26 Jan 2018

Irgendwo gelesen ...

Submitted by ebertus

Das Zitat aus und die Reflektion über einen Text, der hier (vorerst) nicht verlinkt werden wollte, natürlich und soweit dann aufgefunden, gern verlinkt werden darf.


"Der Schreckmoment ist vorbei. Wenn es auf der Linken so etwas wie einen Trump-Schock gegeben hat, dann hat er nicht lange vorgehalten. Identitätspolitik, also die Fixierung auf das Trennende anstelle des Verbindenden, steht wieder hoch im Kurs."


Mein Thema, auch hier immer wieder. Und wer dieses Trennende lebt, real auslebt, wird mich nicht als Unterstützer gewinnen; nicht halten können. Insofern und ehe ich dann mal wieder nach Italien mich verabschiede, vorher noch und ein weiteres Mal, am 10.02. den nach wie vor systemisch nicht eingemeindeten Moshe Zuckermann live erlebe, insofern mag ich nach wie vor das Verbindende, denn das Trennende in den Mittelpunkt meines Denkens und Handelns stellen.

"Links" und "McCarthy" passen nicht zusammen, weil erstere dann leztere in diesem neuen großgesellschaftlich angelegten Milgram-Experiment mit hoher Wahrscheinlichkeit noch überholen werden, weil erstere den eigentlichen Feind bereits weitgehend aus den Augen verloren, sich halb freiwillig eingemeindet, angepasst haben in ihrer ebenso (entschuldigend) halb freiwilligen Fixierung auf alte/neue Feindbilder;

die nicht nur möglicherweise  eher pontemkinscher Natur, realpolitsch-exekutiv weitgehend machtlos sind.

Trump stattdessen, um auf das eingangs erwähnte Zitat zu rekurieren, Trump ist real, ist kein Popanz; und bewegt sich nicht in pontemkinschen Dörfern. Trump geht jetzt in sein zweites Amtsjahr, obwohl alle politisch-großmedialen Sterbeglöckchen weiterhin bimmeln wie verrückt.

Sind der Tellerrand aka die Echokammer wirklich so alternativlos? Oder das Höhlengleichnis doch noch gültig; ein wenig ...

Kommentare

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Jan Fleischhauer wird sich über die gewonnene Reichweite freuen. Aber von wem ist der Spruch:

Fluchtursachen müssen bekämpft werden - Merkel muss weg!

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Antwort auf hadie  zum Kommentar Mut zur Raute
 

Auch in der SZ und ZEIT, zumindest hinter vorgehaltener Hand, wird das diskutiert. Nur sind diese hehren Qualitätsmedien ja Teil des Problems, Teil der Echokammer einer neulinken Identifikation. Im Gegensatz zu Fleischhauer, der da vielleicht auch ein Steckenpferd reitet, die Dinge dann sehr gut und nicht selten sarkastisch bis gar zynisch auf den Punkt bringt, im Gegensatz zu diesem Bad Boy  müssen die Guten einen fürsorgenden, manchmal gar etwas weinerlichen, dann wieder entrüstet sich gebenden Journalismus leisten;

der eben am Besten in der heimeligen Echokammer funktioniert.

Ansonsten Fluchtursachen müssen bekämpft werden  geht garnicht, ob mit oder ohne Merkel. Fluchtursachen sind ein basales Ergebnis von Imperialismus und Kolonialismus - jetzt faktisch auch mit "linkem" Segen; mit olivgrünem schon länger ...

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Bin gespannt darauf.
LG, Hermann

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Teilnehmerinnen des Women's March (in Berlin)

Teilnehmerinnen des Women's March (in Berlin)

... sondern die Unternehmen. Anstehen bei den «Eliten», um Rechte zu erbetteln bringt nichts, die sind als Stellvertreter nur nützliche Idioten und verweigern seit Jahrzehnten ihre soziale Funktion als Ausgleich zum Wirtschaftsliberalismus.

Spiegel Online: Eliten-Diskurs
Warum die Linke den Kampf gegen rechts verliert

Das Dilemma zwischen Politik und Wirtschaft ist, daß die Unternehmen in Stundenlöhnen rechnen und die Politiker (eigentlich) volkswirtschaftlich rechnen sollten. Seit langer Zeit rechnen die Politiker aber nicht mehr volkswirtschaftlich, sondern betriebswirtschaftlich, weil sie nur noch den Einflüsterungen der Wirtschaft folgen, von der sie dafür Parteispenden erhalten.

Die Pflegeversicherung u.a.

Diese verteuerte Krankenversicherung wurde (bis auf Sachsen) gegen den Buß und Bettag eingetauscht. Betriebswirtschaftlich war das für die Wirtschaft ein scheinbarer Gewinn; volkswirtschaftlich ist das eine Umverteilung von unten nach oben, weil die Kaufkraft des Einzelnen gemindert wird und sich das Volumen der staatlienen Zwangs-Versicherungen erhöht, das direkt in den Finazsektor fließt.

Die Riester-Rente, die regulierte Krankenversicherung und die betriebliche Altersvorsorge sind weitere Beispiele der «Staatlichen Geschenke» an die Versicherungswirtschaft; ganz nebenbei hat sich jeweils das Volumen der staatlichen Einflußnahme erhöht und im Umkehrschluß die Soziale Marktwirtschaft vermindert, bis sie von der Schröder-Bande mit den Hartz-Gesetzen ganz abgeschafft wurde.

