangig im Dienst der Profitsteigerung von Konzernen steht.

Dass es gute Arbeit diesen erdrückenden Befunden zum Trotz geben könnte, scheint aussichtslos. An eine Humanisierung der Arbeitswelt kann man, ohne sich selbst etwas in die Tasche zu lügen, kaum glauben. Zu fragen wäre vielmehr, ob man aus ihr ausscheren, ob man sich ihren Forderungen zeit- oder teilweise entziehen und durch anderweitige Tätigkeit seinen Lebensunterhalt bestreiten könnte; ob es also ein Abseits der Arbeitswelt gibt oder geben könnte, wohin ihre Herrschaft nicht reicht und wo ihre Erpressungsmechanismen nicht greifen. Es sind ja längst viele, die sich aus der Arbeitswelt davonmachen, entweder, weil sie rausgeschmissen oder weil sie krank werden oder weil sie zu alt sind."

http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/wer-arbeitet-suendigt-ein-plaedoyer-fuer-gute-arbeit-marianne-gronemeyer