3 Okt 2017

Separatismus ante Portas

Submitted by Heinz

Piep, piep, vor 60 Jahren piepte der Sputnik um die Erde. Heute piept der Sputnik die neuesten Nachrichten:

sputnik

Quelle Sputnik Deutschland

Nach Abstimmung in Katalonien:
Auch Venetien will ein Referendum – bis Ende Oktober

Kommentare

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scheint mir das Einzige, was außerhalb der jeweiligen Autonomiebestrebungen nötig bzw. möglich ist.

Und "neu denken" bedeutet eben keine einseitige Stellungnahme (die dann auch sehr schnell zu parteiischen Handlungen führen muss), wie es aktuell von Merkel bis Junker in Sachen Katalonien verkündet wird.

Spätestens nach dem Brexit täte die EU gut daran, ihren zentralistischen Kurs zu übeprüfen und neue, dezentrale Entwicklungen nicht nur widerstrebend zuzulassen, sondern diese gar zu fördern.

Aktuell ein Exempel an Katalonien zu statuieren (was ja ernsthaft in Erwägung gezogen wird), muß zwangsläufig kontraproduktiv wirken.

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Der richtige Zeitpunkt war 2005 nach der gescheiterten Verfassung für die EU. Die gesamte Konstruktion des EuroRaumes ist auf eine einheitsstaatliche und zentralistische Gewalt ausgerichtet, die eine gemeinsame Verfassung mit einer gemeinsamen Wirtschafts- und Währungspolitik notwendig macht – nichts davon gibt es und wird es jemals geben. Dort liegen die Ursachen für den Brexit und andere Saparatismusbewegungen.

es gibt auch ein paar leute am theater, die sich so ihre gedanken machen:

"Nehmen wir das bedingungslose Grundeinkommen – ein wunderschöner Einfall, solange man nur auf die Schweiz oder Europa guckt. Aber wenn man rauszoomt, ist das natürlich extrem zynisch: Das Geld, das unsere Konzerne durch Wirtschaftsverbrechen in der sogenannten Dritten Welt einnehmen, soll kollektiv verteilt werden. Wenn wir also schon die halbe Welt ausbeuten und alle schmutzige Arbeit exportieren, soll sich wenigstens niemand schlecht fühlen dabei. Diese Externalisierung aller Folgen unserer Lebensweise finde ich gut, da sie immerhin ehrlich ist. Es ist ja eine radikale Vorstellung, dass die europäischen Gewinner in der Geburtslotterie sich «bedingungslos» gut fühlen sollen, während Teile Indonesiens im Ozean versinkt und im Kongo sieben Millionen Menschen in den Minengebieten sterben. Das macht die spezifische Blindheit unserer Epoche aus. Im Grund ist es irre, dass die avancierteste Idee der linken Intelligenz heute eine Leibrente für alle ist. Das schaltet jede Form echter Solidarität und damit der Revolution aus. Wir warten einfach ab, bis alles zu Ende geht.

Man hört oft, der politische Antrieb zur Revolution sei heute von den Rechten gekapert worden. Teilen Sie diese Einschätzung?
Nein. Wenn wir von Humanismus und Universalismus reden, kenne ich von rechts einfach kein Projekt. Eine wahre Revolution betrifft halt: alle. Das ist vielleicht eine Definitionsfrage, aber alle Revolutionen von rechts zielen ja darauf, den Wohlstand einer zufällig definierten Gruppe zu erhöhen. Es gibt keinen revolutionären Universalismus von rechts. Bei den Rechten geht es immer um ihre ganz spezifischen Lebenswelten, die sie sich bewahren wollen."

https://www.woz.ch/-80fc

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Salz ist ganz, ganz schädlich, Eier haben ja so viel Colesterin, also kein Frühstücksei mehr – nie nicht mehr!

..... es ist im Grunde ganz schlicht und so simpel, wir können entweder die Globalisierung als soziales, solidarisches Gebilde verstehen, oder eben weiter wie bisher, den verteilungsliberalen Anarchismus der Gewinner spielen.

Ersteres wäre am Ende die soziale Anarchie der intelligenten, friedliebenden Wesen, die sich von Angst und Krankheit befreit, sich ein wohlversorgtes, vielschichtiges und freudvolles Sein in einer intakten, lebensfreundlichen Biosphäre, die sie verstehen und respektieren, ermöglichen, für jeden Ihrer Art.

Letzteres ist die Realität und es ermöglicht vielleicht auch das Leben - befreit von Angst und Krankheit, womöglich gar extrem verlängert, bei maximal denkbarem Hedonismus und ohne Grenzen bezüglich Moral, sozialer, ökologischer Verantwortung, für ein Promille der heutigen Art, vielleicht eine Art Halbgott schaffend.

Ja, wer weiß, vielleicht sahen die Göttersagen der Vorzeit genau diesen Wahnsinn voraus.

Nun, wir werden das nicht mehr persönlich miterleben, wir sehen nur die Tendenzen.
Die Tendenzen sahen auch schon Menschen die vor einigen tausend Jahren ihre Zeit ablebten.

Es wird nun konkreter.

Separatismus ist schlicht eine plumpe Geschäftsidee von Regionalpolitikern, die damit persönliche Claims etwas exklusiver für sich einzugrenzen suchen.
Menschen die dann plötzlich ihre "regionale Identität" entdecken und für diese Regionalfürsten ihre Gesundheit auf der Straße riskieren, hoffend, künftig weniger korrupten Führungskadern, weniger rabiaten Ausbeutungssystematiken ausgeliefert zu sein, sind in einer Art nationaler Umnachtung gefangen, so als hätte man ihnen schlicht den letzten Rest Verstand aus den Axonen gesaugt.

Das gilt im Grunde für alle die sich noch korrupteren, noch widerlicheren, noch offensichtlicheren Heuchlern andienen.
Gut, es gibt immer ein paar, die tatsächlich auf die Seite der Gewinner hüpfen dürfen - doch sollten die 100.000 auf der Straße tatsächlich glauben, sie gehörten zu dieser Gruppe?

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Ganz so holzschnittartig ist das nicht

Zwischen einer sozialen, solidarischen Globalisierung und wirtschaftsliberalem Catch as Catch can liegen unendlich viele Zwischenstufen. Ich empfehle dir darum etwas Fuzzy.Logik.

«Separatismus ist schlicht eine plumpe Geschäftsidee von Regionalpolitikern, die damit persönliche Claims etwas exklusiver für sich einzugrenzen suchen.»

Das grenzt an Geschichtsklitterung, die nur noch die geschäftige Gegenwart wahrnimmt und jegliche negative Wirkung von zentralistischen Einheitsstaaten leugnet oder schlicht übersieht.