Es reicht

Die wirtschaftsliberale Abzocke reicht. Entgegen JA's Meinung wird die AfD als «Volkspartei» diese Abzocke nicht ändern, sondern beibehalten und weiter ausbauen. Die Alternative liegt also bei einer Partei, die ihre Aufgabe als sozialen Ausgleich zur wirtschaftsliberalen Verdummung begreift und auch danach handelt. Die Artikel 151 bis 157 der bayerischen Verfassung könnten dabei hilfreich sein:

Vierter Hauptteil. Wirtschaft und Arbeit

1. Abschnitt. Die Wirtschaftsordnung

Faktisch nicht anwendbar, da durch Bundesrecht überlagert

Artikel 151. (1) Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl, insbesonders der Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins für alle und der allmählichen Erhöhung der Lebenshaltung aller Volksschichten.

(2) Innerhalb dieser Zwecke gilt Vertragsfreiheit nach Maßgabe der Gesetze. Die Freiheit der Entwicklung persönlicher Entschlußkraft und die Freiheit der selbständigen Betätigung des einzelnen in der Wirtschaft wird grundsätzlich anerkannt. Die wirtschaftliche Freiheit des einzelnen findet ihre Grenze in der Rücksicht auf den Nächsten und auf die sittlichen Forderungen des Gemeinwohls. Gemeinschädliche und unsittliche Rechtsgeschäfte, insbesondere alle wirtschaftlichen Ausbeutungsverträge sind rechtswidrig und nichtig.

Artikel 152. Die geordnete Herstellung und Verteilung der wirtschaftlichen Güter zur Deckung des notwendigen Lebensbedarfes der Bevölkerung wird vom Staat überwacht. Ihm obliegt die Sicherstellung der Versorgung des Landes mit elektrischer Kraft.

Artikel 153. Die selbständigen Kleinbetriebe und Mittelstandsbetriebe in Landwirtschaft, Handwerk, Handel, Gewerbe und Industrie sind in der Gesetzgebung und Verwaltung zu fördern und gegen Überlastung und Aufsaugung zu schützen. Sie sind in ihren Bestrebungen, ihre wirtschaftliche Freiheit und Unabhängigkeit sowie ihre Entwicklung durch genossenschaftliche Selbsthilfe zu sichern, vom Staat zu unterstützen. Der Aufstieg tüchtiger Kräfte aus nichtselbständiger Arbeit zu selbständigen Existenzen ist zu fördern.

Artikel 154. Die auf demokratischer Grundlage aus den Kreisen der Berufsverbände gewählten Selbstverwaltungsorgane der Wirtschaft nehmen an den wirtschaftlichen Gestaltungsaufgaben teil. Das Nähere bestimmt ein Gesetz.

Artikel 155. Zum Zwecke einer möglichst gleichmäßigen Befriedigung der wirtschaftlichen Bedürfnisse aller Bewohner können unter Berücksichtigung der Lebensinteressen der selbständigen, produktiv tätigen Kräfte der Wirtschaft durch Gesetz besondere Bedarfsdeckungsgebiete gebildet und dafür Körperschaften des öffentlichen Rechts auf genossenschaftlicher Grundlage errichtet werden. Sie haben im Rahmen der Gesetze das Recht auf Selbstverwaltung.

Artikel 156. Der Zusammenschluß von Unternehmungen zum Zwecke der Zusammenballung wirtschaftlicher Macht und der Monopolbildung ist unzulässig. Insbesondere sind Kartelle, Konzerne und Preisabreden verboten, welche die Ausbeutung der breiten Massen der Bevölkerung oder die Vernichtung selbständiger mittelständischer Existenzen bezwecken.

Artikel 157. (1) Kapitalbildung ist nicht Selbstzweck, sondern Mittel zur Entfaltung der Volkswirtschaft.

(2) Das Geld- und Kreditwesen dient der Werteschaffung und der Befriedigung der Bedürfnisse aller Bewohner.

 

Papi, du mußt «Halt» sagen

Das Dschungelbuch "Frühpatroullie"

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von dem ich ein mit Gewinn gelesenes Buch über den kurzen griechischen Frühling  besitze, er analysiert bei Rubikon genau das hier thematisierte Dilemma der Linken, insbesondere das der Linkspartei.

Man darf den Text ruhig runterscrollen, soweit einem die von Wehr ausführlich erläuterten Stimmenverhältnisse und Wählerwanderungen eh bekannt sind. Erst ab dem Zwischentitel:

"DIE LINKE als entideologisierte Sammlungspartei"

wird es pespektivisch wirklich interessant. "Postmaterielle Werte" und "Identitätspolitik" anstelle der sozialen Frage haben mittlerweile auch die Linke übernommen, sind von ihr und relativ freiwillig übernommen worden, fasst Wehr die politisch wohl nicht (mehr) korrekten Prämissen in seiner Sicht dann abschließend zusammen:

"Notwendig ist daher, Klarheit über die Ziele einer möglichen neuen linken Formation zu gewinnen. Im Mittelpunkt muss dabei die soziale Frage stehen, die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums von oben nach unten und der Ausbau der sozialen Sicherungssysteme auf nationalstaatlicher Ebene. Dazu gehört auch eine eindeutige Haltung gegenüber der Europäischen Union, die davon ausgeht, dass sie nicht zu einer demokratischen und sozialen EU transformiert werden kann. Dazu gehört zudem ein unverkrampftes Verhältnis gegenüber der eigenen Nation, deren Erhalt auch für die Arbeiterbewegung ein hohes Gut darstellt. Und schließlich gehört dazu eine realistische Flüchtlingspolitik, die Abschied nimmt von der illusionären Forderung nach offenen Grenzen für alle."

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Andreas Wehr,
 

Im Prinzip ja, aber ...

«DIE LINKE als entideologisierte Sammlungspartei»
Der bürgerliche Staat ist (in Russland und Deutschland seit 1917/1919) klassenneutral und allein von parlamentarischen Machtverhältnissen abhängig. Allerdings haben die Bolschiwiki in Russland an den Gesellschaftsklassen Arbeiter/Bauern und Intelligenzia festgehalten; in Deutschland haben die Nazis zwischen 1933 und 1945 die künstliche Klasse der Untermenschen eingeführt, um sie zu ermorden. Heute haben wir in Russland und Deutschland eine klassenlose Gesellschaft, die lediglich an wirtschaftlichen Unterschieden festhält.

Wir brauchen darum keine Gesellschaftskritik, sondern können uns auf die Wirtschaftskritik begrenzen. Das bedeutet eine Konzentration auf die Wirtschaftspolitik.

"Notwendig ist daher, Klarheit über die Ziele einer möglichen neuen linken Formation zu gewinnen. Im Mittelpunkt muss dabei die soziale Frage stehen, die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums von oben nach unten und der Ausbau der sozialen Sicherungssysteme auf nationalstaatlicher Ebene. Dazu gehört auch eine eindeutige Haltung gegenüber der Europäischen Union, die davon ausgeht, dass sie nicht zu einer demokratischen und sozialen EU transformiert werden kann. Dazu gehört zudem ein unverkrampftes Verhältnis gegenüber der eigenen Nation, deren Erhalt auch für die Arbeiterbewegung ein hohes Gut darstellt. Und schließlich gehört dazu eine realistische Flüchtlingspolitik, die Abschied nimmt von der illusionären Forderung nach offenen Grenzen für alle."

... der Teufel steckt im Detail.

«Notwendig ist daher, Klarheit über die Ziele einer möglichen neuen linken Formation zu gewinnen. Im Mittelpunkt muss dabei die soziale Frage stehen,»
und damit die Frage nach der «Soziale Marktwirtschaft 4.0»

«die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums von oben nach unten»
ist der falsche Ansatz. «Die Verteilung der gemeinsamen Wertschöpfung» reicht völlig zur Frage nach einer neuen Wirtschaftspolitik. Andreas Wehr baut mit seiner Formulierung Fronten auf, die bereits bestehen. Das gemeinsame Ziel kann nur sein, diese Fronten abzubauen, um die gemeinsame (soziale) Entwicklung zu fördern.

«und der Ausbau der sozialen Sicherungssysteme auf nationalstaatlicher Ebene.»
Damit setzt Wehr auf das falsche Pferd der bismarckschen Sozialversicherung. Wir brauchen einen totalen Umbau der Einkommensverhältnisse für das 21. Jahrhundert. Die Kombination von Grundeinkommen und Erwerbseinkommen (das ist kein Kombilohnmodell).

«Dazu gehört auch eine eindeutige Haltung gegenüber der Europäischen Union, die davon ausgeht, dass sie nicht zu einer demokratischen und sozialen EU transformiert werden kann.»
Die EU ist eine Freihandelszone mit der Freiheit des Personenverkehrs, Warenverkehrs, Dienstleistungsverkehrs und Zahlungsverkehrs; spinnerte Sonntagsreden von Politikern haben das verschleiert.

«Dazu gehört zudem ein unverkrampftes Verhältnis gegenüber der eigenen Nation,»
selbstverständlich gibt es weiterhin Verwaltungsgrenzen von der Kommune über den Kreis bis zum Land/Staat und Bundesstaat.

«deren Erhalt auch für die Arbeiterbewegung ein hohes Gut darstellt.»
Es gibt keine Arbeiterbewegung als gesellschaftliche Kraft. Sobald ein Arbeiter im Lotto gewinnt, wird er Kapitalist – qed  nach Karl Popper enlightened

«Und schließlich gehört dazu eine realistische Flüchtlingspolitik, die Abschied nimmt von der illusionären Forderung nach offenen Grenzen für alle
Mit einer «Soziale Marktwirtschaft 4.0» sind weite Teile der Flüchtlingspolitik gelöst.

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Entideologisch klingt anders
 

auch Andreas Wehr argumentiert in gewisser Weise ideologisch. Nur ist das für mich eine eher handfeste Ideologie, mit deren Begriffen ich etwas anfangen kann.

Die soziale Frage, die Verteilungsgerechtigkeit, die sozialen Sicherungssysteme, eine -wenn überhaupt- dann daran ausgerichtete EU und nicht zuletzt auch das unverkrampfte Verhältnis zur eigenen Nation, pragmatisch und eben nicht aufgeladen, weder ethnisch, noch religiös und auch nicht historisch;

spielt alles andere eigentlich nur den Demagogen -auf allen Seiten- in die Hände.

Von der Linken Kanzel herab erkannter guter Postmaterialismus, Poststrukturialismus, und gleichzeitig eine eher diffuse Identitätspolitik (hej, aber nicht mit den sog Identitären) nebst der immer stärker um sich greifenden Identifizierung und Stigmatisierung von sog. Feinden (innen wie außen), alles das ist im Grunde Rassismus, ist Menschenverachtung in zumindest subtiler Form und betreibt das Geschäft derer, die sich seit 1990 auf der Siegerstraße meinen,

spätestens seit Ende 1998 mit den rot/grünen Trojanern auch hierzulande für eine beispielslose, nach wie vor anhaltende Kahlschlagpolitik alles Sozialen, aller kollektiven Sicherungssysteme, alle kommunalen Infrastruktur etc. verantwortlich sind.

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Ja, zugegeben
 

Alles Nazis, außer Mutti! Und der ruhmreiche Genosse Öcalan mit seinem räuberischen Turbo-Nationalismus.

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Antwort auf hadie  zum Kommentar Kalte Krieger allerorten
 

Zwar sind die "anderen Meinungen" von Andersdenkenden ein hohes Gut, nicht aber die beständigen Pöbeleien von Nichtdenkern und Lernverweigerern.

Für die quälende Notdurft gibt es viele angemessenere Einrichtungen will ich damit meinen.

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Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Kalte Krieger und lauwarme Pöbler
 

(Karl-Eduard von) Schnitz

Antwort auf hadie  zum Kommentar Maßeinheit jetzt auch hier:
 

ich glaube kaum, das die maßeinheit "schnitz" dem durchschnittswessie bekannt ist ... nicht mal mit erklärungshilfe in der klammer

ps. die maßeinheit ist sehr genial bezeichnet, kann jedoch auch ohne den namensgeber zum allgemeinen gebrauch empfohlen bleiben

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Antwort auf marie  zum Kommentar maßeinheit
 

Ein Schnitz ist die Zeit, die man braucht, um ein Gerät auf einen anderen Sender umzuschalten. Ich messe es z. Z. eher am Radio, wenn die Privaten vom Dschungelcamp plappern, die eine Kulturwelle unbedingt gegen die polnische Gesetzgebung trommeln muss und die andere Trump wahlweise zur Witzfigur oder zum Nazi erklärt.

Schnitz

Antwort auf hadie  zum Kommentar Schnitz im Radio
 

... und kennst du noch den "ulb"? das ist die personifizierte variante davon, um allergien und magenschmerzen vorzubeugen ... ganz konsequent wurde von mir der "gau**" eingehalten, aber auch "mer*** funktioniert sehr reflexartig

wenn es ganz schlimm wird, öffne ich einfach mein (medizin)buch aus alten zeiten ...
https://www.youtube.com/watch?v=uvSatjE4UTI

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Antwort auf hadie  zum Kommentar Schnitz im Radio
 

Ja wo läuft er denn nur?

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Ja, zugegeben
 

Mit einer Ideologie wird immer nur ein Lager gebildet. Das bringt zwar Anhänger, schließlich findest du für jeden Quatsch ein paar Gefolgsleute. In postmodernen Zeiten brauchen wir aber keine Lager, sondern pragmatische Ziele und Wege, diese zu erreichen. Identitäre Aufladung von Zielen mag zum Anfang hilfreich sein, begrenzt aber eine weitere Entwicklung. Ich habe durchaus Verständnis für die Argumentation von Andreas Wehr, schließlich ist die Ideologie des Marxismus ein Fundus, aus dem er schöpfen kann und den man nicht so einfach aufgibt. Allerdings behindert genau diese Ideologie einen weiteren Erfolg. Das liegt einerseits am Mißerfolg des Bolschewismus, andererseits an der Argumentation von Karl Marx selbst. Seine Schriften stammen aus dem 19. Jahrhundert und sind darauf zugeschnitten. Das Kapital hat mit dem heute real existierenden Finanzsektor überhaupt nichts mehr zu tun. Wir haben eine klassenneutrale Bürgergesellschaft – zumindest de jure.

Genau darum beschränke ich mich auf wirtschaftliche Entwicklungen, die von allen beteiligten Gruppen als sinnvoll eingesehen und getragen werden können. Das schließt eine identitäre Front kategorisch aus.

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Zielorientiert ändern
 

"Das schließt eine identitäre Front kategorisch aus."

Dieses Identitäre, ob von den guten Linken oder von den bösen  Rechten sind lediglich die zwei Seiten der gleichen, menschenverachtenden Medaille. Es ist dieses "ich, ich, ich" mit dem selektiv einschließenden, andere ausschließenden "wir, wir, wir",

mir erstmals in einer intellektuell aufbereiteten Form bei "Der kommende Aufstand", dem dortigen ersten Kreis (der Hölle) wirklich bewußt geworden.

Werde das Teil wohl mal in die Termitencloud laden, ehe es via Google&Co. irgendwann nicht mehr auffindbar ist.

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Da bin ich bei Dir!
 

Sowohl die Linken, als auch die Rechten wollen zurück in eine heile Welt, die für jeden einfach zu begreifen ist. So eine Welt ist statisch eingestellt und soll sich möglichst niemals ändern.

Sowas gibt es aber nicht und sowas gab es niemals; also wird es sowas auch niemals geben.

Die (wirtschaftliche) Welt ist ständig in Bewegung und verändert sich. Darum werden die wirtschaftlichen Rahmen der einzelnen Staaten auch beständig justiert werden müssen, damit sie sozial verträglich bleiben. Bisher gingen die monetaristischen Volkswirtschaftler davon aus, daß sie nur die Geldmenge justieren müssen und die Wirtschaft reguliert sich selbst – dumm nur, daß keine Sau die Geldmenge mehr justieren kann, lediglich die Bargeldmenge justiert die Zentralbank. Das ist aber nur ein geringer Bruchteil der gesamten Geldmenge.

PS: Den kommenden Aufstand habe ich mal auf der HD gespeichert.

Lit: Unsichtbares Kommitee

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Eben darum
 

wenngleich ich es weitgehend ebenso sehe:

"»Jetzt« ist ein Interventionstext. Er hat sich aufgedrängt, da die wesentlichen Vorhersagen des Unsichtbaren Komitees nun eingetreten sind"

Und das kann man sehr allgemein sehen, weit über Frankreich hinaus, so meine ich. Nicht zuletzt die aktuell in allen großen Medien gehypte Rolle der sogenannten Realo-Grünen passt auf den ursprünglichen Text wie die Faust auf das sprichwörtliche Auge.

Für die institutionelle und gern auch ebenso anpassungsfähige Linke -was ja hier primäres Blogthema sei- dürfte es mehr als eng werden. Den Pegida-Pöbel, die Underdogs etc. wollen sie nicht, aber gebraucht werden sie auch nicht; beim durchregieren.

Und Oppositionsführerin unter der GroKo wird die AfD - was für eine Ironie der Geschichte ...

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar "Jetzt" war mir unbekannt,
 

Ich hatte die beiden Bände vor einiger Zeit gelesen und fand die zu «aktivistisch.»

Ich bin eher dazu geneigt, meine Energie dem negativ wirkenden Staat zu entziehen, also zu streiken. Den Vorwurf zur Förderung des Terrorismus kann ich den Autoren nicht absprechen. Auch dann nicht, wenn sie selbst dem Terrorismus nicht anhängen. Es gibt genug Dumpfbacken in der Welt, die sich davon angesprochen fühlen und zur Thath schreiten; letztlich ist das Aktionismus, der scheitern wird.

Das neueste Buch «Jetzt» kenne ich auch nicht und werde mir gut überlegen, ob ich es mir überhaupt enlightened zulege. Ändern wird sich nur etwas, wenn eine demokratische Mehrheit das PolitPersonal dazu zwingt – Aktionismus ist also keine Alternative zur Überzeugungsarbeit.

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Me too
 

gehört an die Adressen die Bombenteppiche und Waffenlieferungen an offene, bekennende Rassisten & Faschisten verantworten.

Die Adresse auf die du es beziehst, betrachte ich als "bewaffnete Freunde" deren Fehler, sprich unzulängliche Strategien, gegebenenfalls offen und jedenfalls gehaltvoll zu kritisieren sind.

Meine Literaturemfehlung zu Bewaffneten Freunden ist Raul Zelik (rate doch einmal wie ich neulich darauf kam.....)

Niemand muss so dumm sterben wie er geboren wurde - selbst die Großnichte vom fetten Göring lernte bei den Encountern in Poona gaanz Erhebliches trotz ihrer misslichen, genetischen Ausgangslage.

Will sagen: auch Hippies & Neo-Sannyasins sind lernfähig.....

 

Und gaanz am Rande noch einige vernünftige Gedanken zu Sezessionen von einem Herrn mit aller-übelster Sozialisation.

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  1. Die bewaffneten Freunde haben besonders in Spanien Vorbilder. Faktisch ist der Anarchismus durch die «gut gemeinte» Gewalt gegen den Faschismus diskreditiert worden und heute bedeutungslos. Ein qualifizierter Anarchismus muß sich heute als politische Kraft neu erfinden.
     
  2. Als NachfolgeGeneration haben wir uns alle mit der Vergangenheit unserer Eltern auseinander setzen müssen; das betrifft nicht nur die Kinder der Täter, sondern gleichermaßen die Kinder der Opfer.
     
  3. Bei Juncker darfst du nicht vergessen, daß er einst der Ministerpräsident eines Schurkenstaates war, über den die SchurkenBanken der gesamten EU ihre Geschäftchen abgewickelt hatten und weiter abwickeln.
     

 

 

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Drei Themen in einem Kommentar
 

1. Der Anarchismus war (und wird nie sein?) noch nie real vorhanden - es gab immer nur gruppenspezifische Mutmaßungen zu seiner Verwirklichung, b.z.w. Notwendigkeiten sich seiner Haut zu wehren....

2. Wennste das weiter oben zur Görings Großnichte verlinkte Video mal guckst, siehste die Beschreibung ihres Zusammentreffens mit der Nachkommenschaft jüdischer KZ-Überlebender, als Vorsitz von Encounter-Gruppen in Poona. Täter-Opfer-Treffen leibhaftig und unmittelbar unter dem Vorsitz der Opfer.... - mit beachtlichen Erfolgen.

3. Junker ist so ein Statist aus der Kaste der politischen Käuflichkeit - mehr aber auch nicht.

Bild des Benutzers Heinz

Antwort auf fahrwax  zum Kommentar 1. Quatsch, 2. Daneben, 3. Aber klar
 

2. Als NachfolgeGeneration haben wir uns alle mit der Vergangenheit unserer Eltern auseinander setzen müssen; das betrifft nicht nur die Kinder der Täter, sondern gleichermaßen die Kinder der Opfer.

 

2. Daneben

 

2. Wennste das weiter oben zur Görings Großnichte verlinkte Video mal guckst, siehste die Beschreibung ihres Zusammentreffens mit der Nachkommenschaft jüdischer KZ-Überlebender, als Vorsitz von Encounter-Gruppen in Poona. Täter-Opfer-Treffen leibhaftig und unmittelbar unter dem Vorsitz der Opfer.... - mit beachtlichen Erfolgen.

Von 2. über 2. nach 2. : Von was gehst du aus, was setzt du voraus und was schließt du daraus?, sehr eigentümlich!, und was hat Pune damit zu tun?, das kann überall auf der Welt geschehen und ist überall auf der Welt geschehen.

Besonders aufgestoßen ist mir deine angedeutete SIPPENHAFT: «Täter-Opfer-Treffen,» das war eine Spezialität der Nazis und die Pseudokommunisten der DDR hatten die Sippenhaft auch angewendet, wenn jemand im Auslandsdienst tätig war.

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Me too
 

zur Überzeugungsarbeit", bingo, zumal wenn die zu Beglückenden davon wenig halten (nicht verstehen reicht auch schon aus).

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Ist ein Dauerjob, den wir u.a. hier betreiben. Die Hoffnung ist, das sowas auch jemand liest und sich überzeugen lassen will. Dein Text suggeriert, daß unsere «Zielgruppe» die Dumpfbacken sind, die sich  gar nicht überzeugen lassen wollen. Zu diesen Dumpfbacken zähle ich auch die Kriegstreiber, die in Vorstandsetagen und auf einer Parlaments- oder Regierungsbank herumlümmeln.

Wir bewegen mit der Tastatur keine Windmühlenflügel – soviel Realität muß sein.

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Überzeugungsarbeit
 

den deutschen Zustand ausführlich unter "Die Farce-Demokratie".

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Volker Bräutigam beschreibt
 

... daß wir keine Demokratie haben?

Ephraim Kishon hatte einmal geschrieben, daß die Demokratie die beste aller Regierungsformen ist. Man darf die eigene Regierung ungestraft beschimpfen.

Das ist bei Strafe in vielen Staaten verboten.

Wenn du meine Texte hier und einst in der dFC verfolgt hast, wirst du festgestellt haben, daß wir in D seit 1919 noch niemals eine Demokratie hatten. Wir hatten bis heute mehr oder weniger demokratische Wahlen, mehr nicht. Bereits 1966 hatte Karl Jaspers im Spiegel beschrieben, daß diese BananenRepublik Deutschland BRD lediglich eine ParteienOligarchie ist. Das ist nun über 50 Jahre her, geändert hat das bisher nichts.

Bild des Benutzers Heinz

Antwort auf pleifel  zum Kommentar Volker Bräutigam beschreibt
 

 

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Volker Bräutigam beschreibt
 

den Bräutigam auf RUBIKON erwähnt, war der imperiale Misthund der die Eifeler als "kleines hinterlistiges Bergvolk" diffamierte.

Will sagen, der hatte eh ein herkunftsbedingtes Feindbild gegenüber den Teutonen.

Aber der Bräutigam ist ja libertärer Kommunist, damit unabwendbar Internationalist - sprich imunisiert gegen rassistische Feindbilder.

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Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Tacitus
 

So wird das nichts mit der Revolution, denn "Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? In welchem Kontext (wo) hat Bräutigam die Eifelaner denn so bezeichnet?

Bevor wir hier in den Norden gezogen sind, haben wir uns schon genauer umgeschaut, denn wir wollten nicht in einem "schwarzen", katholischen Umfeld landen, wo die Folklore (Tradition) noch das Miteinander dominiert. Und je weiter es nach Süden geht, desto stärker findet sich dieser Befund. Hier im Norden sind halt viele zugezogen und haben das Bild stark verändert.

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Revolution
 

Bräutigam nahm Bezug auf Tacitus, die Eifelaner brachte Werner hier ins Spiel:

«Selbst wenn wir basisdemokratische Elemente in unserer Verfassung hätten, würde Demokratie in Deutschland nicht humangerecht ausfallen:

„Das liegt aus meiner Sicht an unseren Eigenheiten, die schon Tacitus den Germanen so negativ ankreidete und die demnach genetische, zumindest epigenetisch bedingte Anlage sind (ich meine das zu drei Vierteln ironisch, zu einem Viertel wirklich ernst). Es liegt an unserer fehlenden demokratischen Tradition, an unserem Bildungssystem und praktisch-konkret an unseren Medien (den öffentlich-rechtlichen inklusive).
Ich bin, wie Sie wissen, Kommunist.“
»

Da wäre also im Tacitus zu suchen, was der «Deutschen» Eigenschaften sein sollen. Ganz abgesehen davon, daß es «Deutsche» vor 2.000 Jahren noch gar nicht gab, sondern germanische Stämme, die in der Völkerwanderung heftig durcheinander gezogen sind. Auch abgesehen davon, daß diese vermeintlichen «Deutschen» einige Jahrhunderte später mit Gewalt christanisiert wurden, was Tacitus in seinem psychologischen «Gutachten» noch gar nicht berücksichtigen konnte. Das erste Römische Reich Deutscher Nation umfasste  die Schweiz, Österreich, Elsass, Tschechien, Polen und Italien, war also nicht einmal ein reines Sprachgebiet. Selbst das zweite Deutsche Reich war keine Nation, sondern bestand aus vielen Nationen, die als selbsständige Fürstenthümer organisiert waren. Erst seit 1919 gibt es eine deutsche Nation als Nationalstaat mit deutscher Staatsbürgerschaft.

Ich vermute einmal, da hat eine schlichte Weltanschauung zugeschlagen.

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Holz-Splitter und -Balken
 

Tendenz andeuten und sicher keine geschichtliche Begründung von Tacitus ableiten. Ansatzweise demokratische Entwicklungen wurden in der Weimarer Zeit zerschlagen und was wir heute haben, ist auch nicht auf unserm Mist gewachsen, obwohl das GG im Parlamentarischen Rat "gebastelt" wurde, aber eben von oben und nicht vom Volke ausgehend.

Was Du mit "Weltanschauung" andeutest, kann auch ein einfaches Gedächtnisproblem sein, denn was mittlerweile darüber bekannt ist (Neurekonstruktion jeder Erinnerung), lässt einen schon ins Grübeln kommen, was "sichere" Überzeugungen betrifft, die sich aus vielen Einzelstücken der Vergangenheit gebildet haben (und weiter bilden).

Erkennbar scheint aber für mich ein besonderes deutsches Verhältnis zur Obrigkeit, dass sich durch Anpassung, Gehorsam, Pflichtgefühl und dergleichen auszeichnet. Und wenn diese staatshörige "Unterwerfung" mal aufgesprengt wird, sind gleich irrationale Ergebnisse zu befürchten. Die nüchterne, kalte Vernunft, losgelöst von einer humanistischen Basis, wäre noch die andere Seite der Medaille.

Zumindest sind wir ein ambivalentes Volk, fähig zu geistigen Höchstleistungen und größten Verbrechen.

 

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Er wollte damit eine
 

D ist ein Vielvölkerstaat; D ist keine Nation und auch kein Volk.

Astrid Lindgren hatte einmal anläßlich einer Preisverleihung gesagt:

«Die Vorstände von Unternehmen und die Politiker verwalten so,
wie sie das in der Kinderstube gelernt haben.
»

Die Sozialisation findet also in einem sehr kleinen Raum satt. Diesen Raum kannst du Heimat nennen oder Nation (dort, wo man natürlich aufwächst.) In diesem Sinne war Nation entstanden und verwendet worden. Die Überdehnung entstand im 19. Jahrhundert. Wende ich das mal auf D an, dann haben wir immer noch sehr viele Nationen von Friesland bis Oberbayern – ein Schwachsinn, der die alle in einen Topf wirft – und Eintopf gab es dann im Dritten Reich, das wir offensichtlich noch lange nicht überwunden haben.

D ist ein föderaler Bundesstaat, mit 16 Ländern, Freistaaten und Stadtstaaten, zumindest de jure; also keine Nation.

PS: Bräutigam ist nach eigenem Bekunden Kommunist, verbreitet aber brav diese nazional geprägte Kacke, ohne darüber nachzudenken.

 

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Was ist D?
 

Nation verwende ich nicht als Begriff. Deutschland innerhalb seiner Grenzen ist ein institutioneller Staat, in der zuerst einmal deutsch gesprochen wird. Und Deutscher ist, wer diese institutionelle Konfiguration der demokratischen Verwaltung anerkennt und in der Solidargemeinschaft seine Rechte und Pflichten wahrnehmen will (und halt das Papier braucht). 

Ich beschreibe es mal aus meiner Warte, falls ich nach Spanien ziehen würde und dort die Staatsbürgerschaft erhielte (Sprache leidlich spreche): ich würde mich nicht als Spanier fühlen, denn ich bringe meine eigene Sozialisation mit. Das ist mehr, als es sich aus irgendwelchen guten Absichten heraus nivellieren lässt. Erst meine Kinder würden wohl diese Hürden überwinden, aber wahrscheinlich durch unsere Erziehung noch nicht in der 1ten Generation.

Multikulturalismus ist die Akzeptanz unterschiedlicher Traditionen, die man sich erhalten will. Wenn ich aber darüber hinaus ein Spanier werden will hinsichtlich ihrer Sozialisation (Kultur), dann müsste ich mich schon tiefer darauf einlassen, bis auch das Denken sich dem angenähert hat. Ansonsten würde ich mir was vormachen. Es mag da die eine oder andere Ausnahme geben, dann bleibt es aber oberflächlich.

Fazit: Staat und Grenzen beinhalten für mich weit mehr als nur formale Aspekte der Staatsorganisation. Die neoliberale Globalisierung allerdings verkauft ein einseitiges Ökonomiekonzept der offenen Grenzen (zu ihren Bedingungen!), dass alles einebnen will (wenn es die Geschäfte behindert), was die Kulturen in ihren anziehenden Unterschieden noch repräsentieren. Und auf dem Weg dahin sind die Kapitalisten schon ein ganzes Stück vorangekommen, was den uniformen Menschentyp betrifft: den globalen Konsumenten!

Und fragst Du "Hinz und Kunz", (also die klassischen Wähler der Altparteien), dann dürften die Antworten weit knapper ausfallen, ob uns das gefällt oder nicht: und das ist die Mehrheit.

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Nation, Staat, Grenze
 

Bereits mit der Kreisgrenze hast du hier Hürden, die nicht so ohne kleinen Aufwand überwunden werden können. Nimm den ÖPNV, dann geht das innerhalb von kreisen einigermaßen, selbst hier in ausgedünnten MeckPomm. Verbindungen über die Kreisgrenze hinaus sind schon möglich, aber seltener.

Wenn du mal die Leute fragst, was sie sind, dann sind das Hamburger oder Schwaben; nur die HardcoreDeutschen sind natürlich Deutsche, weil ihnen eine ordentliche Sozialisation fehlte. Nimm als Beispiel Ostdeutschland. Die Mehrheit hat sich im real existierenden Sozialismus sozialisiert. Dann waren sie die Looser. Jetzt klammern sich viele an das Deutschsein – braucht eben noch etwas Zeit, bis das vergessen wird.

Dominant bei dieser Entwicklung waren die (klugen) Geschäftsleute, die ordentlich abgezockt haben und weiter abzocken – siehe oben das Video mit Chomsky. Das einzige, was mich bei dieser ganzen Debatte wundert, ist, daß es noch Leute gibt, die sich über diese ganze Entwicklung wundern.

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Verwaltungsgrenzen
 

dass uns wohlfühlen lässt. Das Verlassen müssen wird dann aber als Verlust empfunden und hinterlässt Unsicherheit. Es ließe sich mit dem Umpflanzen eines Baumes vergleichen, was ja bekanntlich nicht immer gelingt.

Die kulturellen Unterschiede in den deutschen Ländern dürften bei weitem nicht so groß sein wie es in Spanien anzutreffen ist. Nicht umsonst wollen Basken und Katalanen mehr Unabhängigkeit (also nicht nur aus ökonomischen Gründen), weil sie in gemeinsame Grenzen eingefasst wurden, die nicht die ihren sind. Jedenfalls würde ich das mal so deuten.

Trotz der Dialekte in Deutschland versteht man doch i.d.R. den anderen (und die Schrift ist einheitlich), was in Spanien nicht der Fall ist. (Wir verstehen auch den Kölscher Dialekt, was einigem ähnelt, was hier oben gesprochen wird).

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Es ist das Vertraute,
 

(Zu "Katholen" und ihrem "Miteinander" stellste am Besten einmal ne Anfrage an die Obrigkeit der Christlich Sozialen Union?)

Die Willkür heutiger Grenzziehungen und die muttersprachlichen Sprach-Aspekte widersprechen, innerhalb der Verwaltungseinheit BRD jedem heimeligen Gefühl. Das junge Kunstprodukt Rheinland-Pfalz vereinigt diverse (unverständliche!) muttersprachliche Idiome in seinen willkürlichen ( von den Alliierten nach 1945 gesetzten) Landesgrenzen.

Der Nordfriese wird in Bayern auf erhebliche Sprachbarrieren treffen - so wie der Ureinwohner der Nordeifel, wenn er sie pucklige Verwandschaft der Südeifel besucht, wo die Idiome bereits zwischen benachbarten Dörfern differieren, der Übersetzer gefragt ist.

Das "Deutsche" vereint sich unter einem "Recht" das locker auf Tacitus und seine imperialen, römischen Zeitgenossen zurückführbar ist. Das, von den germanischen "Barbaren" weitestgehend übernommene, imperiale "Römische Recht" bildet noch immer den Kern der "Rechts(un)ordnung" der BRD.

Bereits die "Barbaren" übernahmen die gloriose "Ordnung" ihrer (ihnen gegenüber mit diversen Voreingenommenheiten behafteten) Besatzer (siehe Tacitus) und finden darin bis heute ihre folkloristischen Anwandlungen von "deutscher Heimat"......

Zumal unsere Stammbäume generell auch noch auf afrikanische Geburtsorte verweisen sollen.

Eine lustge Historie finde ich. Noch interessanter dürfte es werden, zu erforschen wie die Römer zu "ihren" Vorstellungen von "Recht & Ordnung" kamen, Griechen & Ägypter(?) vieleicht.......

Die notwendigen Lösungen der fremdelnden, globalen Misere sind seit Ewigkeiten bekannt, also auch keine Erfindung kommunistischer Agitatoren, außer der "Herr dein Gott" war bereits ein stinkiger Kommunist:

"Schon in den Fünf Büchern Mose wird die universale Geschwisterlichkeit - jenseits der von Menschen willkürlich gemachten Einteilung in sogenannte "Einheimische" und "Fremde" - als fundamentale Weisung beurkundet. Die Wiederholungen zum unteilbaren Menschenrecht wirken hierbei geradezu penetrant. Es soll offenkundig gewährleistet werden, dass niemand die Weisung der Thora als Nebensache abtun kann oder missversteht:

Und einen Fremdling sollst du nicht bedrängen und ihn nicht bedrücken, denn Fremdlinge seid ihr im Land Ägypten gewesen.

Exodus / 2. Buch Mose 22,20

Die Fremdlinge sollt ihr nicht unterdrücken; denn ihr kennt doch die Seele des Fremden, weil ihr auch Fremde in Ägyptenland gewesen seid.

Exodus / 2. Buch Mose 23,9

Es soll ein und dasselbe Recht unter euch sein für den Fremdling wie für den Einheimischen; ich bin der HERR, euer Gott.

Levitikus / 3. Buch Mose 24,22

Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland. Ich bin der HERR, euer Gott.

Levitikus / 3. Buch Mose 19,33f.

https://www.heise.de/tp/features/Israels-Politik-und-die-Thora-3954296.html

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Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Das "Vertraute"
 

Du hast noch das Brandmarken (Beschneiden) vergessen. Damit kannst du feststellen, wer «rechts-gläubig» ist.

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Brandmarken
 

von Vorhautbesitzern unterliegt den ortsansässigen Beschneidern mit dem globalen Anspruch?

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Es ist das Vertraute,
 

kann man schlecht vergleichen. Spanien hat eine ganz andere Historie, als das Deutsche Reich, um beim Feudalismus zu bleiben. Spanien entspricht als Königreich damit einem Bayern, Preussen oder Sachsen. Auf gar keinen Fall kann Spanien mit Deutschland verglichen werden. Zur Forderung nach einer völligen Autonomie ging Katalonien erst über, als die rechtsnazionalen Faschisten in Madrid die bereits vereinbarte Autonomie wieder gekippt hatte.

Für Spanien wäre eine föderale Struktur notwendig, wie sie in D üblich ist; dagegen wehren sich die Zentralfaschisten aber.

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Äpel und Birnen
 

verfügen über unbewältigte (u.a. eben auch gemeinsame, faschistische) Wurzeln die die Gegenwart ( als nicht präsente, unbedachte Glaubensformel) prägen.Da kannste "föderal" oder "zentral" draufschreiben - das ändert am Inhalt in Sachen Selbstbestimmung (Souverän) seeeehr wenig.

Die Aufschriften entsprechen nicht dem Inhalt - das ist alles andere als ein Zufall.

Wovon kaufte Adenauer eine Demokratie, wovon hökerte Stalin mit dem was er und seine Banden Kommunismus nannten?

 

Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Tacitus
 

Jacques Berndorf in seiner „Gebrauchsanweisung für die Eifel” :

" Schon zu Zeiten seines Großvaters habe der Begriff Eifel ein „großes Gähnen” ausgelöst: „Die Eifel eine richtig miese, popelige, kleinkarierte deutsche Mittelgebirgslandschaft ..."

http://www.aachener-zeitung.de/lokales/eifel/launige-gebrauchsanweisung-...

tja, die einen sagen so - die anderen anders ... geht ja allen so ... den sachsen, den berlinern und tacitus

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Antwort auf marie  zum Kommentar ... die eifel ...
 

... was Tacitus schrieb.

Tacitus hat viel geschrieben, war aber nie an den Orten, über die er schrieb. Das ist so, als wolltest du über Bratkartoffeln schreiben und weißt nicht einmal, wie die schmecken smiley

Antwort auf Heinz  zum Kommentar Wer glaubt schon, ...
 

danke - ja du hast mich richtig interpretiert und verstanden ... die leute reden halt viel ...

interessant ist jedoch manchml WORAN sie dann anknüpfen und was sie ignorieren ... und am besten gefällt mir immer, wenn menschen über etwas reden, was sie gar nicht kennen, nie gesehen haben ... aber alles ganz genau wissen:-)

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Antwort auf marie  zum Kommentar @heinz
 

das es allerorten an der Reflektion durch die Insassen mangelt!

Zwischen Tacitus, 1989  und dem Hier & Jetzt liegen nur gaaaanz wenige untergegangene Imperien mit ihren uneingelösten Katechismen.

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Antwort auf marie  zum Kommentar ... die eifel ...
 

von "sachsen, den berlinern und tacitus" hat es noch nie nicht irgendwo "gebracht".

"Blühende Landschaften" gibt es nur, wo die bestäubenden (Arbeits-)Bienchen Flugwetter & Nahrung finden.....